TeilzeitarbeitTeilzeitarbeit in der Praxis

Für das Jahr 2010 ermittelte das Statistische Bundesamt für Deutschland eine Teilzeitquote von rund 27 Prozent (Basis: Abhängig Beschäftigte einschließlich geringfügig Beschäftigte und Beamte). Damit stieg die Teilzeitquote seit 1998 kontinuierlich. Dieser Anstieg resultiert aus der wachsenden Zahl der teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen.

Knapp die Hälfte der abhängig beschäftigten Frauen arbeitetet in Teilzeit. Frauen machen mit rund 82 Prozent den Großteil der Teilzeitbeschäftigten in Deutschland aus. Als Hauptgrund gibt jede zweite die Betreuung von Kindern beziehungsweise Pflegebedürftigen oder andere familiäre und persönliche Verpflichtungen an. Der größte Anteil von Teilzeitkräften arbeitet mit rund 41 Prozent im Dienstleistungsbereich (privat und öffentlich), mit 38 Prozent gefolgt vom Bereich Handel und Gaststätten.

In Österreich arbeiteten im Jahr 2012 knapp 26 Prozent der Erwerbstätigen und unselbstständigen Erwerbstätigen in Teilzeit – knapp 45 Prozent der Frauen und 9 Prozent der Männer.

In der Schweiz arbeiteten im Jahr 2012 rund 34 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit (Beschäftigungsgrad bis 89 Prozent) – rund 58 Prozent der Frauen und knapp 14 Prozent der Männer.

Die Teilzeitquote der Europäischen Union 27 lag 2012 bei 20 Prozent.

Unter Führungskräften ist Teilzeitarbeit nicht weit verbreitet. Einer Studie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) von 2013 zufolge arbeiten in Deutschland fünf Prozent der Führungskräfte weniger als 30 Stunden pro Woche: Knapp 15 Prozent der weiblichen und rund ein Prozent der männlichen Führungskräfte (Basis: Abhängig Beschäftigte und Selbstständige mit Leitungsfunktion).

Was die Arbeitszeit im Allgemeinen betrifft, gibt es große Unterschiede bezüglich Wunsch und Wirklichkeit bei Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten. Das Ergebnis einer Studie von 2012 vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) lautet: Männer in Vollzeit würden ihre bezahlte Arbeitszeit gerne um rund fünf Stunden reduzieren, während teilzeitbeschäftigte Frauen durchschnittlich drei Stunden länger arbeiten und entsprechend mehr verdienen wollen.

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