WissensmanagementWissensarbeiter wollen raus aus der Routine

Wissen ist die strategische Ressource der Zukunft. Doch über die konkrete Ausgestaltung von Wissensarbeit sind sich Führungskräfte und Mitarbeiter keinesfalls einig.

Wissensarbeit hat für Unternehmen einen strategischen Stellenwert und wird auch entsprechend umgesetzt. Zu diesem Befund gelangt die Mehrheit der fest angestellten Wissensarbeiter und ihre Führungskräfte in der Studie „Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld“ des Personaldienstleisters Hays in Zusammenarbeit mit Pierre Audoin Consultants (PAC) und der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement. Getrübt wird dieses Bild jedoch nach Angaben der Studienautoren dadurch, dass für die Hälfte aller Befragten die Wissensarbeit stark von Routineaufgaben überlagert wird. Für die Studie wurden insgesamt 309 Festangestellte, 272 Freiberufler sowie 432 Führungskräfte aus deutschen Unternehmen befragt.

Vorgesetzte halten an festen Regeln und Prozessen fest

An der hohen Bedeutung von Wissen als strategischer Größe lassen danach alle Befragten ungeachtet ihrer Position keinen Zweifel. Der tägliche Umgang mit dieser Ressource sehe jedoch anders aus: Je näher ein Befragter am Tagesgeschäft ist, desto kritischer falle sein Urteil zum Umgang seines Unternehmens mit Wissen aus. So sehen 21 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer ihr Wissensmanagement als verbesserungswürdig an, unter den Team- und Abteilungsleitern sind es bereits 38 Prozent.

Am deutlichsten treten die unterschiedlichen Ansichten zur Ausgestaltung der Wissensarbeit bei der Frage nach dem eigentlichen Arbeitsinhalt zutage. Während 55 Prozent aller Wissensarbeiter angeben, sie müssten noch zu viele Routineaufgaben erledigen, sehen das nur 25 Prozent ihrer Vorgesetzten so. 83 Prozent von ihnen glauben sogar, ihre Wissensarbeiter seien weitgehend von Routinetätigkeiten und bürokratischen Hürden entlastet. Andererseits sprechen sich knapp 40 Prozent immer noch für das Einhalten fester Regeln und Prozesse aus. Genau das wollen aber 79 Prozent der Wissensarbeiter nicht: Weniger dokumentieren und protokollieren lautet ihre Devise.

Dissens bei der Einschätzung von Arbeitsbedingungen

Die Ansichten von Chef und Mitarbeiter driften laut den Autoren der Studie nicht nur hinsichtlich der Tätigkeiten auseinander. Die Umfrage zeige auch, dass beide Seiten unterschiedliche Meinungen zu den Arbeitsbedingungen haben. Demnach sehen 97 Prozent der Führungskräfte flexible Arbeitsformen für ihre Wissensarbeiter als gegeben an. Tatsächlich aber sehen nur 63 Prozent der befragten Fachkräfte die freie Wahl von Ort und Zeit als bislang realisiert an.

„Führungskräfte denken zwar oft in Richtung Netzökonomie, aber konkret handeln sie noch nach den Mustern der Industriegesellschaft. Um Wissensarbeiter langfristig zu binden, gilt es daher, schleunigst Taten folgen zu lassen,“ sagt Christoph Niewerth, Vorstandsmitglied der Hays AG in der entsprechenden Presseinformation zur Studie.

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