Thurnhofer, HubertGlaube Hoffnung ManagementEntscheidungsfindung in Unternehmen

Durch seine philosophische Brille betrachtet Hubert Thurnhofer das Wesen des Managements und versucht so, Managementhandeln zu erklären. Er entwirft ein Kontinuum von Glaube, Hoffnung und Management. Praxisbeispiele zur Entscheidungsfindung runden diesen etwas anderen Ratgeber ab.

Der Philosoph Hubert Thurnhofer unterscheidet Management in:

  • das Wesen des Managements, also Glaube, Hoffnung und Management;
  • Management im engeren Sinne, also Produkt-, Prozess- und Krisenmanagement (PPKM).

Mit dieser Logik versucht Thurnhofer seine Fragen rund um die Prozesse der Entscheidungsfindung zu beantworten.

Wie Unternehmen Entscheidungen finden

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil behandelt die Phänomenologie der Entscheidung in Unternehmen. Hier löst der Autor die Beziehung zwischen Glaube, Hoffnung und Management auf. Der zweite Teil beinhaltet acht Praxisbeispiele, die dem Leser einen Einblick in die Entscheidungsfindung von Unternehmen geben.

Für den Autor ist das Krisenmanagement als ein Element des Managements am wichtigsten, weil ständig Ungeplantes eintritt und eine Reaktion erfordert. Vor diesem Hintergrund werden Unternehmen geführt. Entscheidungen zu treffen ist dabei wesentlich. Management ist demnach vor allem Entscheiden, Kommunizieren und Führen. Mit dieser ideologischen Definition verknüpft der Autor den Aspekt Vision - Ideen mit Zukunftsperspektive.

Die Weltreligion als Beispiel für tragfähige Entscheidungen

Religionsgründer treffen wichtige Entscheidungen – auch wenn deren Spitzenmanager im Laufe der Zeit an Überzeugungskraft verloren haben, weil Überzeugungen durch Dogmen ersetzt wurden. Dies ist ein Beispiel für tragfähige Entscheidungen, aber auch für die permanente Beschäftigung mit Krisenmanagement. Denn Weltreligionen agieren heute als Unternehmen. Doch statt Visionen zu entwickeln und zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen, bewahren deren Vorstände das Erreichte.

Der Autor zeigt so, wie wichtig Visionen sind. Visionäre gibt es in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen: Wirtschaft, Politik, Sport oder Wissenschaft. Sie sind wichtig, weil sie zum wirtschaftlichen Fortschritt beitragen. Eine Vision ist laut Autor ein Versuch des Managers, das Resultat einer Entscheidung vorauszusehen. Es bestehen jedoch Grenzen zur Illusion, die nicht überschritten werden sollten.

Gesellschaftlicher und unternehmerischer Fortschritt durch Innovationen

Ideen, Glaube und Werte sind vor einer Entscheidung miteinander verknüpft. Einer Idee geht die Vorstellung voraus, wodurch wiederum Innovationen entstehen, wenn Ideen in die Entscheidungsfindung integriert werden. Durch Innovationen entsteht gesellschaftlicher Fortschritt.

An diesem Punkt zeigt der Philosoph die negativen Seiten des Kapitalismus auf. Denn der Markt entscheidet – beziehungsweise diejenigen, die Geldmittel besitzen – über Fortschritt. In den Ausführungen zum Management kommen die Börsen nicht gut weg. Börsen sind kontraproduktiv, weil sich Manager ständig mit den Kapriolen der Börse beschäftigen müssen, statt sich auf das operative Geschäft zu konzentrieren. Auch das Mediensystem bekommt sein Fett weg: Es berücksichtigt insbesondere börsennotierte Unternehmen. Daher wird die Börse als Wirtschaftsfaktor überschätzt.

Wertorientierte Sicht auf das Thema Management

Die Lektüre kommt gerade in Zeiten wankender Wirtschaftssysteme richtig, denn sie bietet eine wertorientierte Sicht auf das Thema Management. Wer gerne Fragen stellt oder sich bestimmte Managementhandlungen erklären möchte, den wird dieses Buch sicher bereichern und neue Perspektiven eröffnen.

Glaube Hoffnung Management
Norderstedt: Books on Demand, 2009, 136 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3837051552
ISBN-13: 978383705155
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