FachbeitragArbeitswelt 4.0: Diese 4 K-Kompetenzen sollten Sie kennen

Eine digitalisierte und automatisierte Arbeitswelt stellt neue Anforderungen an jeden von uns. Und sie verlangt neue Kompetenzen. Diese 4 K-Kompetenzen sollten Sie kennen.
  1. Kooperation und Kollaboration
    Moderne Gesellschaften sind komplex und schnelllebig. Sie stehen vor Herausforderungen, die nur noch kollektiv gelöst werden können. In der Konsequenz bedeutet das die resolute Hinwendung zu Kooperation und Kollaboration. Wissen und Erfahrungen müssen in den Unternehmen so aufbereitet werden, dass sie für die gesamte Belegschaft nutzbar und Produktivitätsverluste vermieden werden. Kooperationsfähigkeit und das Teilen von Wissen und Erfahrungen gehören zu den elementaren Produktivitätstreibern der Zukunft. Gruppenproduktivität ist wichtiger als gute Einzelleistungen, denn viele Herausforderungen von morgen sind nur durch kollektive Denk-, Kreativ- und Innovationsprozesse zu bewältigen. „Wachstum durch Kooperation“ lautet daher die Losung der Zukunft. Teams, Projektgruppen, Arbeitsgemeinschaften oder Communities, real oder virtuell, formen zukünftig gemeinsam bessere Chancen und Perspektiven. Geteiltes Wissen führt zu systemischer Reife und Erkenntnis auf allen Seiten. Dadurch wird Transformation möglich. Wissens-, Erfahrungs- und Kompetenznetze entstehen, die bei effektiver Nutzung die Effizienz und Produktivität steigern.

  2. Koevolution
    Um entwicklungstechnisch Schritt halten zu können, müssen wir uns ständig anpassen. Koevolution, die gemeinsame wechselseitige Beeinflussung, wird daher relevant, wenn es um die Handhabung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Probleme und Veränderungen geht. Koevolution ist für unsere individuellen Lern-, Entwicklungs- und Veränderungsprozesse entscheidend. Indem wir uns nämlich auf freiwilliger Basis mit anderen verbinden und austauschen, wird Wachstum möglich. Koevolution verdeutlicht die Förderung gemeinsamer Verständigung durch Lernprozesse – eine elementare Grundlage für erfolgreiche Kooperationen und für den produktiven Umgang mit Wissen in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Dieses neue Verständnis von „Knowledge-Sharing“ kann aber erst dann wirklich funktionieren, wenn wir gelernt und begriffen haben, dass Bildung und der Zugewinn von Wissen nicht mehr nur der Stabilisierung eines individuellen Status Quo (zum Beispiel dem Erhalt eines Arbeitsplatzes, der eigenen Wettbewerbsfähigkeit oder dem unternehmerischen Wettbewerbsvorteil) dient, sondern gleichzeitig auch evolutionären, zukunftssichernden Charakter für andere Menschen und Unternehmen hat.

  3. Kreativität
    Der Mensch ist und bleibt die einzige Quelle von Innovation und Fortschritt. Kreativität ist daher eine elementare Kernkompetenz, die zunehmend stärker gefordert wird. Die Forschung unterscheidet mittlerweile zwischen sogenannter „Alltagskreativität“ („everyday creativity“ oder auch „little c“) und bahnbrechenden, schöpferischen Leistungen („Big C“). Letz­tere kennen wir alle. Diese Form der schöpferischen Leistung ist jedoch – verglichen mit der „Alltagskreativität“ – eher selten. „Alltagskreativität“ klingt leicht abwertend und so, als ob sie lediglich eine kleine Spielerei wäre. Doch das ist nicht der Fall. „Alltagskreativität“ wird inspiriert durch das, was wir im Alltag er­leben, durch die Menschen, auf die wir treffen, durch Reisen, Bilder, Texte oder Musik. Ein Ge­spräch mit einem Kollegen ruft plötzlich ein „Aha-Erlebnis“ hervor, das Feedback von der Chefin löst ein Problem oder das Beobachten der eigenen Kinder beim Spielen führt wie aus dem Nichts heraus zu einer Idee. Paul Silvia, Psychologieprofessor an der Universität North Carolina in Greensboro, hat in seinen Studien zur „Alltagskreativität“ herausgefunden, dass glückliche und aktive Menschen im Alltag kreativer sind, Offenheit (sich für viele Themen und Aktivitäten zu interessieren) und Gewissenhaftigkeit (zielstrebig und genau zu handeln) mit Kreativität einhergehen und negative Gedanken und Gefühle nicht an die augenblickliche Kreativität gekoppelt sind.

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