ZukunftsaussichtenDie wichtigsten Themen für das Management

Die wichtigsten Herausforderungen der Zukunft für Unternehmen sind: Kundenausrichtung, Konzentration auf Alleinstellungsmerkmale und Qualität. Weiterhin müssen Manager Veränderungen als Prozesse verstehen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Zukunftsstudie von SCOPAR.

Für das Management in Unternehmen empfiehlt die SCOPAR-Studie, drei Themen ins Zentrum des Handelns zu stellen

  1. die Kunden und deren Nutzen,
  2. die eigenen Kompetenzen und
  3. den Aufbau von Fähigkeiten, Veränderungen erfolgreich umzusetzen.

Insbesondere das letzte Thema verwundert, gleichwohl es auf der Hand liegt. Betrachtet man die permanenten Restrukturierungen, Neuorganisationen und Neuausrichtungen und den oft ausbleibenden Erfolg, so wird klar, dass es das eine ist, die richtigen Veränderungen anzustoßen, das andere aber, die angestrebten Veränderungen im Unternehmen zu etablieren.

Gerade unter Berücksichtigung der angespannten wirtschaftlichen Situation und deren Gründe, so wird klar, dass Unternehmen – nicht nur der Finanz- und der Immobilienbranche – ihre Produkte, ihre Dienstleistungen, ihr Handeln, ihre Organisation in erster Linie auf den eigenen Nutzen, auf den eigenen Profit ausgerichtet haben. Dieser Bumerang kommt nun zurück und es gilt, schnell zu reagieren. Die zwei Themen an Platz 1 und Platz 2 der SCOPAR-Studie zeigen mögliche Wege auf.

Den Kunden wieder in den Mittelpunkt stellen 

Doch wie stellt man den Kunden in den Mittelpunkt? Indem man analysiert,

  • was der Kunde braucht,
  • wo die Kunden der Schuh drückt,
  • welches die Ziele der Kunden sind
  • und wie man sie bei der Zielerreichung unterstützen kann.

Nur so kann man dem Kunden Nutzen bringen und wird als ernster Geschäftspartner wahrgenommen, zu dem man auch in schweren Zeiten steht. Entscheidend dabei ist jedoch, sämtliche Unternehmensbereiche auf den Kunden und dessen Nutzen auszurichten. Im Zentrum stehen dabei natürlich die Produkte und Services, die man für den Kunden erbringt. Diese müssen – in Abstimmung mit den Kunden – auf den Kunden zugeschnitten werden, müssen den Kunden unterstützen, ihn erfolgreicher machen und ihm bei der Lösung seiner Probleme helfen. Hier ist auch der Vertrieb gefordert, nicht nur zu verkaufen und die eigenen Produkte dem Kunden aufzudrücken, sondern zu spüren, zu fragen, zu verifizieren, was der Kunden benötigt.

Basierend auf diesem Feedback kann und muss ein Unternehmen seine Produkte und Services ausrichten – idealerweise, gemeinsam mit den eigenen Lieferanten. Wenn es nun dem Marketing und dem Vertrieb gelingt, diese Kundenfokussierung glaubhaft beim Kunden zu platzieren, ist ein wesentlicher Schritt getan. Doch wie kann sich ein Unternehmen am Kundennutzen orientieren, wenn es bislang alles „mitgenommen hat“, was Umsatz gebracht hat, was hipp war? Back to the roots – zurück zu den (deutschen) Tugenden ist die klare Antwort.

Konzentration auf die Alleinstellungsmerkmale

Dies ist der zweite entscheidene Punkt, den Unternehmenslenker berücksichtigen müssen: Fokussierung auf die Kernkompetenzen, Ausbau der Alleinstellungsmerkmale, Forcierung von Innovation und eine Produkt- und Service-Qualität, die das Siegel „made in Germany“ wieder verdient. Glaubhaft kann man das Vertrauen von Kunden nur gewinnen und behalten, wenn man die Kundenausrichtung mit Kompetenzen und USPs (Unique Selling Propositions) untermauert und die Produkte und Dienstleistungen den Qualitätsvorstellungen der Kunden entsprechen.

Wer sich erfolgreich vom Wettbewerb abheben will, sollte dem Kunden einen Nutzen bieten, mit dem er nicht rechnet, der aber dessen Position stärkt. Dies ist über ein permanentes Streben nach Innovationen im Unternehmen zu erzielen. Dabei können sowohl neue Konzepte wie „Open Innovation“ (hier werden Kunden und Lieferanten zum Mit-Innovator) zum Tragen kommen, als auch herkömmliche Methoden zur Erarbeitung von Innovationen oder Innovation-Hunting. Das interessante beim Innovation-Hunting ist, dass das vorhandene Potenzial im Unternehmen genutzt wird und so die Effizienz des Innovationsprozesses massiv gesteigert wird.

Mit Veränderungen richtig umgehen

Diese Neuorientierung erfordert ein Umdenken. Ein Umdenken, welches sich in den Unternehmen einpflanzen muss, Veränderungen, die von allen Ebenen und allen Bereichen im Unternehmen gefordert und gelebt werden müssen. Change Management ist gefragt und gerade in immer schnelleren Zeiten, in denen Flexibilität auch ein USP sein kann, muss ein Veränderungsmanagement in der Unternehmenskultur verankert sein. Zu oft werden Veränderungen immer noch am grünen Tisch entwickelt und per neuem Organigramm oder Arbeitsanweisung kommuniziert – der Misserfolg ist vorprogrammiert, Veränderungen werden nicht gelebt, ja sogar blockiert. Wen wundert es, geht es bei Veränderungen doch immer um Menschen und diese haben Wünsche und Ängste.

Hinzu kommt der vierte Punkt der SCOPAR-Studie, die enorme und stets wachsende Informationsflut. Zu unterscheiden, was wichtig und unwichtig ist, erfordert Konzentration und Kraft. Werden Veränderungen also nicht partizipativ erarbeitet und frühzeitig kommuniziert, gehen sie schnell unter oder werden ignoriert. Unternehmen sollten es ihren Mitarbeitern also erleichtern, sich in der wachsenden Informationsflut zurecht zu finden.

Beständige Werte geben Sicherheit

Und wo wir gerade von Menschen sprechen, Menschen haben Wertvorstellungen und richten ihr Leben danach aus. Passen diese nicht zu den Werten des Unternehmens, können Probleme entstehen. Werte dürfen sich nicht quartalsweise ändern und müssen im Unternehmen verankert sein. Gute Fach- und Führungskräfte schauen sich den möglichen Arbeitgeber sehr genau an, bevor sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben und nur die Unternehmen werden erfolgreich sein, die sich auf gute Mitarbeiter stützen können.

Mit den Unternehmenswerten geht die Nachhaltigkeit der Unternehmenspolitik einher. Wohin kurzfristiges Profitstreben führt, zeigt die aktuelle Wirtschaftssituation. Mitarbeiter und Kunden wollen vertrauen und vertrauen kann man nur dem, der auch morgen noch zu seinem Wort steht, der auch morgen noch „liefert“, der in die Zukunft investiert und für den Nachhaltigkeit kein Marketinggag ist.

Das Qualitätsmanagement spielt eine wichtige Rolle

Ergänzend zeigt die Studie, dass es wichtig ist, die richtigen Ziele zu wählen, diese effizient anzustreben und konsequent umzusetzen. Die Fahne nach dem Wind wehen lassen, leere Versprechen, sich mit sich selbst beschäftigen und Stagnation kann sich kein Unternehmen mehr erlauben. Eine kontinuierliche Verbesserung wird gefordert und dazu dient auch ein konsequentes Prozessmanagement und -controlling. Die Transformation vom Produzenten zum Lösungsanbieter und Partner, sowie die zunehmende Virtualisierung der Arbeitswelten (Collaboration) unterstützen den Veränderungsprozess.

Dabei ist es auch wichtig im Sinne eines Intellectual Property Management, die USPs durch geeignete Patentstrategien und ein geeignetes Patentmanagement zu schützen und ggf. die Sourcing-Strategien (Right-Sourcing) zu überdenken. Die genanten Punkte erfolgreich umzusetzen, wird durch ein ganzheitliches Denken und Handeln ermöglicht, was durch eine Verzahnung des nicht-operativen mit dem operativen Business (insb. HR- und IT als Business Partner) unterstützt wird.

Zur Studie:

In der Expertenbefragung der Unternehmensberatung SCOPAR - Scientific Consulting Partners wurden über 50 Wissenschaftler, Berater und Entscheider zu den Herausforderungen für deutsche Unternehmen in den nächsten 3 Jahren befragt.

[po; Quelle: Scopar; Bild: Fotolia.com]

Dazu im Management-Handbuch

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