VisionDas tun Unternehmen 2030

Roland Berger Strategy Consultants blickt in die Zukunft. Unternehmen werden sich noch mehr globalisieren und sich auch mit direkten Wettbewerbern zusammentun. Ein weiteres wichtiges Thema: Corporate Social Responsibility.

Die größten Volkswirtschaften der Welt sind heute die USA, Japan und Deutschland. In 23 Jahren wird China die USA auf den zweiten Platz verweisen, Indien wird Rang drei belegen. Den rasanten Aufstieg Asiens begründen die überdurchschnittlichen Wachstumsraten Indiens (+272 Prozent in 23 Jahren), Chinas (+243 Prozent), Indonesiens (+199 Prozent) und anderer Staaten. Neben Asien wird sich Nordafrika zu einer zentralen Wachstumsregion entwickeln. Das Volumen des Welthandels wird ebenfalls massiv zunehmen - von derzeit 13,6 Billionen US-Dollar auf 50,5 Billionen im Jahr 2030.

Obwohl es immer mehr Menschen zu ernähren gilt und Energie aus Pflanzenmaterial zunehmend nachgefragt wird, wird die Bedeutung der Landwirtschaft insgesamt sinken. Der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird sich nicht signifikant ändern, Dienstleistungen werden fast überall zu den Wachstumstreibern zählen. Vor allem in China, Indien und anderen Boomstaaten wird der Serviceanteil rasch ansteigen.

Unternehmen im Jahr 2030

In den nächsten 23 Jahren werden sich Unternehmen weiter globalisieren. Während heute nur ein relativ kleiner Teil der großen Firmen global aufgestellt ist, werden die meisten Betriebe bis 2030 Organisation und Prozesse weitgehend flexibilisieren und globalisieren. Für den Mitarbeiter der nahen Zukunft wird es Alltag sein, in virtuellen Teams länderübergreifend zu arbeiten. Auch die Zusammenarbeit mit dem Mitbewerb, vor allem in ressourcenintensiven Bereichen wie Forschung und Entwicklung, wird zur Regel.

Die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen erfordern von den Beschäftigten Flexibilität und kontinuierliche Weiterbildung. Vor allem in Ländern wie Japan, Europa und Nordamerika, deren Gesellschaften rasch altern und deren Bevölkerungszahl schrumpft, werden Unternehmen neue Wege finden müssen, um künftige Mitarbeiter zu finden, zu entwickeln und zu halten. Der Generation 50+ kommt dabei besondere Bedeutung zu.

Um den neuen Anforderungen zu entsprechen, beginnen Unternehmen schon jetzt mit Universitäten, Schulen und Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. Randthemen wie Corporate Social Responsibility (CSR) rücken dabei zunehmend in den Mittelpunkt. Konsumenten, Investoren und Mitarbeiter werden ihre Entscheidung für oder gegen eine Firma vermehrt von deren Einstellung zu Gesellschaft und Umwelt abhängig machen.

Doch Unternehmen werden nicht nur sozialer agieren; der Druck von institutionellen Investoren wie Staatsfonds, Private-Equity-Unternehmen oder Hedge Fonds wird weiter zunehmen. Vollständig unabhängige Firmen werden in den kommenden 23 Jahren seltener. Das Top-Management wird daher künftig nicht nur den Unternehmenserfolg berücksichtigen, sondern auch vermehrt darauf hinarbeiten, die Unabhängigkeit der Firma zu erhalten.

dw; Quelle: presseportal; Bild: pixelio

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