Frenzel, Karolina; Müller, Michael; Sottong, HermannStorytelling das Harun-al-Raschid-PrinzipDie Kraft des Erzählens fürs Unternehmen nutzen

Die Autoren beschreiben sehr anschaulich, wie die Management-Methode des Storytellings funktioniert und welchen Nutzen sie hat - und vor allem, wie man sie erlernt.

Ohne Kommunikation wäre kein Unternehmen lebensfähig. Eine besondere Form der Kommunikation ist das Erzählen von Geschichten, von besonderen Ereignissen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens. Das soll helfen, die Bedeutung des Gesagten zu steigern oder das Verständnis eines Sachverhalts beim Zuhörer zu verbessern. Unter dem Begriff „Storytelling“ ist das Geschichtenerzählen in den letzten Jahren zu einem stärker beachteten Management-Instrument geworden.

Die drei Kommunikations- und Unternehmensberater Karolina Frenzel, Michael Müller und Hermann Sottong haben ihre Erfahrungen zum Storytelling in diesem Buch zusammen getragen und sehr ansprechend aufbereitet. Sie zeigen anschaulich und anhand vieler Beispiele, was Storytelling ist, wie es funktioniert und worauf es dabei ankommt.

Menschen haben sich schon immer Geschichten erzählt, es gehört zu ihrem Wesen. Denn darüber lassen sich Wissen und Kultur weitergeben oder Grenzen überschreiten. Insofern ist das Geschichten-Erzählen auch ein wichtiger Baustein des Innovationsmanagements. Die Autoren bauen ihr Modell des Geschichten-Erzählens auf dem Harun-al-Raschid-Prinzip auf. Wer aus Geschichten lernen will, wer Unerhörtes hören will, muss

  • sich selbst zurücknehmen,
  • offen sein, für das was kommt,
  • auf die vielen kleinen Details achten und
  • zuhören können (was keine besondere Weisheit erfordert, aber zu solcher führt).

Wo konkret wird das Geschichten-Erzählen in Unternehmen nun eingesetzt? Die Stärken dieser Management-Methode zeigen sich nach Meinung der Autoren vor allem beim

  • Wissensmanagement,
  • Analysieren der Unternehmenswirklichkeit.

Was tatsächlich im Unternehmen passiert, erschließt sich häufig erst beim Erzählen von Geschichten. Darüber lässt sich viel mehr ermitteln, als über einen noch so ausgeklügelten Fragebogen, der manchmal in die Irre führt, schreiben die Autoren. Wer Geschichten erzählen lässt, schafft auch die Voraussetzungen für Veränderungsmanagement, den Storytelling

  • schafft Beteiligung,
  • fördert offene Kommunikation,
  • ermöglicht Austausch und
  • setzt Veränderungsenergien frei.

Neben der Analyse kann Storytelling auch für die Gestaltung der Organisation eingesetzt werden. Etwa bei der Leitbildentwicklung, beim Veränderungsmanagement, bei Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit oder beim Produkt-Marketing. In jeweils einem Kapitel zeigen die Autoren auf, wie das in diesen Bereichen funktioniert.

Anschließend erläutern Frenzel, Müller und Sottong, wie man sich selbst zu einem Geschichten-Erzähler entwickelt. Damit lassen sich beispielsweise Folien-Vorträge lebendig und eindrücklich gestalten. Sie beschreiben, worauf es dabei ankommt, und welche Lernstufen man durchlaufen muss. Die Umsetzung erfolgt im Unternehmen; wie und in welchen Situationen – auch das wird erläutert. Ihre Beispiele sind:

  • Erkennen von Krisen,
  • Einleiten von Veränderungen oder
  • Entwickeln von Zukunftsbildern (Innovationen).

Ein besonderes Instrument dafür sind Storytelling-Workshops. Wie diese geplant und durchgeführt werden, wird ebenfalls beschrieben. So hat das Buch einen sehr hohen Nutzwert – auch durch die Checklisten im Anhang, die alle zentralen Aussagen noch einmal zusammenfassen und operativ umsetzbar machen. Wer sich für dieses mächtige Management-Instrument „Storytelling“ interessiert, muss dieses Buch lesen.

Storytelling das Harun-al-Raschid-Prinzip
2004, München / Wien, Carl Hanser Verlag, 320 Seiten
ISBN-10: 3446226877
ISBN-13: 9783446226876