Geschäftsmodelle als Business Model CanvasMit der Business Model Canvas aus einer Geschäftsidee ein Geschäftsmodell entwickeln

In ihrem Buch „Business Model Generation“ beschreiben Alexander Osterwalder und Yves Pigneur die Erfolgsfaktoren für jede Geschäftsidee und jedes Unternehmen. Sie fassen diese in neun Bausteinen als Modell: die Business Model Canvas. Das ist ein Tableau mit allen entscheidenden Aktionsfeldern und Stellhebeln, mit denen Sie Ihr Geschäft aufbauen und Geld verdienen.

Business Model Canvas in der Übersicht

Aus einer Idee ein tragfähiges, erfolgreiches und nachhaltiges Geschäft machen. Das bestehende Unternehmen auf den Prüfstand stellen. Die Erfolgsfaktoren im Wettbewerb genau kennen und nutzen. An den richtigen Parametern drehen und die Leistungen am Markt verbessern. Das eigene Geschäft immer überblicken und erfolgreich führen. Das sind wesentliche Aufgaben einer jeden Unternehmensführung. Sie betreffen aber nicht nur Geschäftsführung und Vorstände, sondern auch diejenigen, die ein Profit-Center oder eine marktorientierte Geschäftseinheit leiten und letztlich alle, die unternehmerisch mitdenken und handeln wollen.

Alexander Osterwalder und Yves Pigneur haben ein wirksames und verständliches Modell und Konzept entwickelt, das aufzeigt, welche Bausteine und Erfolgsfaktoren für jedes Geschäft entscheidend sind. Wer sie immer im Blick hat und für sie die richtigen Lösungen findet, kann die genannten Aufgaben und Herausforderungen erfolgreich bewältigen. Das Grundmodell ist die sogenannte Business Canvas. In ihrem Buch „Business Model Generation“ [2011] haben sie dieses Modell ausführlich beschrieben und erläutert. Das Buch wurde zum Bestseller.

In diesem Kapitel des Management-Handbuchs erfahren Sie, wie Sie für Ihr Unternehmen eine eigene Business Canvas erarbeiten. So sieht die Business Model Canvas in der allgemeinen Form aus:

Abbildung 1: Business Modell Canvas in der Übersicht
Quelle: Business Model Foundry AG; strategyzer.com

Business Model Canvas

Die Business Model Canvas ist ein Bild, das anschaulich zeigen soll, wie ein Geschäftsmodell und eine Unternehmung funktionieren. Das Bild besteht aus neun Bausteinen (Merkmale, Elemente oder Komponenten): Wertangebot, Kundensegment, Kundenbeziehung, Vertriebskanäle, Erlösquellen, Aktivitäten, Ressourcen, Partner sowie Kosten.

Die Business Model Canvas wurde von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur in ihrem Buch „Business Model Generation“ [2011] hergeleitet und beschrieben. Das Buch wurde zum Bestseller und die Business Model Canvas zu einem Werkzeug der Geschäftsplanung, Businessplanung und Erfolgsplanung.

Bausteine der Business Model Canvas

Die Bausteine und Erfolgsfaktoren für jedes Geschäftsmodell nach der Business Model Canvas sind (in der Klammer stehen die englischen Begriffe der Original Business Model Canvas):

  • die richtige Abgrenzung des Kundensegments (Customer Segments)
  • das Wertangebot als Leistung, die ein konkretes Kundenbedürfnis befriedigt oder ein Problem löst (Value Propositions)
  • die Kanäle, wie Informationen und Leistungen zum Kunden kommen (Channels)
  • die Gestaltung der Kundenbeziehung (Customer Relationships)
  • die Einnahmequellen aus Umsatz oder Preis, den der Kunde bereit ist zu bezahlen (Revenue Streams)
  • die notwendigen Schlüsselressourcen, um die Leistung zu erbringen (Key Resources)
  • die Schlüsselaktivitäten im Prozess der Leistungserstellung (Key Activities)
  • die Schlüsselpartnerschaften (Key Partners)
  • die für all das anfallenden Kosten und die Kostenstruktur (Cost Structure)

Wer in diesen Feldern die richtigen Antworten findet und sie entsprechend ausgestaltet, dessen Chancen steigen, mit seinem Geschäftsmodell Geld zu verdienen, sagen Osterwalder und Pigneur:

„Diese neun Bausteine decken die vier wichtigsten Bereiche eines Unternehmens ab: Kunden, Angebot, Infrastruktur und finanzielle Überlebensfähigkeit. Das Geschäftsmodell ist wie eine Blaupause für eine Strategie, die durch organisationale Strukturen, Prozesse und Systeme umgesetzt werden soll.“ (Alexander Osterwalder, Yves Pigneur: Business Model Generation, 2011, Seite 19)

Geschäftsmodell mit der Business Model Canvas erarbeiten

In diesem Handbuch-Kapitel sind die einzelnen Bausteine der Business Model Canvas im Detail erläutert. Wenn Sie für Ihr Unternehmen und Ihre Geschäftsidee ein passendes Geschäftsmodell wie die Business Model Canvas entwickeln, müssen Sie folgende Schritte tun, aus denen sich dann Ihr Geschäftsmodell ergibt:

  1. die Ziele der Geschäftsfeldplanung ermitteln,
  2. die Geschäftsidee allgemein formulieren,
  3. ein Team zusammenstellen, das die Geschäftsidee ausarbeitet,
  4. Informationen recherchieren,
  5. Ideen sammeln,
  6. Rahmenbedingungen abstecken,
  7. Prototypen entwickeln,
  8. das Geschäftsmodell testen,
  9. die Testergebnisse erfassen, bewerten und schließlich
  10. Schlussfolgerungen daraus ableiten, um das Geschäftsmodell oder einzelne Elemente zu verbessern.

Hinweis: Business Model Canvas als Grundlage für den Businessplan und die Finanzplanung

In diesem Kapitel des Management-Handbuchs geht es um die strategischen und organisatorischen Bausteine, Merkmale und Erfolgsfaktoren eines Geschäftsmodells insgesamt. Mit der Business Modell Canvas beschreiben Sie auf einer übergeordneten Ebene das Konzept. Darüber hinaus finden Sie im Management-Handbuch die Kapitel Businessplan und Finanzplanung mit weiteren Methoden und Werkzeugen, die vor allem auf die operative Ebene, einzelne Aktivitäten sowie die Finanzplanung ausgerichtet sind mit: Bilanzplanung, Gewinn-und-Verlust-Planung, Cashflowplanung.

Business Model Canvas als Konzept für Ihre Unternehmung

Mit den neun Bausteinen der Business Model Canvas können Sie ein konkretes Konzept und Modell für Ihr Geschäft und den Erfolg Ihres Unternehmens erarbeiten. Behalten Sie diese neun Bausteine immer im Blick. Da die Business Canvas Ihr Geschäftsmodell auf einer Seite abbildet, gelingt das einfach. Am besten ist, Sie haben dafür eine Tafel oder Flipchart in Ihrem Büro, die Sie entsprechend mit Ideen, Aktionen und Maßnahmen pflegen.

Praxis

Business Model Canvas auf einer Seite darstellen

In den folgenden Vorlagen (als Excel- und Powerpoint-Vorlage) finden Sie die Business Model Canvas nach Alexander Osterwalder und Yves Pigneur. Damit können Sie Schritt für Schritt Ihr Geschäftsmodell entwickeln und auf einer Seite übersichtlich darstellen.

Bausteine der Business Model Canvas erarbeiten

In der folgenden Vorlage finden Sie die einzelnen Schritte zur Entwicklung und Ausarbeitung Ihrer Business Model Canvas. Wenn Sie die dort genannten Aufgaben bearbeiten, entwickeln Sie Ihr Geschäft und Ihre Unternehmung. Damit können Sie einen Arbeitsplan erstellen, um Ihr Geschäftsmodell zu entwickeln.

Geschäftsmodell entwickeln und bewerten

Was ist Ihre Geschäftsidee? Welches Geschäftsmodell wollen Sie ausarbeiten oder überprüfen?

  • Formulieren Sie Ihre Geschäftsidee und Ihr Geschäftsmodell zunächst in möglichst wenigen Worten.
  • Um dieses Geschäftsmodell zu bewerten, sammeln Sie Argumente und Belege, die für oder die gegen das Geschäftsmodell sprechen.
  • Stellen Sie diese Argumente und Belege in der folgenden Vorlage zusammen und bewerten Sie diese (Punktbewertung, Scorewert).
  • Lassen Sie auch andere Personen Ihre Geschäftsidee entsprechend bewerten.

Ziehen Sie daraus Ihre Schlussfolgerungen:

  • Was ist noch unklar?
  • Was ist ein wichtiger Erfolgsfaktor?
  • Woran könnte es scheitern?
  • Worauf kommt es vor allem an?

Unterscheiden Sie bei der Bewertung interne Faktoren, die Sie selbst beeinflussen und gestalten können. Beispiele dafür sind: Leistungsumfang, Art und Weise der Kundenbearbeitung oder Prozessgestaltung. Externe Faktoren können Sie nicht oder nur indirekt beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise Wettbewerber, verfügbare Technologien, Qualität der Lieferanten.

In den folgenden Abschnitten dieses Handbuch-Kapitels werden die einzelnen Bausteine der Business Model Canvas im Detail erläutert. Sie erfahren, was Sie jeweils klären, bearbeiten, lösen oder entscheiden müssen, um diesen Baustein für Ihr schlüssiges Geschäftsmodell zu planen und zu gestalten. Im ersten Schritt geht es darum, die Kunden einzugrenzen und zu beschreiben, die Sie mit Ihrem Geschäftsmodell erreichen wollen.

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