Kapitel 005: SchlüsselqualifikationenComputerkompetenz und Informationskompetenz

Warum ist Computerkompetenz so wichtig? Welche Fähigkeiten werden dieser Kompetenz zugeordnet? Was versteht man unter Informationskompetenz? Und wie kann man die beiden Schlüsselkompetenzen verbessern? Welche Rolle Computerkompetenz und Informationskompetenz beim lebenslangen Lernen spielen, klären wir außerdem.

Computerkompetenz für Nutzung neuer Hard- und Software unabdingbar

Es gibt kaum noch einen Arbeitsbereich, der nicht mit einem Computer zu tun hat: Die Kasse im Supermarkt, die Steuerung einer Werkzeugmaschine oder die Kundenauftragsverwaltung – immer müssen die Mitarbeiter die Bedienung solcher Systeme lernen.

Kritisch wird es dann, wenn das Unternehmen neue Hard- oder Software anschafft. Dann heißt es für viele Mitarbeiter, so schnell wie möglich umlernen und umgewöhnen. Aber nur selten klappt das ohne Schwierigkeiten.

Mal ist die Technik noch nicht ausgereift, weil die Einführung schlecht vorbereitet ist und weil die Schulungen zu wenig auf die Teilnehmer ausgerichtet sind. Mal fehlen den Mitarbeitenden die notwendigen Computerkompetenzen, an die sich anknüpfen ließe.

Doch aus Sicht des Unternehmens gilt: Im Wettbewerb kann es ein entscheidender Erfolgsfaktor sein, wie schnell neue Techniken im eigenen Unternehmen eingeführt werden.

Wenn das neue Planungssystem, die Programmierung der Werkzeugmaschine oder die neue Bürosoftware nicht gleich beherrscht werden, kann ein Unternehmen wochenlang damit kämpfen.

Computerkompetenz als Schlüsselkompetenz

Sie selbst sollten Ihre Arbeitsgeräte beherrschen. Im Idealfall sind Sie Experte oder Expertin in Ihrem Aufgabenbereich und genauso kompetent im Umgang mit den Programmen, die Sie dafür brauchen. Das setzt Fachwissen voraus, aber auch die Bereitschaft und die Kompetenz, sich immer wieder in neue Techniken oder Programme einzuarbeiten.

Die Computerkompetenz wurde deshalb in den europäischen Referenzrahmen als eine Schlüsselkompetenz für das lebensbegleitende Lernen aufgenommen.

Was gehört zur Computerkompetenz?

Zur Computerkompetenz zählen die wichtigsten Computeranwendungen wie

  • Textverarbeitung
  • Tabellenkalkulation
  • Erstellen von Präsentationen
  • Umgang mit Kommunikationsanwendungen (E-Mail, Messenger-Systeme)
  • Umgang mit Datenbanken
  • Informationsspeicherung (Dateiablage im Netzwerk des Unternehmens oder in der Cloud)
  • Informationsmanagement (Informationen suchen und finden)
  • Cloudbasierte Systeme für die agile Teamarbeit
  • Datenschutz und Datensicherheit

Zur Computerkompetenz zählt aber auch das Verständnis der Chancen und Gefahren, die das Internet und die Kommunikation über elektronische Medien wie E-Mail und Netzanwendungen für die Arbeit und den Informationsaustausch mit sich bringen.

Noch immer sind die Anwender der Technik die größte Sicherheitslücke, wenn Hacker ins Firmennetz eindringen und Computerviren das IT-System lahmlegen.

Informationsflut braucht Informationskompetenz

Immer häufiger müssen Mitarbeiter für neue Konzepte oder für Projektaufgaben Informationen recherchieren. Intranet, Datenbanken, Studien oder das Internet sind dabei wichtige Quellen. Gleichzeitig bekommen Sie ständig neue Arbeitsanweisungen, Fach-Informationen und Regelwerke.

Durch die elektronischen Medien erhalten Sie Informationen im Überfluss: RSS-Feed, Newsletter und E-Mails halten Sie im Sekundentakt auf dem Laufenden. Doch es fehlt die Zeit, um alle neuen Fach-Informationen und Anweisungen zu lesen und zu verarbeiten. Die Informationskompetenz ist somit zu einer wichtigen Schlüsselkompetenz geworden.

Zur Informationskompetenz gehört:

  • Wichtige Informationen von unwichtigen unterscheiden können
  • Schnell verfallene Informationen von den Informationen unterscheiden, die langfristig nutzbar sind
  • Informationen so ordnen und ablegen, damit sie wieder gefunden werden und dafür entsprechende Speichermedien nutzen
  • Informationen aufbereiten und auswerten können
  • Relevante Informationen finden und bewerten können
Praxis

Computerkompetenz weiterentwickeln

Erstellen Sie in der Tabelle der folgenden Vorlage eine Liste der Anforderungen an Ihre Computerkompetenz und bedenken Sie dabei:

  • Konzentrieren Sie sich auf die Kompetenzen, die für Ihren Beruf und Ihre Arbeitssituation wichtig sind.
  • Prüfen Sie, welche Arbeitsgeräte, Softwareprogramme und sonstige technischen Hilfsmittel Sie einsetzen und wo Sie Ihre Defizite sehen.
  • Überlegen Sie, wie Sie Defizite beheben können. Achten Sie dabei auf Rückmeldungen durch Ihre Vorgesetzten sowie auf die Qualität und die Effizienz Ihrer Arbeit.

In der Praxis: Was Ihnen schwerfällt – dafür sollten Sie sich Bedienungsanleitungen, einfache Checklisten oder Merkblätter erstellen und am Arbeitsplatz bereithalten. Und im Bedarfsfall sollten Sie wissen, wer Ihnen bei Problemen weiterhelfen kann. Weitere Tipps für praktische Arbeitstechniken und Arbeitshilfen finden Sie im Handbuch-Kapitel zum strukturierten Arbeiten.

Eigene Informationskompetenz bewerten

Reflektieren Sie Ihren Umgang mit Informationen, indem Sie folgende Fragen beantworten:

  • Wie gelangen Sie an für Ihre Arbeit relevante Informationen?
  • Wie verarbeiten Sie relevante Informationen?
  • Wie verwerten Sie Informationen sinnvoll für Ihre Arbeit? Wie geben Sie Informationen beispielsweise weiter?

Die Entwicklung vieler Technologien hat zur Folge, dass Beschäftigte lebenslang lernen müssen. Doch nach Schule und Ausbildung und längerer lernfreier Zeit fällt das vielen schwer. Deshalb muss die Kompetenz erworben und bewahrt werden, lebenslang zu lernen. Was beim „Lernen lernen“ hilft, erfahren Sie im folgenden Abschnitt dieses Handbuch-Kapitels.

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