Weil ich dick binWas tun gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz

Dicke Menschen werden im Job häufig diskriminiert. Was tun bei Mobbing durch Kollegen oder wenn die Leistungen nicht anerkannt werden?

Ein Witz über dicke Menschen im Pausenraum oder das Ignorieren der geäußerten Meinung in Meetings: Viele dicke Menschen erleben diese und andere Formen der Diskriminierung im Job. Wenn Sie selbst betroffen sind, probieren Sie die folgenden Tipps, um die Lage zu meistern.

Diskriminierende Situation beschreiben

Machen Sie sich zunächst klar, in welchen Situationen Sie sich diskriminiert fühlen. Sind es „Dickenwitze“, die im Vorbeigehen ausgesprochen werden? Oder geschieht die Diskriminierung durch Vorgesetzte? Haben Sie das Gefühl, Sie werden nachteilig behandelt? Wurden Sie beispielsweise bei Gehaltserhöhungen übergangen oder werden Ihnen bei gleicher Qualifikation nur die langweiligen Projekte übertragen – Ihren Kollegen jedoch die spannenden Aufgaben? Gehen Sie in sich und listen Sie alle Situationen auf, in denen Sie sich im Job nachteilig behandelt fühlen.

Auf Anspielungen der Kollegen richtig reagieren

Oft werden dicke Menschen mit der Eigenschaft „lustig“ assoziiert. Sie sollen Spaß verstehen und immer gut drauf sein. Wenn Sie eine Aussage verletzt, sprechen Sie es aus, anstatt gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Machen Sie der Person auf sachlicher Ebene klar, dass Sie einen Witz über Dicke nicht lustig finden und dass Sie sich solche Äußerungen in Zukunft verbitten. Bleiben Sie sachlich und lassen Sie sich nicht aufregen. Wichtig ist, dass Sie zeigen, dass Sie das Verhalten nicht hinnehmen. Wie Sie richtig reagieren:

  • Machen Sie deutlich, dass das Gesagte Sie verletzt und nicht akzeptabel ist
  • Bleiben Sie auf jeden Fall sachlich und bestimmt
  • Spielen Sie nicht den „Stereotypen“ zu

Vorgesetzte einbeziehen

Sollte sich das Verhalten der Kollegen nach einem Gespräch nicht ändern, gehen Sie in die nächste Runde. Beziehen Sie Ihren Vorgesetzten mit ein. Dabei müssen Sie keine Namen nennen. Es genügt der ausdrückliche Hinweis, dass Sie aufgrund Ihres Aussehens gemobbt werden. Ihr Vorgesetzter sollte die Beschwerde ernst nehmen, denn Mobbing am Arbeitsplatz führt langfristig zu psychischen Beschwerden. Es ist also im Interesse Ihres Arbeitgebers, Sie zu unterstützen und das diskriminierende Verhalten der Kollegen zu unterbinden.

Benachteiligung bei der Karriere

Dicken Menschen wird oft nachgesagt, sie wären faul, bequem und können sich nicht durchsetzen. Besonders im Arbeitsleben werden sehr verantwortungsvolle Positionen seltener an dicke Arbeitnehmer gegeben, obwohl sie die gleiche Eignung haben wie andere Kollegen. Wenn Sie bei Beförderungsrunden das Gefühl haben, übergangen zu werden, sprechen Sie es an. Vergleichen Sie sich jedoch nicht mit Kollegin Müller oder dem Kollegen Meier, das allein ist keine valide Verhandlungsgrundlage. Nennen Sie alle Gründe, die für Sie sprechen.

  • Zählen Sie Ihre Kenntnisse, Abschlüsse und Zertifikate auf.
  • Mit abgeschlossenen Projekten, auch internen, belegen Sie Ihre Fähigkeiten, zum Beispiel Projektmanagement-Skills.
  • Welche Weiterbildungen haben Sie absolviert?
  • Denken Sie auch an Ihre Stärken, die in Ihrer jetzigen Tätigkeit nicht zum Einsatz kommen.
  • Zeigen Sie, wie Sie diese Stärken in der gewünschten Position gewinnbringend für das Unternehmen einsetzen würden.
  • Machen Sie klar, dass eine berufliche Stagnation Sie demotiviert.
  • Zeigen Sie einen konkreten Lösungsvorschlag für den nächsten Karriereschritt.

Vereinbaren Sie mit Ihrem Vorgesetzten realistische, messbare Ziele, die Sie in sechs Monaten oder in einem Jahr erreichen möchten, und die anschließende Beförderung zur Wunschstelle, wenn diese Ziele erreicht wurden. Vereinbaren Sie einen Folgetermin und verweisen Sie auf die erreichten Ziele. Wenn Ihrem Vorgesetzten Ihre Motivation wichtig ist, wird er Ihre Leistung anerkennen. Sollte dies nicht geschehen, überlegen Sie sich, ob Sie hier langfristig glücklich sein werden.

Fazit

Dicke Menschen werden im Arbeitsleben diskriminiert. Sie haben jedoch die Wahl, wie Sie damit umgehen. Machen Sie Ihren Standpunkt sachlich klar. Versuchen Sie nicht, das Problem allein zu lösen – Diskriminierung und Mobbing sind ernsthafte Angelegenheiten, die der Arbeitgeber nicht ignorieren sollte. Zeigen und untermauern Sie Ihre Stärken und fordern Sie entsprechende Gegenleistungen ein (Beförderungen, Gehaltserhöhungen). Geht man auf Ihre sachlichen Forderungen nicht ein, überlegen Sie sich, ob Sie in dieser Arbeitsumgebung bleiben möchten, oder ob Sie Ihre Stärken nicht besser in einem anderen Unternehmen einbringen wollen.

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