FachbeitragDie Kraft der positiven Aggressionen

Ziel ist es, die eigenen Aggressionen besser zu verstehen und die positiven und negativen Auswirkungen bewusst wahrzunehmen. Fachliche Überlegenheit kommt nur dann zur Geltung, wenn sie gepaart ist mit Dynamik, Willensstärke und Überzeugungskraft. Im Seminar werden die positiven Aspekte der dosierten Aggressionen dargestellt und die negativen Aspekte des aggressiven Verhaltens bewusst gemacht.

„Du musst ein Schwein sein in dieser Welt ...“ Dieser Refrain formuliert das, was in vielen Köpfen herumgeistert, was allerdings niemand sagen würde, wenn man ihn fragt – schon gar nicht im Berufsleben. Trotzdem ist „Schwein sein“ eine unverzichtbare Kompetenz, wenn es um das Gewinnen im Sport geht, um das Freisetzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie auf dem raschen Weg nach oben auf den Karriereleitern der Gesellschaft. Die einzige Frage, die beim „Schwein sein“ relevant ist, lautet: Muss ich dabei auch noch nett sein?

Sich durchsetzen, beharrlich sein, zielorientert arbeiten – all dies sind Begriffe, die sich auf der Positiv-Liste der sozialen Kompetenzen im Berufsleben befinden. Wie dies zu passieren hat, wird allerdings selten verraten, am allerwenigsten von jenen, die es bereits geschafft haben. Zum einen liegt dies daran, dass ihnen ihr Handeln vielleicht nicht bewusst ist, zum anderen, dass sie es nicht zugeben können, um das Bild des Erfolgreichen nicht zu beschädigen.

•          Rücksichtslosigkeit

•          Gefühllosigkeit

•          Egozentrik

sind keine positiven Eigenschaften, die eine Unternehmenskultur billigen würde. Jedoch sind dies genau die Elemente, die zum Erfolg verhelfen. Wer es schafft, diese negativen Eigenschaften an sich selbst festzustellen und sie gutzuheißen, hat einen ersten Schritt zum positiven Umgang mit Aggressionen geschafft.

Dass es negativ besetzte Gefühle gibt, ist unumgänglich. Wut und Zorn geben dem Ärger eine Stimme; dürfen diese Emotionen das nicht, wird der Ärger „runtergeschluckt“ und führt in vielen Fällen zu Krankheiten und Problemen. Insofern ist es eine menschliche und gesunderhaltende Kompetenz, Ärger formulieren zu können.

•          Lautstärke

•          Bewegung

sind die wesentlichen Träger von Wut und sie sind allgemein bekannt. Wer wütend ist, brüllt lautstark durch die Gegend; wer zornig ist, wirft schon mal Gegenstände durch den Raum. Ein positiver Umgang mit Aggressionen erfordert es, dass weder beim Schreien noch beim Herumwerfen von Gegenständen Menschen in Sicht- oder Hörweite sind.

            TIPP: Schlucken Sie nicht herunter, was sich an Gefühlen in Ihrem Bauch sammelt. Lassen Sie es  raus: Gehen Sie in die Tiefgarage und brüllen Sie die Autos an, treten Sie den Blechcontainer a  Müllabladeplatz. Im besten Falle kaufen Sie sich einen Sandsack und vermöbeln ihn so, wie es Ihr    Zorn erfordert.

Ein positiver Umgang mit Aggressionen unterscheidet zwischen Gefühl und Verstand. Das Gefühl hat Vorrang, sonst wäre es nicht da. Eine Umgehensweise für das Beherrschen von Gefühlen ist die Frage: Woher kommt die Wut? Wer oder was hat sie ausgelöst? Für die Beantwortung dieser Fragen bleibt im Berufsalltag kaum Zeit. Hier bietet die lösungsorientierte Herangehensweise deutliche Vorteile:

•          Gefühle rauslassen

•          über Gefühle reden = einen sachlichen Kontext herstellen

•          Lösungen auf der Sachebene suchen

Im besten Falle erfolgt die Suche nach Lösungen im Kontakt mit der Person, auf die sich die Wut gerichtet hat. Von den negativen Emotionen muss sie nichts wissen; ein Recht darauf haben lediglich nahestehende Menschen oder eigens engagierte Coaches. Um ein Gespräch über Gefühle führen zu können, ist menschliche Größe gefragt und ein wertschätzendes Gegenüber, das weder be- noch verurteilt. Dies ist Berufsalltag selten zu finden, denn noch sind Karriere, Führung und Weiterkommen wesentliche Kriterien für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deshalb ist das „Schwein sein“ in Führungsetagen und in Teams noch immer an der Tagesordnung und das Reden über Gefühle tabu.

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