EntscheidungsfindungEntscheidungen umsetzen

Erst wenn die Handlung oder Lösung, für die Sie sich entschieden haben, in die Tat umgesetzt wird, kann sich zeigen, wie gut Ihre Entscheidung war. Für die Umsetzung Ihrer Entscheidung brauchen Sie Unterstützer. Außerdem müssen Sie Betroffene einbinden und die Einwände der Widersacher entkräften.

Unterstützer finden

Der Entscheidungsprozess, der mit einer Entscheidung abschließt, hat eine wichtige Funktion: Er soll Unterstützung für die Umsetzung der Lösung verschaffen, die mit der Entscheidung ausgewählt wurde. Denn eine Entscheidung ist wertlos, wenn sie zu nichts führt. Deshalb muss mit der Vorbereitung und Aufbereitung einer Entscheidung bereits bedacht werden:

  • Sie brauchen Unterstützer, die Ihre Entscheidung mittragen, sie vertreten und im Unternehmen weitergeben und die bei der Umsetzung der daraus abgeleiteten Maßnahmen helfen.
  • Sie müssen die Widersacher beachten, ihren Gegen-Argumenten Wind aus den Segeln nehmen, ihre Meinung entkräften. Dazu müssen Sie die Gründe für Ihre Entscheidung sichtbar und nachvollziehbar machen. Damit machen Sie die Widersacher wahrscheinlich nicht zu Ihren Unterstützern, aber Sie können alle anderen (die Unschlüssigen oder Gleichgültigen) dazu bewegen, Ihrer Entscheidung zu folgen und sich nicht dem Widerstand anzuschließen.

Was sind die wichtigen Stellhebel, um sich die Unterstützung anderer zu sichern? Wie können Sie sicherstellen, dass nach der getroffenen Entscheidung die Unzufriedenen die Entscheidung nicht unterlaufen und ihre Umsetzung verhindern?

Getroffene Entscheidungen nachvollziehbar machen und begründen

Hilfreich ist in jedem Fall, wenn der Entscheidungsprozess möglichst transparent ist. Das können Sie dadurch erreichen, dass Sie:

  • die Ziele klar benennen
  • die Bewertungskriterien gemeinsam erarbeiten
  • mit der Bewertungsmethode die Vorteile, Nachteile, Chancen und Risiken für alle Betroffenen herausstellen
  • einen Maßnahmenplan erstellen, in dem vorab alle notwendigen Schritte für die Umsetzung erläutert sind und die Unterstützung benannt ist, die Sie von den anderen brauchen
  • den Nutzen für die anderen (Unterstützer und Widersacher) klarmachen, ohne die Nachteile zu verschweigen

Von der Entscheidung selbst überzeugt sein

Zunächst muss man als Entscheider selbst von seiner Entscheidung überzeugt sein. Wer nach der Entscheidung Zweifel an der Richtigkeit hat und zögert und zaudert, wird auch keine anderen dafür gewinnen. Hilfreich für die eigene Überzeugung ist eine gute Portion Eigeninteresse (im Sinne von: das bringt Anerkennung, Macht, Beförderung oder einfach Geld). Zudem kommen wieder die Ziele und die eigenen Werte und Wünsche, die Frage nach dem Sinn ins Spiel; je klarer sie sind, umso leichter tut man sich selbst bei der Umsetzung.

Das hilft zudem, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenfalls dafür zu begeistern. Das kann durch eine besondere Ausstrahlung des Entscheiders erfolgen; die Mitarbeiter vertrauen ihm und seiner Entscheidung und lassen sich von ihm mitreißen. Sie nutzen alle Kanäle der Kommunikation, um für Ihre Entscheidung zu werben. Sprechen Sie mit Mitarbeitern, werben und begeistern Sie für die favorisierte Lösung. Machen Sie aus Unterstützern Multiplikatoren, die Ihnen bei der Kommunikation helfen. Stellen Sie dabei immer wieder die gemeinsamen Ziele heraus.

Die Vorteile der Entscheidung deutlich machen

Der Entscheider muss mit guten Argumenten für Unterstützung sorgen; etwa dadurch, dass er deutlich macht, welchen Nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich selbst daraus ziehen können. Sie können beispielsweise eigene Ziele oder Interessen damit verfolgen, bekommen Chancen oder vermeiden Nachteile. Umgekehrt dürfen Sie mit Ihrer Entscheidung keine vitalen Interessen Ihrer Unterstützer verletzen.

Betroffene zu Beteiligten machen

Widerstand gegen die Umsetzung einer Entscheidung lässt sich oft dadurch auflösen, dass man die ablehnenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess einbindet. Sie sichern sich also deren Unterstützung, bevor etwas entschieden wird, indem Sie die Betroffenen zu Beteiligten machen. Sie können dies auch dadurch erreichen, dass Sie gezielt Unterstützergespräche führen, in denen Sie sich die Unterstützung von Kollegen und Mitarbeitern abholen und versprechen lassen.

Das gelingt, wenn Sie im Entscheidungsprozess vermitteln, dass Sie auf die Qualifikation und Kompetenzen der betroffenen Mitarbeiter angewiesen sind. Die Ziele werden nicht allein dadurch erreicht, dass die Entscheidung getroffen wurde. Nur wenn die davon betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitwirken und ihr Know-how einbringen – vor und nach der Entscheidung –, erst dann kann sich die Entscheidung als wirklich richtig und gut herausstellen.

Praxis

Um Hilfe bitten

Identifizieren Sie mögliche Unterstützer und mögliche Widersacher für Ihre Entscheidung – insbesondere dann, wenn es um die Umsetzung und Realisierung der Lösung geht, für die Sie sich entschieden haben.

  • Wie können Sie diese in die Entscheidung einbinden?
  • Welche Maßnahmen müssen Sie nach Ihrer Entscheidung umsetzen?
  • Wofür brauchen Sie welche Unterstützung?

Nutzen Sie die folgende Vorlage, um herauszuarbeiten, wie Sie Unterstützer und (potenzielle) Widersacher schon in die Entscheidungsfindung einbinden oder zumindest neutralisieren können. Klären Sie dies in Bezug auf die spätere Umsetzung der ausgewählten Lösung.

Maßnahmen aufzeigen

Entwickeln Sie bereits vor der Entscheidung einen möglichen Maßnahmenplan – zumindest grob. Dann wissen die Betroffenen, was auf sie zukommt. Und sie können die Entscheidung dann besser nachvollziehen und mittragen. Halten Sie die wichtigen Maßnahmen in der folgenden Vorlage fest.

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