FachbeitragTechnische Kommunikation auf dem Weg zur digitalen Industrialisierung 4.0

Kennzeichnend für die digitale Industrialisierung ist die starke Anpassung der Produkte unter den Bedingungen hoch flexibilisierter Produktionen. Die notwendige Automatisierungstechnik soll durch die Einführung von Verfahren der Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration, Selbstdiagnose intelligenter werden und die Menschen bei ihren zunehmend komplexen Aufgaben besser unterstützen. [Wikipedia]

Informationen wie Zustandsinformationen, Beschreibungen oder Handlungsanweisungen spielen zukünftig neben der eigentlichen Produktfunktion eine große Rolle. Diese Informationen werden von Sensoren, Aktoren, Beacons aufgerufen und zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu gegenwärtigen Technologien werden Informationen künftig aus dem sogenannten Internet der Dinge zur Verfügung gestellt. Sowohl Komponentenhersteller als auch die Hersteller von Produkten, die diese Technologien einsetzen, arbeiten derzeit an tragfähigen Konzepten. Gleichzeitig warten die Unternehmen auf notwendige politische Entscheidungen wie z. B. zum Thema Datensicherheit und dem Ausbau erforderlicher Übertragungstechnologien, die eine Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung gewährleisten.

Das Internet der Dinge bekommt in diesem Kontext eine Schlüsselfunktion. Sämtliche Informationen werden zukünftig in dieser virtuellen Welt zu finden sein, dazu gehören auch die Informationsprodukte der Technischen Kommunikation. Diese Informationsprodukte müssen sowohl inhaltlich wie auch organisatorisch entsprechend aufbereitet sein.

Stand der Technik in der Technischen Kommunikation

Unabhängig vom Thema „Industrie 4.0“ hat sich die Technische Kommunikation in den letzten Jahren bereits sehr intensiv mit folgenden Themen auseinandergesetzt:

  • Standardisierung von Informationen
  • Universale Einsetzbarkeit
  • Automatisierte Erstellung und Verteilung von Daten
  • Gewährleistung der Wiederauffindbarkeit/Identifizierung
  • Sprachunabhängige bzw. maschinelle Übersetzungen

Da die Technische Kommunikation von jeher mit dem Manko der Non-Profitabilität kämpft, liegen die Gründe für diese Entwicklungen eher in wirtschaftlicher und organisatorischer Natur. Durch das Voranschreiten von Big Data kann es hier jedoch zu einem Wertewandel kommen.

Die Technische Kommunikation steht hier vor einer besonderen Aufgabe. Die gewonnene Qualifikation aus den letzten Jahren, gepaart mit den passenden Werkzeugen wie Redaktionssystemen, Translation-Memory-Systemen, Terminologie-Tools etc. und eine zusätzliche sinnvolle Integration in die Produktionsprozesse der Unternehmen, ermöglicht es, der aufkommenden Informationsvielfalt gerecht zu werden.

Gewährleistung der Wiederauffindbarkeit/Identifizierung

Nicht der PC oder die DVD wird zukünftig die Information bereitstellen, sondern das „Internet der Dinge“. Metadaten, Taxonomien sowie die Modularisierung und Standardisierung von Informationen erlauben es selbst noch so kleine Informationseinheiten wiederauffindbar zu machen. Ob Dita, docbook oder PI-Mod, eine Standardisierung wird hierfür zukünftig unumgänglich. Wichtig ist hierbei eine gemeinsame Sprache zu finden, da nur so ein konsequenter Datenaustausch möglich wird. Dass so etwas in gewissen Grenzen möglich ist, hat uns die Automobil- und Rüstungsindustrie in den letzten Jahren bereits gezeigt. Dies wird in naher Zukunft noch eine große Herausforderung für alle Zweige der Industrie werden. Offen ist auch noch, ob ein bestehender Standard zum Einsatz kommt oder ggf. ein neuer Standard entsteht.

Und in welcher Sprache stelle ich meine Informationen dann zur Verfügung?

Auch hier wird sich einiges ändern. Teilweise gibt es heute schon brauchbare Ansätze die in die richtige Richtung zeigen. Texte oder Informationen manuell zu übersetzen, könnte bald der Vergangenheit angehören. Translation-Memory-Systeme, Terminologie-Tools, Language-Checker etc. unterstützen technische Autoren bereits heute bei der Erstellung inhaltlich konsistenter Informationen, welche wiederum gut als Grundlage für eine maschinelle Übersetzung dienen können. Der bereits vor Jahren gelegte Grundstein für maschinelle Übersetzungsprozesse sorgt in Zukunft dafür, dass Informationen online in die benötigte Sprache umgeschaltet werden können. Ein manuelles Übersetzen ist dann nicht mehr erforderlich.

Welcher Nutzen ergibt sich hieraus?

Die Gestaltung zielgruppengerechter, verständlicher Informationen ist schon heute das Anliegen vieler gut ausgebildeter technischer Redakteure. Schlagworte wie Gebrauchstauglichkeit und Usability werden zunehmend wichtig. Und genau davon profitieren besonders jene Personenkreise und Unternehmen, die Produkte herstellen, bedienen, reparieren und instand halten. Stillstandzeiten werden reduziert, Fehlbedienung verhindert, kostenintensive Serviceeinsätze vermieden oder Fehlbestellungen bei Ersatzteilen reduziert.

Hier finden sich noch einige Szenarien die unter heutigen Gesichtspunkten bereits möglich sind, aber noch wesentlich ausgeprägter in den Alltag einkehren werden:

  • Servicetechniker profitieren zukünftig von aktuellen und gefilterten Informationen (auf die jeweilige Konfiguration ausgerichtet). Zusätzliche technische Hilfsmittel wie z. B. digitale Brillen lassen Servicetechniker frei arbeiten.
  • Bediener können entsprechend der jeweiligen Qualifikation mit mehr oder weniger Informationen versorgt werden.
  • Produktinformationen werden in der gewünschten Sprache des Anwenders dargeboten.

» http://tecteam.de/technische-kommunikation-auf-dem-weg-zur-d…

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