VertragsgestaltungLeistungen von Logistikdienstleistern lassen sich steigern

Die Mehrheit der europäischen Unternehmen arbeiten mit einem Logistikdienstleister zusammen. Viele vereinbaren mit ihren Dienstleistern jedoch Verträge, in denen Strukturen und Elemente vordergründig vorteilhaft erscheinen, aber nicht für den größtmöglichen Erfolg sorgen. Wird die Vergütung hingegen individuell an die Rahmenbedingungen der Partnerschaft angepasst, lassen sich dadurch die Leistungen der Dienstleister enorm steigern.

Die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Dienstleister wird immer komplexer. Der Leistungsumfang, der heutzutage an die Logistikspezialisten vergeben wird, wächst. Damit steigen auch die Anforderungen an die Vertragsstruktur zwischen den beiden Geschäftspartnern. In der Studie "Erfolg in der Logistik: Beziehungen mit Logistikdienstleistern richtig gestalten" wird Bilanz gezogen zur Outsourcing-Praxis von Industrie und Handel in Deutschland. Gleichzeitig gibt es Handlungsempfehlungen mit besonderem Fokus auf die Vertragsgestaltung aus der Sicht der Auftraggeber. Dr. Stefan Kurrle, bei DHL in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich für den Bereich Kontraktlogistik:

"Diese Studie greift die aktuelle Fragestellung der immer intensiver vernetzten Logistikpartnerschaften auf. Als weltweit führendes Logistikunternehmen haben wir dieses Projekt unterstützt, weil Wege zur Verbesserung der Zusammenarbeit aufzeigt werden, wie sie so bisher nicht existierten."

Logistikverbesserungen sowohl auf der Kosten- als auch auf der Leistungsseite wirken positiv auf den Unternehmenserfolg. Der hohe Outsourcinganteil bei Logistikleistungen von durchschnittlich 65 Prozent in Europa zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Firmen hier mit einem Logistikspezialisten zusammenarbeitet. Für die Zukunft ist auch kein Rückgang des hohen Anteils zu erwarten. Vielmehr wird aufgrund der weiterhin steigenden Komplexität der fremdvergebenen Leistungen ein professionelles Management der Geschäftsbeziehungen immer wichtiger.

Hinsichtlich der optimalen betriebswirtschaftlichen Gestaltung der zugrunde liegenden Verträge ist das Wissen in der Praxis allerdings noch beschränkt. Viele Unternehmen vereinbaren mit ihren Dienstleistern Strukturen und Elemente, die vordergründig vorteilhaft erscheinen, aber nicht den richtigen Rahmen für den größtmöglichen Erfolg der Beziehung schaffen. Die Studie hilft diese Lücke zu verkleinern, indem Wirkmechanismen aufgezeigt und Handlungsempfehlungen zur Vertragsgestaltung gegeben werden. Prof. Jürgen Weber von der WHU:

"Unsere Studie kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Auftraggeber und Logistikdienstleister in Zukunft erfolgreicher zusammen arbeiten. Ein Ergebnis verweist zum Beispiel auf die Wahl und die Ausgestaltung von Vergütungsstrukturen in den Verträgen. Der richtige Ansatz kann sich hier sehr positiv für den Kunden, aber gleichzeitig auch für den Logistikpartner auswirken."

Viele Auftraggeber unterschätzen diesen Faktor und wählen Modelle, die nur vordergründig von Vorteil sind. Wird die Vergütung hingegen individuell an die Rahmenbedingungen der Partnerschaft angepasst, lassen sich dadurch die Leistungen der Dienstleister und somit auch der Outsourcing-Erfolg enorm steigern.

Die Globalisierung hat, wie die Ergebnisse hinsichtlich der zukünftigen Trends andeuten, große Auswirkungen auf die Logistik. Unternehmen werden immer stärker Teil globaler Supply Chains — ein globales Netz wird zur Voraussetzung, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Somit steigen nicht nur die Anforderungen an alle Logistikdienstleister, sondern auch für sie wird globale Abdeckung zunehmend wichtiger.

Dies gilt jedoch nicht für alle Unternehmen. Auch weiterhin wird ein nicht unerheblicher Markt verbleiben, der von lokalen oder nationalen Dienstleistern bedient werden kann. Diese Logistikunternehmen werden überall dort erhebliche Marktanteile behalten, wo Kunden auf lokalen Absatzmärkten operieren oder wo spezialisierte Lösungen erforderlich sind, die nicht in ein globales Netzwerk integriert sind, sondern lediglich modulartig über standardisierte Schnittstellen mit diesem verbunden sind. Entsprechend ist auch heute bei den lokal und national tätigen Anbietern von Logistikdienstleistungen der Anteil der Spezialanbieter besonders groß.

Der Logistikoutsourcingmarkt bleibt weiterhin spannend und stellt immer neue Herausforderungen an Kunden wie Dienstleister. Die richtige und an die jeweiligen Gegebenheiten angepasste Gestaltung der Vergütung kann einen Teil dazu beitragen, diese Herausforderungen zu meistern. So werden Logistikdienstleistungen ihrem Anspruch gerecht, nicht nur die Logistik zu verbessern, sondern wesentlich zum Gesamterfolg der einzelnen Unternehmen beizutragen.

Zur Studie

Die Logistikstudie "Erfolg in der Logistik: Beziehungen mit Logistikdienstleistern richtig gestalten" wurde von WHU Otto-Beisheim School of Management und DHL Exel Supply Chain, der Kontraktlogistikspezialist der Deutschen Post World Net, veröffentlicht. Mehr als 300 Unternehmen hatten sich an einer Befragung beteiligt und gaben Auskunft zu den Geschäftsbeziehungen mit ihren Logistikpartnern.

Die Studie können Sie hier kostenlos herunterladen:
"Erfolg in der Logistik: Beziehungen mit Logistikdienstleistern richtig gestalten"

[po; Quelle: DHL; Bild: Fotolia.com]

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