VeränderungsprozesseHohe Folgekosten durch schlechtes Change Management

Restrukturierungen sollen in den kommenden Jahren die am meisten vorkommenden Veränderungen in Unternehmen werden. Doch Vorsicht: Wenn Maßnahmen nicht professionell genug begleitet werden, sinkt die Motivation und damit die Produktivität der Mitarbeiter. Sogar Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.

Ein schlechtes Management von Veränderungsprozessen kostet Unternehmen Produktivität sowie Mitarbeiter. Wird eine Akquisition, Restrukturierung oder Wachstumsinitiative unzulänglich begleitet, sinkt die Produktivität der betroffenen Mitarbeiter um 23 Prozent, während die Zahl der Kündigungen um zehn Prozentpunkte ansteigt. Dies zeigt die aktuelle Studie "Change Management: Business Transformation - Veränderungen erfolgreich gestalten" der Strategieberatung Capgemini Consulting.

Befragt wurden für die dritte Ausgabe der alle zwei Jahre durchgeführten Untersuchung 122 Führungskräfte von Großunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Martin Claßen, Vice President bei Capgemini Consulting, sagt:

"Unternehmen befinden sich heute aus vielen Gründen in Phasen einer Business Transformation. Wenn nun durch schlechtes Change Management fast jeder vierte betroffene Mitarbeiter zu einem Totalausfall wird, hat dies vielfältige Auswirkungen, insbesondere mit Blick auf die Zeit und die Kosten."

Business Transformation gesteuert begleiten

Inhaltlich werden in den nächsten Jahren nach Einschätzung der Manager die meisten Veränderungen in Unternehmen ihre Ursache in einer Restrukturierung beziehungsweise Reorganisation (49 Prozent) haben. Auf den weiteren Plätzen folgen Wachstumsinitiativen, veränderte Unternehmensstrategien, Kostensenkungsprogramme und neue Marktstrategien. Sie bieten damit auch die Ansatzpunkte für den Einsatz von Change-Management-Programmen, also gesteuerter Prozesse zur Gestaltung dieses Wandels.

Die Gewichtung zwischen inhaltlicher und prozessualer Ebene liegt dabei nach den Ergebnissen der Studie in der Tendenz klar bei der Prozess-Dimension. Martin Claßen weiter:

"Die Deutlichkeit dieses Ergebnisses hat uns doch überrascht. Change Management besitzt inzwischen einen voll akzeptierten Platz innerhalb einer Business Transformation."

Auch bei der zeitlichen Einbindung bringt die Capgemini-Consulting-Studie Positives an den Tag. Immerhin drei Viertel der begleitenden Change-Aktivitäten starten mehr oder weniger rechtzeitig zu Projektbeginn. In lediglich jedem zwanzigsten Unternehmen ertönt der Ruf nach Hilfe durch Change Management erst, wenn der Karren sprichwörtlich im Dreck steckt.

Engagement des Top-Managements ist gefragt

Change Management ist wichtig - es gibt kaum einen Manager, der diese Frage mit einem klaren Nein beantworten würde. So bezeichnen auch 36 Prozent der befragten Führungskräfte einen gesteuerten Veränderungsprozess als sehr wichtig. Weitere 50 Prozent vergeben die Wertung "wichtig". Und in der Zukunftsprognose für das Jahr 2010 steigen die Werte noch einmal um einige Prozentpunkte. Wie schon in den beiden Vorgängerstudien zeigt sich damit, dass Change Management zu einer der wichtigsten Managementaufgaben zählt. Und dennoch existieren Probleme im Zusammenhang mit Change-Prozessen. Martin Claßen spitzt zu:

"Sie lassen sich im Wesentlichen auf strategische Verwirrungen, politische Konflikte und handwerkliche Fehler reduzieren."

Die Studie steht zum Download bereit unter: www.de.capgemini.com/presse.

[dw; Quelle: Capgemini; Bild: fotolia]

 

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