OrganisationskulturArtefakte als sichtbare Symbole der Organisationskultur

Artefakte sind direkt sichtbare Symbole und Zeichen, die eine Organisationskultur abbilden und ausdrücken. Hierfür kann es zahllose Beispiele geben:

  • Das Firmengebäude und seine Architektur,
  • Büroeinrichtungen,
  • Kleidung der Mitarbeiter,
  • Türschilder,
  • Titelbezeichnungen,
  • das Logo bzw. die Corporate Identity einer Organisation,
  • Firmenwagen,
  • Auszeichnungen.

Dazu gehören aber auch symbolische Akte der Mitglieder: Die gegenseitige Ansprache (Sie/Du), Rituale (gemeinsamer Gang in die Kantine), Legenden oder Geschichten, die immer wieder erzählt werden.

Ein Beispiel

Im Eingangsbereich des Unternehmens hängen in auffälligen Rahmen die zahlreichen Zertifikate und Auszeichnungen des Unternehmens: Qualitäts-Audit, Umwelt-Audit, Auszeichnung als bester Zulieferer 2005, Ausbildungsbetrieb der IHK-Region.

Daneben steht eine Büste des Firmengründers in Bronze. Stolz, ausdrucksvolles Gesicht, der Blick geht in die Ferne.

Wenn Besucher kommen, erzählen die Mitarbeiter des Unternehmens gerne, wie der Gründer nach 1945 das Unternehmen selbst und aus bescheidenen Verhältnissen aufgebaut hat. Auf die Zertifikate und Auszeichnungen wird nur beiläufig verwiesen.

Stellen Sie zusammen, welche Beispiele für Artefakte Sie in Ihrer Organisation kennen? Welche sind besonders auffällig? Was kennzeichnet Ihrer Meinung nach besonders gut die Kultur Ihrer Organisation? Wie würden Sie diese Artefakte charakterisieren?

Auch die Artefakte stehen in einer engen Beziehung zu den Werten und Grundannahmen. Sie bilden diese ab, sind also direkter Ausdruck und Folge der Werte und Grundannahmen einer Organisation. Gemeinsam bilden Sie die Kultur der Organisation.

Möglicherweise sind Eingriffe bei den Artefakten eine Möglichkeit, auch Werte und Grundannahmen zu beeinflussen und zu ändern. Gerade hier ist ein Ansatzpunkt für Veränderungsmanagement, das auf die Kultur abzielt. Eine neue Architektur, offene Büros, mehr Glas, Abschaffung veralteter Titel können im ersten Moment irritieren; im zweiten Moment unterstreichen sie die (neue) Organisationskultur: Offenheit, Transparenz, Kommunikation, Kooperation.

Wenn dies richtig gemacht wird, können solche Aktivitäten bei den Mitarbeitern eine Reflexion der tiefer liegenden Werte und Grundannahmen nach sich ziehen. So können sich diese dann – von den Artefakten beeinflusst – verändern.

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