FachbeitragSchlagfertigkeitstraining

„Hätte ich doch bloß was gesagt!“ „Warum ist mir das nicht eingefallen!“ „Ich bin einfach nicht schlagfertig genug!“ Solche Sätze kennt jeder und jede. Und sie sind jedes Mal hundertprozentig wahr – in diesem Moment, an diesem Ort, bei dieser Person. Es hat nicht funktioniert. Und da kann man tausende von Tipps zur Schlagfertigkeit gelesen haben.

„Hätte ich doch bloß was gesagt!“ „Warum ist mir das nicht eingefallen!“ „Ich bin einfach nicht schlagfertig genug!“ Solche Sätze kennt jeder und jede. Und sie sind jedes Mal hundertprozentig wahr – in diesem Moment, an diesem Ort, bei dieser Person. Es hat nicht funktioniert. Und da kann man tausende von Tipps zur Schlagfertigkeit gelesen haben.

Im Mittelpunkt der Schlagfertigkeit steht das Ich. Und dieses Ich hat eine Tagesform, zusätzlich zu Charakter, Sozialisation und persönlichen Gewohnheiten. An manchen Dingen lässt sich nichts ändern, es ist, wie es ist. Dazu gehören:

  • Physiognomie
  • Biografie
  • menschliche Bedürfnisse.

Die Tatsache, dass alle gleichermaßen damit ausgestattet sind, kann tröstlich sein; wichtiger ist allerdings der Punkt Zufriedenheit. Mit den unveränderlichen Dingen sollte Frieden geschlossen werden, es sollte Akzeptanz herrschen und im besten Falle ein klein wenig Stolz, dass noch alles funktioniert, wie es soll und das besonders gut.

TIPP: Kreieren Sie ein persönliches Mantra, das Sie als Mensch, der Sie sind, auszeichnet. Nehmen Sie es als besonderes Geschenk wahr, wenn Sie körperlich nicht eingeschränkt oder erkrankt sind. Freuen Sie sich, dass Sie Ihr Leben bis zum heutigen Tag gut gemeistert haben. Machen Sie sich        bewusst, dass Sie der absolute Mittelpunkt in Ihrem Leben sind und deshalb sehr wichtig.

Die Kunst der Schlagfertigkeit besteht darin, nicht das zu tun, was der andere beabsichtigt, sondern genau das Gegenteil. Wer beleidigt wird, soll sich minderwertig fühlen; wer veralbert wird, soll eine Witzfigur für andere sein; wer angegriffen wird, soll vernichtet werden. Da die Emotionen in der Wahrnehmung immer schneller sind als der Verstand, treffen solche Beleidigungen und Anwürfe sofort und der Angegriffene fühlt sich minderwertig, lächerlich, vernichtet. Die Kunst besteht im Bau einer inneren Mauer, an der solche Bemerkungen immer ! abprallen, so dass die Emotion gar nicht erst ausgelöst wird. Bausteine einer solchen Mauer bestehen unter anderem in der Einordnung der Angreifer. Angreifer zeigen:

  • schlechtes Benehmen
  • keinen Respekt
  • Aggression.

Wer einen Scherz oder eine Bemerkung nicht ernst gemeint hat, wird sich aus eigenem Antrieb sofort entschuldigen, das Ansehen der Person gegenüber den anderen wieder herstellen, eine Wiedergutmachung anbieten. Sollte dies ehrlich und offen geschehen, kann eine Entschuldigung akzeptiert werden. Innerhalb von wenigen Sekunden muss klar sein, ob nach dem Angriff eine Entschuldigung kommt oder nicht. Lässt der Gesichtsausdruck des Angreifers nicht darauf schließen, sind Gegenmaßnahmen angesagt. Eine davon ist Schlagfertigkeit.

  •  Gegenfragen
  • Nachfragen
  • klare Grenzen

sind einfache Strategien, die den Angriff zurückspielen. „Wie meinst du das?“ „Kannst du das genauer erklären?“ „Beleidigungen gehören nicht hierher.“ Mit diesen Sätzen hat der Angreifer nicht das letzte Wort, er wird genötigt, sich zu seinem Angriff zu äußern bzw. sich für sein schlechte Benehmen zu entschuldigen.

Sollte dieser Wortwechsel vor Publikum stattfinden, werden auch sie merken, dass eine verbale Attacke nicht  zum guten Ton gehört. Manchmal ergreift jemand Partei für den Angreifer „Das hat er nicht so gemeint“; in dem meisten Fällen jedoch wird geschwiegen. Solidarität und Miteinander kommen nur in guten Teams vor. 

TIPP: Es gibt Angreifer, die halten eine Gegenfrage für die Erlaubnis, weitere Anschuldigungen und Beleidigungen vorzubringen. Sollte dies passieren, stehen Sie auf und machen Sie deutlich, dass Sie dieses Gespräch im Beisein des Vorgesetzten fortsetzen werden. Lassen Sie den Angreifer stehen         und vereinbaren Sie mit Ihrer Führungskraft einen Termin, um ein Konfliktgespräch zu führen.

Um Angriffe rhetorisch, witzig oder frech zurückgeben zu können, sind

  • großer Wortschatz
  • Schnelligkeit
  • Dreistigkeit

nötig. Dies sind nicht unbedingt notwendige Eigenschaften, um den Berufsalltag zu bewältigen und sie können erst erlernt werden, wenn der notwendige Mut vorhanden ist. Denn so wie ein Angreifer sich stets in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt, weil er gesehen und bewundert werden möchte, steht auch der bzw. die Schlagfertige in diesem Licht der Öffentlichkeit. Wer im Rampenlicht steht, wird nicht nur gesehen, sondern auch beurteilt und kritisiert. Schlagfertige ernten Applaus, aber nur, wenn sie es wollen.


» Imagefilm- Management-Institut Dr. A. Kitzmann

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