FachbeitragEinstellungsgespräche führen und Bewerberauswahl

Wer heute einen neuen Mitarbeiter einstellt, trifft eine langfristige Investitionsentscheidung. Nur wer die Interviewtechnik beherrscht und es versteht, den Bewerber in der richtigen Art und Weise anzusprechen, ist in der Lage, Einstellungsgespräche erfolgreich zu gestalten und nachhaltig die richtigen Bewerber auszuwählen.

Die Zeiten, dass Bewerbungen waschkörbeweise in Unternehmen eintreffen, sind vorbei. Ausgeschriebene Stellen für Fach- und Führungskräfte bleiben häufig unbesetzt, weil sich niemand bewirbt bzw. diejeningen, die sich bewerben, nicht das sind, was Personalverantwortliche sich gewünscht haben. Gerade in ländlichen Regionen, in strukturschwachen Gebieten oder bei Nischenberufen ist dies heutzutage Alltag. Doch ändert dies die Regeln für die Personalauswahl?

•          Harte Fakten

•          Weiche Faktoren

•          Persönlicher Eindruck

•          Übereinstimmung von Wünschen

Dies sind und bleiben die Hürden in einer Personalauswahl. Wer nicht die erforderlichen Qualifikationen vorweisen kann, ist für eine Besetzung einer Fachkraftstelle ungeeignet. Dies ändert sich erst dann, wenn der Mangel an Arbeitskräften eine umfassende Einarbeitung oder notwendige Schulungsmaßnahmen notwendig macht. Um dies anbieten zu können, müssen die sozialen Kompetenzen, der persönliche Eindruck und Wünsche unbedingt zusammenpassen.

Soziale Kompetenzen gehören zu jedem Arbeitsplatz. Die eigene Unternehmensphilosophie zu kennen, ist für Personalverantwortliche Pflicht. Vorteilhaft ist es, sie auch in Worte fassen zu können.

            TIPP: Interessierte Bewerberinnen und Bewerber haben das Unternehmensprofil auf der Internet- Seite gelesen oder die Imagebroschüre angefordert. Sie haben sich ein Bild der Corporate Identity gemacht und es in ihre Wünsche an einen Arbeitsgeber übertragen. Was denken Sie über die Aussagen zum Leitbild Ihres Unternehmens? Werden sie gelebt oder ist Papier geduldig? Im letzteren Falle empfiehlt es sich, die gedruckten Informationen zu überarbeiten oder zu entfernen. Enttäuschte Stelleninhaber sind schnell wieder fort.

Die Arbeit in einem guten Betriebsklima gehört zu den Wünschen eines jeden Mitarbeiters und einer jeden Bewerberin. Sich hier persönlich einzubringen, sich zu entwickeln und das eigene Leben gestalten zu können, werden zukünftig wichtiger werden als Umsatz und Gewinne. Gerade wenn es um den Nachwuchs geht, das Halten von Arbeitskräften – Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen mehr menschliche Aufmerksamkeit als es in der Vergangenheit der Fall war. Demzufolge ist es sinnvoll, nicht nur die mitgebrachten sozialen Kompetenzen sachgerecht zu überprüfen, sondern auch die Wünsche zu Entwicklung und Stärkung von Fähigkeiten zu berücksichtigen und unter Umständen neue Wege in der Personalpolitik einzuschlagen.

•          Gesundheit

•          Vereinbarkeit von Familie und Beruf

•          Diversity

sind Schlagworte, die für zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig sind. Alter, Kinder, religiöse Traditionen, Elternzeit für Väter – all dies sind Elemente in der Bewerberauswahl, die noch vor Jahren zu den unüberwindbaren Hürden für Bewerberinnen und Bewerber gehörten. Heute und in Zukunft werden Unternehmen diese Hürden meistern müssen, um ihre Beschäftigten zu halten bzw. zu gewinnen.

Persönliche Wünsche von Arbeitnehmern beschränken sich nicht nur auf den Arbeitsalltag. Hier sind Unternehmen als Teil ihrer Kommune und der Region gefragt. Ein attraktives Lebensumfeld ist Beschäftigten wichtig. Freizeitangebote, ein positives Umfeld für Kinder, eine lebenswerte Stadt sind Faktoren, die je nach Alter mehr oder weniger relevant sind. Inwieweit Unternehmen sich hier einbringen können, Angebote schaffen oder Impulse für eine Stadtentwicklung setzen können, ist fraglich. Jedoch ist auch dies ein Anreiz für die Zukunft, um in der Stellenbesetzung überhaupt eine Auswahl zu haben.

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