Wissensarbeiter und HR

Hoch qualifizierte Fachkräfte brauchen Freiräume und flexible Arbeitszeiten. Doch viele Firmen hinken da noch hinterher, wie eine Studie jetzt feststellt.

74 Prozent der befragten Wissensarbeiter sehen ihren Job nicht mehr an feste Regeln und entlang fest definierter Unternehmensprozesse gebunden. Sie beanspruchen vielmehr hohe Gestaltungsfreiräume und flexible Arbeitszeitmodelle. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld“ des Personaldienstleisters Hays in Zusammenarbeit mit dem Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) und der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement. 

Wenig Unterstützung bei Vernetzung und Work-Life-Integration

Zwar werden Wissensarbeiter laut ihrer Einschätzung in hohem Maße als Experte wertgeschätzt, doch meint die Hälfte der Befragten, in ihrem Unternehmen nicht besonders gefördert zu werden. Dies betrifft auch den fachlichen Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg. In puncto Vernetzung steht bei den Wissensarbeitern nach wie vor der persönliche Austausch auf Fachkonferenzen und Messen im Vordergrund, so ein weiteres Ergebnis der Studie. 

Entgegen vieler Verlautbarungen der Firmen, sich um die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter zu kümmern, zeigt die Realität ein anderes Bild. Über 90 Prozent der Wissensarbeiter wünschen sich dies, aber nur eine Minderheit von 29 Prozent kann dies heute vollständig realisieren. 

Fast alle Wissensarbeiter stufen ihr Know-how als strategische Ressource für ihr Unternehmen ein. Ihre Selbstsicherheit zeigt sich auch darin, dass rund Dreiviertel von ihnen meinen, nur schwer durch andere ersetzbar zu sein. Wenn sie ihre Ansprüche nicht einlösen können, sind sie hoch mobil: Mehr als die Hälfte ist dann bereit, das Unternehmen zu wechseln, um sich weiterentwickeln zu können. 40 Prozent der Wissensarbeiter spielen mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen.   

Bessere Ergebnisse mit externen Wissensarbeitern

Als technische Werkzeuge zur Steigerung ihrer Produktivität setzen die meisten Wissensarbeiter noch bevorzugt auf Datenbanken. Dagegen stehen soziale Medien nicht so hoch im Kurs. Zudem sehen zwei Drittel der Befragten die regelmäßige Zusammenarbeit mit freiberuflichen Wissensarbeitern als produktivitätssteigernd an – vor allem, um sich neues Wissen anzueignen. Gabriele Vollmar, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement, kommentiert die Ergebnisse: „Die Bedeutung von Wissensarbeit für einen Hochlohn- und Innovationsstandort wie Deutschland ist mittlerweile unumstritten. Doch noch immer haben viele Unternehmen die sich daraus ergebenden notwendigen Konsequenzen nicht gezogen, um wertvolle Wissensarbeiter zu gewinnen, zu halten und zu fördern.“ 

Quelle: Hays AG

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