EntscheidungsfindungErfahrungen und dem Bauchgefühl vertrauen

Auch die ausgefeiltesten Methoden zur Bewertung und Entscheidungsfindung können die Unsicherheit nie ganz beseitigen. Deshalb sollten Entscheidungen durchaus auch die „Bauchprüfung“ bestehen. Viele intuitive Entscheidungsmethoden und Bauchgefühle haben sich im Nachhinein als recht verlässlich gezeigt. Gerd Gigerenzer führt in seinem Buch „Bauchentscheidungen – Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ eine Fülle von Beispielen dafür auf.

Der Grund dafür, dass intuitive Entscheidungen recht gut sind, liegt darin, dass

  • diese Entscheidungen auf einfachen und klaren Entscheidungsregeln (Heuristiken) basieren, die herausgreifen, was entscheidend ist und dieses als maßgebliches Bewertungskriterium behandeln;
  • dabei Erfahrungen eine zentrale Rolle spielen, die zum Teil in der Evolution des Menschen oder in der persönlichen Entwicklung des Entscheiders angelegt sind.

In beiden Fällen spielt das Unterbewusstsein eine große Rolle. Hier sind die Regeln und die Erfahrungen abgelegt. Wenn etwas entschieden werden soll, kommen diese schnell ins Bewusstsein und prägen die Entscheidung.

Sehr viele der einfachen Regeln haben sich bewährt und liefern eine eindeutige Präferenz. Erst wenn diese nicht sichtbar wird, greift der Entscheider zu einer zweiten einfachen Regel – so lange, bis die Entscheidung getroffen werden kann. Das ist nach drei Schritten fast immer der Fall. Gerade für immer wiederkehrende Entscheidungsfragen liefern die intuitiven Methoden schnelle und gute Lösungen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter einzustellen oder einen Lieferanten für eine neue Maschine auszuwählen.

Bei anderen Entscheidungen, für die Erfahrungswerte fehlen, sollten Bauchgefühle weniger stark berücksichtigt werden. Zum Beispiel, wenn es darum geht, ein anderes Unternehmen zu kaufen. Die genaue, rationale Prüfung des Unternehmens ist hier natürlich wichtig. Denn das Bauchgefühl kann auch trügen.

Hilfreich ist deshalb, die Kombination aus rationalen und intuitiven Methoden. Die Ergebnisse sollten miteinander verglichen werden, um Widersprüche oder Unklarheiten aufzudecken. Stimmen Bauchgefühl und Ergebnis der rationalen Methode nicht überein, wurde sehr wahrscheinlich ein wichtiger Aspekt vergessen.

Überprüfen Sie Entscheidungen, bei denen Ihr Bauchgefühl eine wichtige Rolle spielt. Wie waren die Ergebnisse? Können Sie die Regel und die Erfahrungen erkennen, nach denen Sie entschieden haben? Welche waren das?

Bauchgefühle sind aber auch eine Quelle für Fehlentscheidungen. Deshalb ist es wichtig, sich dieser Gefahr bewusst zu sein, die gefährlichen Fallen zu kennen und beim Entscheidungsprozess darauf zu achten.

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