FachbeitragTransaktionsanalyse

„Es hört doch nur jeder, was er versteht“ - so fasst der Dichter Goethe Missverständnisse und Fehlinterpretationen zusammen. Doch wenn es so weit ist, ist die Kommunikation schon misslungen, der Auftrag nicht verstanden, die Wünsche nicht umgesetzt, das Ziel nicht bekannt. Um herauszufinden, was jemand versteht, wie er denkt und was er hören möchte, bietet sich die Transaktionsanalyse an, denn sie zeigt, auf welcher Ebene geredet, gehört und verstanden wird.

„Es hört doch nur jeder, was er versteht“ - so fasst der Dichter Goethe Missverständnisse und Fehlinterpretationen zusammen. Doch wenn es so weit ist, ist die Kommunikation schon misslungen, der Auftrag nicht verstanden, die Wünsche nicht umgesetzt, das Ziel nicht bekannt. Um herauszufinden, was jemand versteht, wie er denkt und was er hören möchte, bietet sich die Transaktionsanalyse an, denn sie zeigt, auf welcher Ebene geredet, gehört und verstanden wird.

Als eine Methode der Psychotherapie geht die Transaktionsanalyse über die Kommunikation hinaus, in diesem Sektor jedoch bietet sie hilfreiches Wissen, das erklärt, warum manche Gespräche gut gelingen, andere gar nicht funktionieren und es Menschen gibt, die man nie versteht. Grundlage sind die drei Ich-Zustände:

  • Kindheits-Ich
  • Erwachsenen-Ich
  • Eltern-Ich.

Diese Ich-Zustände sind seit der Kindheit in der Person verankert, der eine mehr, der andere weniger stark. Um Kommunikation mit einer anderen Person zu verstehen, lautet die Herausforderung den eigenen Ich-Zustand zu erkennen und den des Gegenübers. Dabei helfen sowohl Zuhören als auch Introspektion. Wer sein eigenes Verhalten und gegebenen Antworten hinterfragt, erkennt schnell, welcher Ich-Anteil gesprochen hat: Das Eltern-Ich war kritisch bis vernichtend oder fürsorglich bis lieb; das Kindheits-Ich trotzig bzw. rebellisch oder brav und angepasst. Erst das Erwachsenen-Ich ist in der Lage, eine sachliche Antwort zu geben, ohne besserwisserisch oder mäkelig zu werden.

Das Geheimnis in der Kommunikation liegt darin, dass mindestens zwei Personen miteinander reden und der Ich-Zustand des einen den des anderen herausfordert. Erst wenn es einem Eltern-Ich gelingt, ein Kindheits-Ich anzusprechen, wird dies brav das tun, was gewünscht ist oder den Auftrag brüsk zurückweisen, weil es überhaupt keine Zeit hat. Anders herum: Fragt ein Kindheits-Ich das Eltern-Ich eines Kollegen oder einer Kollegin um Hilfe, wird dieses sofort freundlich erklären, worum es in diesem Projekt geht oder den Fragenden zum Teufel jagen, weil er es noch immer nicht begriffen hat.

TIPP: Haben Sie sich in dieser Erklärung wiedergefunden? Dann verkneifen Sie sich zukünftig die Emotion, die sich aufdrängt oder die Sie antreibt, und schalten Sie um auf das Erwachsenen-Ich. Dies stellt sachliche Fragen nach dem Wie, dem Wo, dem Was; es wertet nicht ab und es fällt auch   keine Urteile. Falls wirklich keine Zeit da ist, kann ein Erwachsenen-Ich dies freundlich sagen und   Ausweichtermine anbieten.

Ausgehend von der Transaktionsanalyse hat Thomas Harris die vier Okay-Zustände benannt, die für individuelles Verhalten verantwortlich sind. Sie sind seit der Kindheit verankert und bestimmen das Kommunikationsverhalten.

  • Ich bin okay – Du bist okay
  • Ich bin okay – Du bist nicht okay
  • Ich bin nicht okay – Du bist okay
  • Ich bin nicht okay – Du bist nicht okay

Sowohl das eigene Selbstwertgefühl als auch die Einordnung anderer Menschen ist in diesen Zuordnungen ablesbar. Wer sich stets als minderwertig (nicht-okay) empfindet, wird sich nichts zutrauen, keine Wagnisse eingehen und schon gar keine Herausforderungen annehmen. Ein „Ich bin okay – Du bist nicht okay“ hat das Zeug zum Patriarchen, Autokraten oder Besserwisser, der sich dazu herablässt, dem Fußvolk etwas zu erklären. In dieser Haltung verbergen sich Führungskräfte, die mit Angst und Drohungen regieren, um ihr Team bei der Stange zu halten. Niemand mag sie und alle werden nur das Nötigste tun, wenn überhaupt. Die Klugen gehen und zwar recht schnell. Nur wer die Hoffnung nicht aufgeben kann, dass so ein Autokrat  Anerkennung und Lob verteilen wird, bleibt und ist stets unglücklich.

  • Lob
  • Anerkennung
  • Wertschätzung 

sind die Werte, die sich alle wünschen – egal, auf welcher Ebene sie im Unternehmen tätig sind. Wer dies ehrlich und gern verteilt, handelt aus dem Erwachsenen-Ich heraus, verfolgt keine Ziele im Hintergrund und will niemanden manipulieren. Hier herrscht die Weltanschauung „Ich bin okay – Du bist okay“ und sie wird gelebt im fairen Miteinander. Erst auf dieser Ebene ist erfolgreiches Arbeiten in einem angenehmen Klima möglich.


» Imagefilm Management-Institut Dr. A. Kitzmann

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