Wann eine Stellenanzeige nicht gegen das AGG verstößt

Drei Formulierungen, mit denen Sie als Arbeitgeber in Stellenanzeigen nicht diskriminieren.

Bezeichnung als „Junior-Consultant” oder „Berufseinsteiger”

Die Bezeichnungen „Junior-Consultant” oder „Berufseinsteiger” in einer Stellenanzeige stellen nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts (LAG) Baden-Württemberg keine unzulässige Altersdiskriminierung dar. Abgelehnten älteren Bewerbern steht daher keine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zu.

Dies begründet das LAG damit , dass die Begriffe „Berufseinsteiger” und „Junior-Consultant” in Bezug auf die betriebliche Stellung altersneutral sind und beispielsweise auch auf Absolventen mit vorgerücktem Alter zutreffen können.

Urteil des LAG Baden Württemberg vom 19.11.2015
6 Sa 68/14
AA 2016, 36
ZIP 2016, 288

Anforderung „hohe Kommunikationsfähigkeit in deutscher Sprache”

Eine Stellenanzeige eines Callcenters, in dem telefonische Anfragen von EDV-Nutzern bearbeitet werden, mit der Anforderung „hohe Kommunikationsfähigkeit in deutscher Sprache” stellt nach Auffassung des LAG Frankfurt keine unzulässige Diskriminierung ausländischer Bewerber nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dar.

Für das LAG setzt ein „hoher Grad an Kommunikationsfähigkeit” zwar voraus, dass der Kommunizierende die betreffende Sprache gut beherrscht. Perfekte oder muttersprachliche Sprachkenntnisse sind hierfür jedoch nicht Voraussetzung. Auch kann eine Person, der gelegentliche Grammatikfehler unterlaufen, gleichwohl über eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit in der betreffenden Sprache verfügen und bei der Stellenbesetzung berücksichtigt werden.

Urteil des LAG Frankfurt vom 12.06.2015
14 Sa 1075/14
jurisPR-ArbR 7/2016 Anm. 5

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