WettbewerbDezentral organisierte Firmen haben die Nase vorn

Wenn Unternehmen sich dezentral aufstellen, können sie schneller auf neue Herausforderungen reagieren und Strategien flexibler anpassen. Ein weiteres Plus: Durch die Art der Organisation verschaffen sie sich im globalen Markt Wettbewerbsvorteile.

Erfolgreiche Unternehmen erkennen frühzeitig Veränderungen in ihrem Umfeld und passen ihre Strategien flexibel an. Zudem können sich dezentral organisierte Firmen besser auf neue Herausforderungen einstellen. Dies zeigt eine Untersuchung von Roland Berger Strategy Consultants, die 1.700 Unternehmen in Europa, den USA und Japan im Zeitraum 1991 bis 2005 untersucht haben. Die Führung von Unternehmen ist in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Gründe dafür liegen in den sich stark wandelnden globalen Wirtschaftsbeziehungen, einer Verschiebung der Gewichte in der Weltwirtschaft, beispielsweise durch China und Indien, und dem härteren Wettbewerb um Rohstoffe. Zudem spielen der Klimawandel sowie die weltpolitische Lage eine wichtige Rolle.

Dezentrale Unternehmen können besser auf neue Herausforderungen reagieren

Diese zunehmende Komplexität beeinflusst auch die Unternehmensstrategie. Damit Unternehmen erfolgreich sind, müssen sie Veränderungen in ihrem Umfeld frühzeitig erkennen und Unternehmensstrategien flexibler an wechselnde Bedingungen anpassen. Die traditionellen Zeiträume für eine Strategieplanung, von sieben bis zehn Jahren, sind überholt. Es gilt etwa, stärker in strategischen Szenarien zu denken. Unternehmen müssen Alternativen erarbeiten, um veraltete Strategien abzulösen.

Um diese strategischen Anforderungen umzusetzen, müssen sich Unternehmen dezentraler aufstellen. Dezentrale Organisationen kennen ihr Umfeld - beispielsweise Kunden und Lieferanten - besser als zentrale. Zudem sind dezentral aufgestellte Firmen meist innovativer, da sie ihren Mitarbeitern mehr individuelle Freiheiten einräumen und sie besser bei der Entwicklung eigener Ideen unterstützen können. Eine Untersuchung von Unternehmen der Investitionsgüterindustrie zeigt, dass 47 Prozent der erfolgreichen Firmen regelmäßig ihre Produkte auf den Prüfstand stellen, von den weniger erfolgreichen sind es nur 28 Prozent.

Erfolgreiche Firmen erzielen 27 Prozent ihres Umsatzes mit neuen, innovativen Produkten, während diese Kennzahl bei den weniger erfolgreichen Unternehmen nur 18 Prozent beträgt. Auch in Punkto Standardisierung erreichen erfolgreiche Unternehmen einen höheren Anteil als weniger erfolgreiche Firmen. 59 Prozent der erfolgreichen Unternehmen haben die Zahl der Lieferanten reduziert, im Gegensatz zu 45 Prozent der weniger erfolgreichen.

Erfolgreiche Firmen müssen sich Veränderungen stellen

Damit führende Unternehmen ihre Position behalten oder ausbauen können, müssen sie sich ständig Veränderungen in ihrem Umfeld stellen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie vom Markt verschwinden. So zeigt beispielsweise ein Vergleich der Forbes 100-Listen aus den Jahren 1917 und 1987, dass 61 von 100 Unternehmen im Jahr 1987 nicht mehr existierten. Von den übrigen 39 schafften es 1987 nur noch 18 auf die Forbes-Liste.

Ähnlich verhält es sich mit einem Vergleich des S&P 500-Index. Von den ursprünglich 500 gelisteten Unternehmen im Jahr 1957 waren 1997 nur noch 74 Firmen vertreten. Darüber hinaus konnte nur ein Viertel der 1.700 untersuchten Unternehmen von 1991 bis 2005 in den Triade-Märkten Umsatz und Gewinn überdurchschnittlich steigern.

dw; Quelle: presseportal; Bild: fotolia

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