Huber, Hans-Georg; Metzger, HansSinnvoll erfolgreichSich selbst und andere führen

Huber und Metzger beschreiben mit diesem lesenswerten Buch eine neue Sichtweise auf "Erfolg". Sie machen deutlich, dass es neben Geld, Macht und Karriere auch und vor allem auf Glück und Zufriedenheit ankommt. Sie stellen die Frage nach dem Sinn.

Erfolg ist ein zentraler Begriff in der Wirtschaft – sowohl für Unternehmen, als auch für Führungskräfte, um ihre jeweilige Leistungsfähigkeit zu messen. Worin er sich ausdrückt, ist oft umstritten. Für die meisten bedeutet es „Mehr“, mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Wachstum aus Sicht des Unternehmens; mehr Macht, mehr Status, mehr Geld aus Sicht des Einzelnen.

Die beiden Berater und Coachs Hans-Georg Huber und Hans Metzger zeigen in ihrem Buch, dass diese Sichtweise nicht mehr trägt, wenn es darum geht, für den Einzelnen Erfolg zu charakterisieren. Denn was vielen bei mehr Macht, mehr Status oder mehr Geld trotzdem fehlt, ist Glück und Zufriedenheit. Der Grund dafür ist, dass es häufig an Sinn fehlt. Huber und Metzger machen sich also auf die Suche nach Sinn.

Im Mittelpunkt stehen dabei Führungskräfte. Gerade ihnen geht im Unternehmen zwischen den steigenden Anforderungen von außen den eigenen Zielen zur Karriere der Sinn verloren.

Im ersten Teil geht es also darum, dass die Führungskraft die Führungsrolle in ihrem eigenen Leben übernimmt. Wie könnte man andere führen, wenn man sein eigenes Leben nicht im Griff hat? Im ersten Schritt geht es darum, dem Wettlauf mit der Zeit zu entkommen. Statt Jagd nach Erfolg plädieren die Autoren für die Suche nach dem eigenen Selbstwertgefühl. So versuchen sie die Brücke zu schlagen zwischen Sinn und Erfolg.

Im zweiten Teil übertragen sie dieses Konzept auf das Unternehmen und auf die Frage, wie man Menschen für das Unternehmen gewinnt? Hier geht es nicht um Personalbeschaffung, sondern darum, die Mitarbeiter im Unternehmen für die gemeinsame Sache zu gewinnen – also auch hier steht Sinnstiftung im Vordergrund. Die Elemente dafür sind gemeinsame Werte, die Schaffung einer tragfähigen Organisationskultur, Visionen, Leitbilder und Emotionen.

Die Entwicklung von Führungskompetenzen ist Gegenstand des dritten Teils. Er erläutert also, wie es gehen kann. Interessanterweise beginnen die Autoren ihre Erläuterungen dazu mit dem Bild von der „rau zwischen Beruf und Familie. Da nicht jeder Vorgesetzte zur Führungskraft taugt, müssen Führungskompetenzen erst entwickelt werden. Wichtige Grundlage dafür sind Haltung und Persönlichkeit.

Huber und Metzger beschreiben das Thema Sinn und Erfolg für Führungskräfte aus einer sehr differenzierten Sichtweise. Ihnen geht es vor allem um das Selbstbild, das die Führungskraft – und letztlich der Leser des Buches – von sich hat. Um dem auf die Spur zu kommen, bauen sie immer wieder Fragen zur Selbstreflexion ein, damit der Leser innehalten kann und beispielsweise fragt:

  • Können Sie Ihre äußeren Erfolg innerlich besitzen und genießen?
  • Wie sieht Ihre konsolidierte Bilanz zwischen Beruf – Familie – Partnerschaft – Freunden – Zuhause aus?
  • In welchen Währungen wollen Sie für Ihre berufliche Tätigkeit bezahlt werden?
  • In welchen Lebensbereichen gleichen Sie Defizite mit „Schmerzensgeld“ aus?

Um ihre Argumentation zur sinnerfüllten und erfolgreichen Führungskraft zu untermauern, nutzen sie auch die persönlichen Berichte von Menschen, die die Autoren im Laufe ihres beruflichen Lebens kennen gelernt haben. So ist ein interessantes und vielschichtiges Buch entstanden, das mehr bietet, als die zahlreichen Lebensratgeber und ihrem „immer nur positiv Denken“-Ratschlägen.

Sinnvoll erfolgreich
2004, Reinbek: Rohwolt Verlag, 218 Seiten
ISBN-10: 3499619369
ISBN-13: 9783499619366