Verabschiedung von MitarbeiternSo halten Sie eine Abschiedsrede

Ein Kollege geht in den Ruhestand. Eine Mitarbeiterin verlässt das Unternehmen und tritt einen neuen Job an. Typische Situationen für eine Abschiedsrede. Doch worauf kommt es dabei an?

Bei der Verabschiedung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters sind Sie gefragt, im Rahmen einer Abschiedsrede ein paar warme Worte zu sprechen. Sie schauen auf das zurück, was Sie und die zu verabschiedende Person gemeinsam erlebt haben. Dabei liegt es an Ihnen, diese Person wertschätzend zu verabschieden.

In einer Abschiedsrede müssen Sie die richtigen Inhalte wählen, den passenden Ton treffen und die Botschaft auf den Punkt bringen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, alle Beteiligten in einem guten Licht dastehen zu lassen – inklusive sich selbst:

Bei der Verabschiedung direkte Ansprache statt dritte Person nutzen

Um eine gute Verbindung aufzubauen, sprechen Sie bei der Verabschiedung nicht über, sondern mit der Person, die geht. Das gelingt, wenn Sie Ihre Abschiedsrede mit einer persönlichen Ansprache beginnen: „Lieber Herr Gruber, ...“ – und währenddessen Blickkontakt halten. Zwischendurch können Sie den Blick auch ab und an durch den restlichen Kollegenkreis schweifen lassen, zum Beispiel wenn Sie eine kleine Anekdote erzählen. Aber in erster Linie geht es um die Person, die Ihre Firma oder Abteilung verlässt.

Abschiedsrede knackig statt langatmig gestalten

Sie sollen mit Ihrer Abschiedsrede ein Zeichen setzen, dabei aber nicht die Zeit vergessen. Für eine Ansprache im Rahmen eines Umtrunks oder einer kleinen Feier sind fünf bis zehn Minuten ideal. Schließlich sind Sie meistens nicht der Einzige, der etwas sagen möchte. Kürzer als fünf Minuten sollte die Abschiedsrede allerdings auch nicht sein. Ein nur sehr knappes „Danke und Tschüss“ hat Signalwirkung, transportiert es doch unterschwellig, dass Ihnen die Person nicht mehr Rede- und Vorbereitungszeit wert war.

Abschiedsrede persönlich halten

„1972 machte er seinen Abschluss an ..., dann ging er nach ... bevor er die Leitung der Abteilung XY übernahm.“ Kein Zuhörer möchte sich durch die komplette Biografie einer Person kämpfen. Konzentrieren Sie sich deshalb in der Abschiedsrede auf die wesentlichen Informationen und schmücken Sie sie mit wohlwollenden Anekdoten aus dem gemeinsamen beruflichen Alltag aus. So vermitteln Sie ein Gefühl dafür, wie das Miteinander wirklich war und lassen gleichzeitig die eine oder andere Erinnerung aufleben.

Abschiedsrede natürlich statt pathetisch formulieren

Egal, ob Sie eine kurze Geschichte erzählen oder über den Menschen selbst berichten: Achten Sie darauf, dass Sie ganz normal sprechen und Ihrer Abschiedsrede keinen allzu feierlichen Anstrich verleihen. Aussagen wie „Ihr Schaffen hat die Entwicklung der Abteilung nachhaltig geprägt – Sie werden eine große Lücke hinterlassen“ wirken eher steif und kommen im schlimmsten Fall sogar albern rüber. In normaler Sprechsprache hört sich das Ganze viel lebendiger an: „Was die Abteilung heute ausmacht, haben wir in erster Linie Ihnen zu verdanken. Sie werden uns fehlen!“

In der Abschiedsrede ehrlich sein statt übertreiben

Eine Verabschiedung im Rahmen einer Feier verleitet dazu, der gemeinsamen Vergangenheit einen rosaroten Anstrich zu verleihen. Das Ergebnis sind dann mitunter unrealistische Lobhudeleien, die auch peinlich sein können und nicht unbedingt dafür sorgen, dass Sie als glaubwürdiger Redner in Erinnerung bleiben. Auch wenn es gut gemeint ist: Übertreiben Sie nicht in Ihrer Abschiedsrede – in Ihrem eigenen Interesse und dem der ausscheidenden Person.

Abschiedsrede wohlwollend statt nachtragend formulieren

Sie sollten Ihre Abschiedsrede nicht dazu nutzen, eine schonungslose Endabrechnung mit der Person vorzunehmen. Möglicherweise gab es immer wieder Konflikte zwischen Ihnen und ihr. Die gehören allerdings in ein Vier-Augen-Gespräch und nicht auf die Bühne. Natürlich sollten Sie Ihr Gegenüber aber auch nicht in den Himmel loben, wenn ohnehin alle im Raum wissen, dass Sie ein recht angespanntes Verhältnis hatten.

Zeigen Sie Größe und konzentrieren Sie sich auf die Themen, die Sie beide verbinden. Die gibt es in jeder Geschäftsbeziehung, auch wenn Sie manchmal erst danach suchen müssen. Falls Ihnen kleine Spitzen auf der Zunge liegen, schlucken Sie diese besser hinunter.

Abschiedsrede aufmunternd statt sentimental halten

Bringen Sie einen fröhlichen Ton in Ihre Abschiedsrede. Dabei geht es nicht darum, einen Witz nach dem anderen zu machen, sondern darauf zu achten, dass es nicht zu ernst wird. Neben einem optimistischen Blick in die Zukunft helfen auch hier kleine Anekdoten, um noch einmal über erlebte Missgeschicke oder lustige Situationen zu schmunzeln. Denn auch wenn Sie traurig sind, wollen Sie doch nicht in lauter betretene Gesichter schauen.

Diese Tipps gelten auch dann, wenn Sie selbst die Person sind, die die Firma verlässt und ein Grußwort an Ihre Kollegen richten wollen.

Dazu im Management-Handbuch

Ähnliche Artikel

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
OK