Arbeitstechniken für strukturiertes ArbeitenMorphologischer Kasten

Mit der Methode des Morphologischen Kastens können Sie schwierige Probleme in einfacher zu lösende Teile zerlegen und dafür mögliche Lösungen aufzeigen. Damit ist der Morphologische Kasten eine Denkmethode und eine Visualisierungstechnik für besondere Aufgaben.

Große Probleme in kleine zerlegen

Manche Aufgaben und Probleme sind so umfassend und komplex, dass sich kaum auf Anhieb eine gute Lösung finden lässt. Dann ist es hilfreich, das große Problem in mehrere kleine zu zerlegen und diese einzeln zu lösen. Diese Denkmethode der Zerlegung und Schritt-für-Schritt-Lösungen wird mit der Methode des sogenannten Morphologischen Kastens aufgegriffen und genutzt.

Morphologisch bedeutet: „Die äußere Gestalt betreffend“. In einem Morphologischen Kasten beschreiben Sie in strukturierter Form die äußere Gestalt eines Sachverhalts. Das kann ein Produkt, ein System oder auch ein Konzept (oder Teile davon) sein. Der morphologische Kasten gibt einen Überblick über alle Eigenschaften oder Elemente eines Sachverhalts wider. Insofern zeigt er die einzelnen Elemente, in die Sie Ihre Aufgabe oder Ihr Problem zerlegen, um diese einzeln zu lösen.

Der Morphologische Kasten bildet die einzelnen Elemente nur ab; er „produziert“ keine Lösungen oder Antworten. Diese müssen über andere Methoden, zum Beispiel Kreativitätstechniken, entwickelt werden. Da dabei aber einzelne Elemente gelöst werden, ist das meistens einfacher.

Der Morphologische Kasten eignet sich auch sehr gut, um Alternativen zu entwickeln und den Entscheidungsprozess transparent zu machen. Er hilft, aus unterschiedlichen Elementen Lösungsansätze zu kombinieren.

Vorgehensweise bei der Arbeit mit dem Morphologischen Kasten

Um einen Morphologischen Kasten zu entwickeln, müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Definieren Sie Ihr Problem: Das haben Sie im Allgemeinen schon getan, wenn Sie vorneweg ein Brainstorming durchgeführt haben.
  2. Bestimmen Sie die Elemente, Teile, Parameter oder Kriterien, die das zugrunde liegende Problem allgemein beschreiben. Das sind alle Aspekte und Eigenschaften, die zu Ihrem Problem gehören. Diese Kriterien können beispielsweise das Ergebnis eines Brainstormings sein. Damit zerlegen Sie Ihr Problem.
  3. Suchen Sie nach Lösungsmöglichkeiten für jedes einzelne Element. Hier können Sie ebenfalls die Ergebnisse eines Brainstormings nutzen.
  4. Dann erstellen Sie eine Tabelle, in deren ersten Spalte die Elemente und die einzelnen Teile untereinander eingetragen sind. In allen weiteren Spalten tragen Sie für jedes Kriterium denkbare Lösungsmöglichkeiten ein. So entsteht eine Tabelle, wie in der folgenden Abbildung 2 dargestellt (für das Beispiel einer Reiseplanung).
  5. Bewerten Sie die einzelnen Lösungen nach Ihren ausgewählten Kriterien: Technisch machbar, Kosten, Innovationsgrad etc.
  6. Beschreiben Sie dabei die attraktiven Lösungen etwas ausführlicher, um zu erkennen, welche Effekte diese Lösung haben könnte.
  7. Kombinieren Sie die Lösungen zu alternativen Lösungsmöglichkeiten und Konzepten. Damit setzen Sie die Teillösungen und einzelnen Elemente so zusammen, dass sie eine Gesamtlösung für das ursprüngliche Problem darstellen.
  8. Wählen Sie die erfolgversprechenden Lösungen aus, um sie weiter zu verfolgen.
Abbildung 2: Morphologischer Kasten (für das Beispiel Reiseplanung)
Praxis

Überlegen Sie:

  • Welche komplexen und schwierigen Aufgaben fallen in Ihrem Arbeitsbereich an?
  • Wie haben Sie diese gelöst?

Inwiefern könnte die Methode des Morphologischen Kastens bei der Lösung dieser Aufgaben helfen? Probieren Sie dies einfach aus. Nutzen Sie die folgenden Vorlagen für die Erstellung eines Morphologischen Kastens, indem Sie Ihr Problem formulieren, die Elemente und Teile bestimmen, in die sich dieses Problem zerlegen lässt, und die Lösungsmöglichkeiten ermitteln.