FachbeitragDigital Leadership

Führung in der VUCA-Welt – WIR sind Zusammenarbeit!

Digital Leadership

Neue Denkmuster in der VUCA-Welt

Wer sich mit dem Thema Führung beschäftigt, trifft immer wieder auf Begriffe wie Digital Leadership, VUCA-Welt und Digitale Kommunikation. Doch was hat es damit auf sich und wie können diese Begriffe eingeordnet werden? Nach dem Gastbeitrag von Maximilian Wächter Digitale Transformation – Digitalisierung in Unternehmen“ widmen wir uns nun im Rahmen unserer Serie „Digitale Transformation“ dem Thema Digital Leadership & VUCA-Welt. Denn die digitale Transformation wirkt sich nicht nur auf technische Produktionsprozesse und die die Umgestaltung von Geschäftsmodellen aus. Auch die digitale Führung wird zukünftig deutlich an Bedeutung gewinnen und ein prägender Faktor zukünftiger Führungsstrukturen und -prozesse sein. Vor diesem Hintergrund möchten wir dieses Thema im Folgenden näher beleuchten:

Verfolgt man die Diskussionen zum Thema Digitalisierung ist man unweigerlich schnell bei Begriffen wie Globalisierung, New Work, Arbeit 4.0, Ende des Industriezeitalters, Generation Y usw., die in den Medien und wissenschaftlichen Veröffentlichungen diskutiert werden. Auch wenn die Schwerpunkte unterschiedlich verankert sind, wird deutlich, dass wir uns in einer rasanten Entwicklung befinden, die massive Veränderungen unserer Gesellschaft – beispielsweise in Bezug auf Arbeitsplätze oder auch die Führungsarbeit – mit sich bringen werden. Es ist zwar wenig vorhersehbar, welche Veränderungen im Detail eintreten werden, aber die Veränderungen werden kommen und neue Denkmuster erfordern. Dabei werden disruptive Vorgänge bewährte Prozesse und gewohnte Denkmuster aufbrechen, so dass heute noch erfolgreiche Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand stehen werden (Beispiel 3D-Druck). Hierfür hat sich der Begriff VUCA-Welt mittlerweile fest etabliert:

- „V“ steht für „Volatility“ und kennzeichnet die dynamischen, radiakalen Prozesse des digitalen Wandels

- „U“ repräsentiert „Uncertainty“ und die nicht vorhandene Vorhersehbarkeit in der Digitalisierung

- „C“ bedeutet „Complexity“ und die starke Vernetzung und Komplexität von Systemen

- „A“ kennzeichnet „Ambiguity“ und deutet an, dass die Realität wenig bis kaum planbar ist

VUCA – Welt und neue Führungsstrukturen

Durch die hohe Volatilität der VUCA-Welt wird ein zunehmender Innovationsdruck auf die Unternehmen einwirken: Die Kundenbindung wird zunehmend schwieriger, so dass sich Unternehmen nicht darauf verlassen können, dass der heutige Kundenstamm auch der Kundenstamm von morgen sein wird. Auch der Wettbewerb wird weniger klar sein, dafür aber umso dynamischer. Hierdurch müssen sich Unternehmen immer wieder neu erfinden und ihre Geschäftsmodelle stetig hinterfragen, da alles was gestern galt, morgen schon nicht mehr Bestand haben könnte. Dieses wird allerdings bei zunehmender Komplexität und Verflechtung immer herausfordernder und benötigt Führungskräfte mit Weitblick, die über den Tellerrand hinausschauen, in mehrere Richtungen flexibel denken können und insbesondere auch eine neue Führungsstrukturen in Unternehmen etablieren können. Hierbei gilt es, die Führungskultur (wie auch die ganze Organisation) an die VUCA-Welt zu adaptieren, um mit angepassten Führungsstrukturen erfolgreich in den Märkten der Zukunft bestehen zu können. Doch was bedeutet das nun konkret für ein Unternehmen, was gilt es zu tun, um den zukünftigen Anforderungen gerecht werden zu können. Die Beantwortung dieser Frage ist sicherlich viel zu komplex, als dass diese in einem Beitrag beantwortet werden könnte. Vielmehr sollen im Folgenden einige wesentlichen Gedanken hierzu vorgetragen werden.

Die Zeiten, in denen Unternehmen jahrelang mit festen Strukturen gearbeitet haben, sind im digitalen Zeitalter vorbei. Auch wenn der ein oder andere „ewig gestrige“ diese Entwicklung nicht wahrhaben möchte oder auch verflucht: Diese Umwelt ist die Realität unserer Zeit, der sich Unternehmen und ihre Mitarbeiter nicht werden entziehen können. Dabei ist neben einer starken Veränderungsbereitschaft vor allem auch eine hohe Innovationskraft gefordert, um sich schnell auf neue Märkte, Strukturen und Menschen einstellen zu können. Eine besondere Bedeutung kommt in der VUCA-Welt der Vernetzung zu. Das betrifft die innerbetriebliche Vernetzung als auch die Vernetzung über das Unternehmen hinaus. Zwar ist die Vernetzung unterschiedlicher Partner in der heutigen Zeit (bis hin zur globalen Ebene) deutlich einfacher herzustellen, aber die Ansprüche an die Qualität der Vernetzung ist erheblich gestiegen. Denn entscheidend ist nicht die Größe eines Netzwerkes, sondern vielmehr die Qualität und Intensität eines Netzwerkes und der hieraus zu erzielenden Ergebnisse.

Digital Leadership – WIR sind Zusammenarbeit

Durch die digitale Transformation in Unternehmen findet auch eine gewisse Abkehr von traditionellen Führungsstrukturen statt, so dass beispielsweise soft skills stärker gefragt sind und sich die Ansprüche an Führungskräfte verändern: Heute gilt es, ein breit getragenes commitment im Unternehmen zu erzeugen und die Mitarbeiter hinter sich bzw. den Zielen zu versammeln, um beispielsweise die wirkungsvollen Kräfte der Zusammenarbeit maximal zu nutzen. Bezogen auf Digital Leadership in der VUCA-Welt bedeutet das beispielsweise, dass eine Führungskraft nicht nur die Vernetzung an sich verfolgt, sondern das vertrauensvolle Miteinander im Mittelpunkt der Aktivitäten steht. Dabei geht es im Kern um den Gesamterfolg (im Unternehmen oder auch außerhalb) und nicht den zu erzielenden maximalen Einzelerfolg. Dieser vertrauensvolle „WIR-Hintergrund“, der sich insbesondere auch in unserem Beratungsansatz ARENA DER ZUSAMMENARBEIT® wiederfindet, ist eine entscheidende Kenngröße für den Erfolg von Digital Leadership. Denn in einer schnellen, stetigen Veränderungen unterliegenden Welt, ist eine qualitativ hochwertige Vernetzung von großem Vorteil, um schnell und erfolgreich zusammenarbeiten zu können. Auch die Bereitschaft für kreative Entwicklungen und eine offenen Fehlerkultur sind hier wesentliche Züge. Weitere Ausprägungen dieser partizipativen Führung lauten auszugsweise wie folgt:

- Etablierung einer umfassenden Vertrauenskultur

- Flexibilität und schnelle Veränderungsbereitschaft

- Wertschätzende Unternehmens- und Führungskultur

- Autonomiegewährung (Raum für Ideen, flexible Arbeitsmodelle und Arbeitsformen)

- Wecken von Begeisterung / Eigeninteresse an der Arbeit

- Vermittlung von Sinnhaftigkeit der Arbeit

- Nachhaltige Förderung von Mitarbeitern

- Stärkung der Mitarbeiteridentifikation mit dem Unternehmen

- Ermöglichen von „selbstbestimmtem Arbeiten“ (Arbeit leben und beim Leben arbeiten)

- Förderung der Verantwortungsübernahme im Unternehmen

- Umfassendes Teambuilding im Untenrehmen

- Erzeugen von Agilität, Geschwindigkeit und Kreativität

- Lernen und Ausprobieren werden als wichtige Leitsätze verankert

- Authentizität im Umgang mit anderen Menschen

Im Rahmen der digitalen Transformation verschwinden die klassischen Aufgabenverteilungen in Unternehmen zunehmend, da digitale und physische Grenzen immer mehr miteinander verschmelzen. Auch die bisherigen Beschäftigungsformen werden sich stärker flexibilisieren. Es werden neue, offene und flexible Kommunikations- und Führungskulturen entstehen, die mit starker Vernetzung auf Vertrauen und Eigenverantwortung setzen. Hiermit einhergehend wird sich ein Wandel der Führungskultur von der Kontroll- zur Ergebnisfunktion einstellen, bei der Vorgesetzte und Mitarbeiter respektvoll und auf Augenhöhe miteinander arbeiten (man könnte auch sagen: nicht nur zusammen arbeiten, sondern zusammenarbeiten). Die digitale Transformation bietet hierbei Chancen, die Zusammenarbeit und Kommunikation in Unternehmen auf ein neues Niveau zu heben. Ein wichtiges Kriterium wird hierbei sein, die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen und Ihnen geeignete Plattformen zu bieten. Eine Möglichkeit hierfür sind digitale Kommunikations-Plattformen, die einen einfachen, flexiblen und schnellen Informationsaustausch ermöglichen. Mit diesem komplexen Thema werden wir uns im nächsten Beitrag dieser Serie auseinandersetzen. Bleiben Sie also am Ball: Es bleibt weiter spannend!

Ihr Dr. Holger Schmitz

business elf - Managementberatung GmbH

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