ZielgruppeSpielefans sind eine spannende und potente Community

Internet- und Multimedia-Dienstleister steigerten im letzten Jahr ihre Umsätze um rund elf Prozent. Der Markt der Computer- und Videospiele generiert weltweit mehr Umsatz als die Filmindustrie. Für Marketingentscheider ergeben sich dadurch wertvolle Handlungshinweise.

Gastbeitrag von Claudia Nimmesgern, Hamburg *

In den Tagesthemen hören wir vom Onlinegame World of Warcraft oder der Gamesmesse „E3“ in Los Angeles. Auf der Kinoleinwand flimmert Werbung für Videospiele. Und auf Ebay handeln Zocker mit virtuellen Gegenständen aus Onlinerollenspielen - für einige hundert Dollar wechseln virtuelle Dinge wie Charaktere oder Schwerter die Besitzer. All dies illustiert: Computer- und Videospiele sind mittlerweile vollständig in unsere Populärkultur integriert.

Aktuellen Studien zufolge macht die Spielebranche weltweit mehr Umsatz als die Filmindustrie. Insbesondere Online-Rollenspiele boomen: Tausende von Spielern treffen sich in detailgetreuen 3D-Welten, entwickeln ihr virtuelles Umfeld gemeinsam weiter und erleben im Team fantastische Abenteuer. Im letzten Jahr stiegen die Veröffentlichungen von Online-Rollenspielen sprunghaft an. Hintergrund für diesen boomenden Markt liegt sicherlich auch in der stetig wachsenden Zahl von Haushalten mit Breitband-Interntanschluss. Darüber hinaus steigen aufgrund der regen Kommunikation und den Anforderungen an strategisches Denken überdurchschnittlich viele Frauen und reifere Menschen bei Onlinegames ein, was dieser Art von Spiel eine ausgedehntere Käuferschar beschert als zum Beispiel Actiongames und Egoshooter.

Da mehr und mehr Menschen spielen, tritt diese Gruppe aus dem Nischendasein des „Hardcore-Zockers“ heraus und reiht sich ein in den Reigen einer konsumfreudigen, oft gadgetverliebten Zielgruppe. Werbetreibende entdecken Spieler als Zielgruppe für ihre Ansprache. Doch wie wollen Branchenferne die Zocker zum Kauf verlocken? Welche Kanäle sollten besonders bedacht werden, Fernsehen, Radio, Print oder Online?

Neben den Games zeichnet sich deutlich ein weiterer Markt-Gewinner ab: Internet- und Multimedia-Dienstleister. Sie steigerten im letzten Jahr ihre Umsätze um rund elf Prozent. Das geht aus einem Langzeitvergleich der Ergebnisse des New Media Service Rankings hervor. Nielsen Media Research zufolge wuchs der Online-Werbemarkt im ersten Quartal 2005 um 17,1 Prozent auf 78 Millionen Euro. Die positive Tendenz von 2004 wurde somit fortgesetzt.

Kommunikative Bedeutung des Internets nimmt weiter zu: Studie der Internetseite „Spieletipps.de“

Die Internetseite Spieletipps.de führte jüngst eine Studie zum Userverhalten durch, was für Entscheider aus dem Bereich Marketing wichtige Hinweise liefern kann. Auf der Seite Spieletipps.de finden Surfer News über Games und veröffentlichte Tipps, Tricks und Cheats (also Lösungswege). Die Zugriffsraten belaufen sich auf knapp 1.800.000 Visits monatlich und katapultieren Spieletipps damit in die Riege der weitreichenstärksten Gamesseiten im Internet.

Lieblingsmedium Internet

In der Studie erklärten User der Seite Spieletipps.de fast alle das Internet zum einflussreichen Informationsmedium. In ihrer Umfrage fanden die Betreiber heraus, dass sich bereits ein Viertel der befragten Spieler ausschließlich im Internet über ihre Leidenschaft informiert. Das Fernsehen spielt als Informationsmedium in der Spielergemeinde keine bedeutende Rolle. Interessantestes Ergebnis: Der überwiegende Teil der Spieler hat sich schon entschieden, bevor er im Laden kauft. Nur 19 Prozent informieren sich noch am Point of Sale. Maßgeblichen Einfluss auf die Meinungsbildung üben immer häufiger die Plattformen im Internet aus.

Videospieler stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten

Spieletipps versammelt nicht nur Hardcore-Zocker von Actionspielen, sondern auch einen hohen Anteil Abenteurer und Strategen. Fast alle befragten Nutzer

spielen mit Maus und Tastatur (97 Prozent). Daneben greift ein hoher Anteil zur Konsole oder auch mal zum mobilen Endgerät. Playstation 2 (50 Prozent) und Gameboy (37 Prozent) sind hier immer noch die Favoriten. Die Fangemeinde des Spieletipps-Portals setzt sich aus einem Drittel Gelegenheitsspieler und zwei Dritteln engagierter Gamer zusammen. Über 40 Prozent der Teilnehmer sehen sich als echte Computerfreaks; insgesamt 80 Prozent der User können als sehr computeraffin gelten. Je ein Drittel der Teilnehmer misst sich häufig oder zumindest gelegentlich in Multiplayergames mit realen Gegnern.

Auch 30jährige sind verspielt

Neben dem hohen Anteil jüngerer Spieler bevölkert mit einem Anteil von 16 Prozent auch eine beträchtliche Anzahl reiferer Spieler über 30 das Spieletipps-Portal, davon überschreiten 7 Prozent sogar die 40. Die Hälfte der Spieletipps-User geht noch zur Schule, ein Drittel steht als Angestellter oder Selbstständiger im Berufsleben, der Rest studiert. Die Frage nach der Schulbildung zeigt eine relativ gleichmäßige Verteilung der Gamer über alle Schichten. Bei 40 Prozent Abiturienten (bei Online-Rollenspielen liegt der Durchschnitt noch höher) kann man Videospieler nun wohl nicht mehr als stumpfe Abhänger bezeichnen.

Immer auf dem neuesten Stand

Spieletipps-Nutzer wirken in ihrem Freundeskreis als Meinungsbildner, wenn es um Games geht. So werden 87 Prozent von ihren Freunden zu ihrer Leidenschaft um Rat gefragt. Und die Onliner auf Spieletipps.de sind eine kauffreudige Gruppierung: Knapp 60 Prozent der Nutzer erwerben innerhalb zweier Monate ein oder mehrere Spiele. Viele kaufen mit Vorliebe auf Online-Marktplätzen wie amazon. Ein großer Anteil besucht für Technik und Entertainment weiterhin den Discounter um die Ecke (65 Prozent) oder den Fachmarkt des Vertrauens (52 Prozent). Zwei Drittel der Spieletipps-User sind mit ihren Kaufentscheidungen gerne trendy.

Zum Abschluss noch einige Fragen, die sich weniger gamesaffine Leser vielleicht stellen:

Wie bilden sich Communities?

Communities sind meist das Ergebnis eines Hypes um ein bereits erhältliches Vorgängerspiel. Einmal im Netz, intensivieren Communities wiederum just diesen Hype. Sie entwickeln sich zunächst auf der offiziellen Homepage eines Spiels. Im Forum tauschen sich Spieler über ihre Erfahrungen aus, berichten von Problemen und Lösungen, lesen Expertenmeinungen und Entwicklerinterview, freuen sich über reichhaltiges Bildmaterial oder Trailer und testen eine Demoversion an. Auch Lanparties mit einer für viele Teilnehmer spielbaren Demoversion schüren die Vorfreude. Bei großer Beachtung bauen User häufig aktiv eigene Foren und Fanseiten auf.

Wie finde ich ein Game im Netz?

Interessierte recherchieren einfach im Netz nach dem Game und stoßen dann automatisch sowohl auf Spieleportale im Internet, auf Fanseiten, offizielle Homepages zum Spiel als auch zu einzelnen Foren.

Wo stehen Zugriffsdaten der Gamesseiten?

Um sich über Zugriffsraten zu informieren, gibt die IVW, die „Informationsgesellschaft zur Feststellung von Verbreitung von Werbeträgern“ objektive Antwort: Ein Großteil der zugriffsstarken Seiten lässt sich, wie zum auch Spieletipps.de, von der IVW-Listung betrachten. Für den Entscheider eines Unternehmens beruhigend, denn ohne große Recherchen weiß er, dass die Zahlen unabhängig geprüft und nicht allzu großzügig angegeben wurden. Darüber hinaus beantworten die Seitenbetreiber selbst gerne Fragen, Kontaktadressen stehen entweder unter einem Extrapunkt oder im dem Impressum, zu dem jede Page verpflichtet ist.

Welche Onlinewerbung zieht?

Wie auch bei Printwerbung geht der Trend hin zu witziger, charmanter Werbung. Popups, die sich nur schwer wegklicken lassen oder den „Schließen“-Knopf im Verborgenen halten, rufen eher Zorn hervor als eine kauffördernde Wirkung auszuüben. Schöne Header-Desings, intelligente Platzierungen, Banner mit Mehrwert (zum Beispiel integriertem Gewinnspiel) hingegen kommen gut an.

Kontakt
Claudia Nimmesgern

Borgmeier Media Communication
Public Relations
Rothenbaumchaussee 5
20148 Hamburg

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