FachbeitragVon Charlie Chaplin lernen: Selbstliebe am Arbeitsplatz

Charlie Chaplin - eine Film-Legende. Aber was hat er mit unserer heutigen Arbeitswelt zu tun?

Charlie Chaplin schrieb sich zu seinem 70. Geburtstag selbst ein Gedicht und nannte es „Selbstliebe“. Selbstliebe – die Liebe zu sich selbst, nicht zu verwechseln mit Narzissmus und Überheblichkeit. Selbstliebe ist ein wesentlicher Teil unseres Selbstwertgefühls, das Gefühl, das wir selbst (uns und anderen) etwas wert sind. Selbstliebe ist eine Quelle psychischer Stabilität. Wenn wir uns selbst lieben und ein stabiles Selbstwertgefühl haben, sehen wir uns grundsätzlich als eine wertvolle Person an, akzeptieren uns mit allen positiven und negativen Seiten und fühlen die Gewissheit, ein Recht auf einen Platz in der Welt zu haben und diesen ausfüllen zu dürfen.

In der heutigen Zeit sollte man meinen, hätten Unternehmen, Manger und Führungskräfte erkannt, dass Lob und Anerkennung wichtige Faktoren dafür sind, dass Menschen nicht nur motiviert arbeiten und mit Freude Leistung erbringen, sondern dass diese Wertschätzung dem anderen gegenüber auch eine wichtige Basis für die Stärkung der eigenen Selbstliebe am Arbeitsplatz ist.

Doch die Realität sieht anders aus. Vorgesetzte geben Druck von oben ungefiltert nach unten weiter, kontrollieren Mitarbeiter, setzen Regeln auf, um sie „klein“ zu halten. Fast so als wären sie ein Staatsfeind oder könnten einer werden. Angst, Stress und Mobbing sind in vielen Unternehmen tägliche Realität.

Die Devise lautet: Konfrontation statt Kooperation.

Denn nur dadurch – so der oft anzutreffende Glaubenssatz in vielen Unternehmen – könne Leistung erbracht, Produktivität gesichert und Effizienzsteigerung erreicht werden. Doch diese Annahme ist falsch! Sie widerspricht jeglichen (Er-)Kenntnissen aus der Psychologie und Soziologie.

Das konsequente Ignorieren der menschlichen Psyche am Arbeitsplatz hat schwerwiegende Folgen. Zunächst auf den Menschen – dann auf die Organisation.

Menschen, denen durch mangelnde Anerkennung und Wertschätzung die Grundlage für Selbstliebe am Arbeitsplatz entzogen wird, sind – zu Recht – demotiviert, oft verängstigt, unsicher, gestresst. Dauerhaft macht es sie unproduktiv, unkreativ und krank.

Charlie Chaplin sagt dazu in seinem Gedicht:

„Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
wie sehr es jemanden beschämt,
ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif,
noch der Mensch dazu bereit war,
auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich, das nennt man
“Selbstachtung”.

Fangen wir an, uns selbst zu lieben, wächst die Fähigkeit, Mitmenschen und Arbeitskolleginnen und  -kollegen so zu nehmen, wie sie sind. Viel leichter gelingt es, offene Gespräche zu führen, die konstruktive Kritik und Lob beinhalten und nicht Angst und Leistungsdruck schüren.

Charlie Chaplin hat das erkannt:

„Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
da erkannte ich,
dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner,
diese Verbindung nenne ich heute
“Herzensweisheit”.

Die Weisheit und die Fähigkeit Menschen zu führen und zwar richtig zu führen, liegt in unseren Herzen. Wenn wir diese Impulse wahrnehmen und aktivieren und sie in die Welt hinaustragen, erreichen wir nicht nur die Herzen anderer Menschen, sondern aktivieren dabei auch noch ihre Leistungskraft und ihre Selbstliebe.

Geradlinig, ehrlich, weise und authentisch, selbstliebend und vor allem, sich und andere respektierend und akzeptierend – das sind in der heutigen Zeit elementare Führungsstärken, die Menschen benötigen, die eine Zeit des disruptiven Wandels (kreativ) gestalten müssen.

Stellen Sie sich vor, wie fortschrittlich und Freude bringend der Arbeitsalltag wäre – und wie gerne  Menschen dann zur Arbeit gehen würden.

» Mehr zu Melanie Vogel | VUCA-Expertin | Zukunfts-Philosophin

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