TRIZDas Arbeiten an Widersprüchen

Ein erster und zentraler Schritt beim Erfinden nach TRIZ ist das Herausfinden der Widersprüche im technischen System, um das es geht. Grundlegende Einsicht ist, dass zwei oder mehr System-Parameter entgegengesetzt wirken.

Beispiel: Produkt-Gehäuse

Das Gehäuse eines Produkts soll möglichst klein oder leicht sein, um Platz und Gewicht zu sparen. Andererseits ist das Gehäuse wichtig für die Stabilität, Abschirmung oder Sicherheit des Produkts: ein Widerspruch.

In TRIZ unterscheidet man zwischen technischen und physikalischen Widersprüchen:

  • Technische Widersprüche ergeben sich aus bereits klar formulierten technischen Parametern eines Systems. Beispiel: Ein System wird von einem Motor angetrieben, der Motor erzeugt aber Abgase.
  • Physikalische Widersprüche zeichnen sich dadurch aus, dass gegeneinander wirkende physikalische Effekte die gewünschte Wirkung verhindern und beide am selben Parameter des technischen Systems angreifen. Beispiel: Eine hohe Temperatur verbessert den Prozess, zerstört aber die Materialien.

Zur Überwindung der technischen Widersprüche gibt es 39 technische Parameter und 40 Lösungsprinzipien. Die Überführung der technischen Widersprüche in seine Parameter und Prinzipien ist der wichtigste Schritt der Abstrahierung. In den folgenden Checklisten sind die Parameter und Lösungsprinzipien aufgeführt:

Technische Widersprüche können in der Regel auf physikalische Widersprüche zurück geführt werden. Eine Lösung von physikalischen Widersprüchen scheint zunächst schwierig, wenn nicht unmöglich. Ein Systemteil kann nicht gleichzeitig heiß und kalt sein. Dennoch gibt es auch hier vier Möglichkeiten zur Auflösung:

  1. Separation im Raum: sich widersprechende Elemente werden räumlich getrennt;
  2. Separation in der Zeit: sich widersprechende Elemente werden zeitlich getrennt;
  3. Separation innerhalb eines Objektes und seiner Teile: Unterteilung sich widersprechender Elemente in einzelne Subsysteme, die voneinander getrennt werden;
  4. Separation durch Bedingungswechsel: Modifikation der Rahmenbedingungen, sodass von sich widersprechenden Elementen nur noch eines (das gewünschte) ablaufen kann.
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