FachbeitragDas vergiftete Sandwich

In jedem Führungsseminar lernen wir es: ein negatives Feedback muss nach der Sandwich-Methode in zwei positive verpackt werden, damit es der Mitarbeiter leichter schluckt.

In jedem Führungsseminar lernen wir es: ein negatives Feedback muss nach der Sandwich-Methode in zwei positive verpackt werden, damit es der Mitarbeiter leichter schluckt. Das hat in der Form zu passieren:

  • Lob für ein bestimmtes Verhalten in letzter Zeit
  • Tadel
  • Allgemeiner Lob

Aber was passiert? Gebe ich einem Mitarbeiter ein positives Feedback, wartet er auf den Tadel. Ein Lob wird also gar nicht gehört, weil sich der Mitarbeiter schon krampfhaft überlegt, was er denn falsch gemacht haben könnte und sich schon einmal eine Verteidigungsstrategie zurecht legt. Also, das „Sandwich“ ist vergiftet, und schlimmer noch, es vergiftet jedes positive Feedback.

Wie geht es besser?

Überlegen Sie sich einmal, wie Sie gerne hören möchten, wenn Ihr Chef nicht mit Ihrer Leistung einverstanden wäre. Eins ist klar: man kann einen Dolch noch so dick in Watte packen, er verletzt trotzdem. Wir sind nun einmal darauf getrimmt, das Negative sofort herauszuhören, das Positive wird meist überhört. Denn das Negative ist gefährlich, er kann Konsequenzen nach sich ziehen. Positives dagegen hat meist keine Auswirkungen.
Wollen Sie also, dass Ihr positives Feedback gehört wird – und natürlich wollen Sie das, denn sonst hätten Sie ja geschwiegen – dann vermischen Sie es nicht mit negativem. Loben Sie, ohne Ihr Lob abzuschwächen. Die Sandwich-Methode ist kontraproduktiv.

Was geht gar nicht?

Versuchen Sie niemals, den Menschen zu ändern – Sie haben keinen Erziehungsauftrag. Also loben und tadeln Sie auch nicht ihn selbst, sondern sein Verhalten. Sagen Sie also: „Ich sehe, dass Ihr Schreibtisch in der letzten Woche nicht aufgeräumt war, wenn Sie nach Hause gegangen sind.“ Sagen Sie nicht: „Sie sind unordentlich!“, oder gar: „Sie sind ein Schlamper!“
Stauchen Sie Ihren Mitarbeiter auch nicht zusammen. Wer seine Mitarbeiter klein macht, wird davon auch nicht größer. Wenn Sie Ihren Mitarbeiter anschreien, zeigen Sie nur, wie hilflos Sie sind, und Sie machen ihn damit „hartmäulig“ – wie ein Pferd, das nicht mehr auf Zügelzug reagiert, weil zu oft und zu heftig an seinen Zügeln gerissen wurde.

» weiterlesen im aktuellen Fachbeitrag für Projektleiter

Im Bereich „Beratung“ veröffentlichen Berater, Coachs und Trainer eigene Beiträge. Die Beiträge werden von business-wissen.de nicht redaktionell geprüft. Für den Inhalt der Beiträge sind ausschließlich die jeweiligen Autoren verantwortlich.

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
OK