PressearbeitPressefotos sagen mehr als Worte

Gerade in Verbindung mit Presseinformationen kommen auch Bilder zum Einsatz. Entweder von im Text zitierten Personen, also als Porträtbild, oder sie zeigen bestimmte Situationen, auf die im Text hingewiesen wird. Folgende beispielhafte Anlässe eignen sich für Pressefotos:

  • Einweihung einer neuen Produktionshalle
  • Personalien: Jobantritt eines neuen Mitarbeiters mit Leitungsfunktion
  • Soziales Engagement von Unternehmen
  • Inbetriebnahme einer neuen Maschine
  • Tag der offenen Tür
  • Messebesuch

Kreativer Perspektivwechsel bei Bildern

Wenn man sich die Funktion von Pressefotos vor Augen hält, wird deutlich, dass es mit dem Druck auf den Auslöser einer Kamera nicht unbedingt getan ist. Bilder dienen der Auflockerung von Text, verhindern Langeweile, wollen überraschen und auch begeistern. Doch dafür müssen sie die richtige Wirkung beim Betrachter erzeugen.

Dazu ein klassisches Beispiel, wie es in der lokalen Tagespresse immer wieder vorkommt: Ein Unternehmen engagiert sich für soziale Zwecke und überreicht einer Kindertagesstätte einen Scheck. Mit der Geldzuwendung kann nun endlich eine neue Spielecke mit Spielzeug und Mobiliar eingerichtet werden. Folgende Motive bieten sich für ein Pressefoto an:

Scheckübergabe: Der Geschäftsführer des spendenden Unternehmens überreicht der Leiterin der Kindertagesstätte den Scheck. Dazu ein herzliches Händeschütteln.

So klassisch dieses Motiv ist, so langweilig kann es auf Dauer sein. Zwei Personen schauen in die Kamera, lachen und schütteln sich die Hände. Dazu ein überdimensionaler Scheck, auf dem deutlich die gespendete Summe zu lesen ist. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Motiv gestellt ist und nahezu inflationär verwendet wird, stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch in der Lage sein kann, den Betrachter, also den Leser, hinter dem Ofen vorzulocken.

Gleiches gilt übrigens auch für Motive, die eine Person am Schreibtisch sitzend beim Telefonieren zeigen. Dieses Motiv soll Geschäftigkeit demonstrieren, erzeugt aber nichts weiter als reine Langeweile.

Zurück zur Spendenaktion: Warum nicht folgendermaßen?

Neue Spielecke: Das Pressebild zeigt strahlende Kinder, wie sie ganz versunken in der neuen Spielecke spielen.

Das Motiv ist nicht gestellt, sondern authentisch. Es zeigt eher zufällig Kinder in Aktion, wirkt also viel lebendiger als das Motiv oben. Die entsprechende Botschaft, die durch eine aussagekräftige Bildunterzeile noch verstärkt werden kann, lautet: „Das hat die Spende von Unternehmen X möglich gemacht.“ Oder: „Mit Hilfe von Unternehmen X steht jetzt mehr Platz zum Spielen zur Verfügung.“ Dieser Perspektivwechsel zeigt, wie wichtig es ist, auch bei Pressefotos einmal eingeschlagene Pfade und Denkweisen zu verlassen.

Bildrechte

Pressefotos sollen Redakteuren bei ihrer Berichterstattung die Arbeit erleichtern. Sie werden eingesetzt, um den Leser in den Text zu ziehen, aber auch die Textseite optisch aufzulockern. Man stelle sich nur einmal eine komplette Zeitungsseite ohne Bilder vor. Pressefotos sind aber auch Informationsmaterial für Journalisten, das Unternehmen ihnen „zur freien Verfügung“ überlassen. Dieser Hinweis, der auch „Abdruck honorarfrei“ heißen kann, ist von großer Bedeutung, denn damit wird klargestellt, dass das Bild frei von Rechten Dritter ist und die Urheberrechte des entsprechenden Fotografen gewahrt wurden.

Da Pressefotos für journalistische Zwecke eingesetzt werden, sollten Werbebilder mit Logos nicht verwendet werden!

Rechtlich von Belang sind auch Bilder, auf denen mehrere Personen deutlich zu erkennen sind. Hier sollten Unternehmen im Vorfeld der Zusendung an die Presse deren Einverständnis dazu einholen. Das Recht am eigenen Bild ist ein relativ starkes Grundrecht, das von Unternehmen entsprechend berücksichtigt werden muss.

Bildproduktion

Mit Pressefotos ist es wie mit Pressetexten: Eine gute Qualität ist nicht immer selbstverständlich, gerade wenn sich nicht zufällig ein professioneller Fotograf im Unternehmen befindet. Viele Mitarbeiter fotografieren zwar in ihrer Freizeit, doch für ein qualitativ hochwertiges Produktbild, wo es etwa um die korrekte Ausleuchtung geht, reichen rudimentäre Fotografiekenntnisse nicht aus.

Es kann sich also lohnen, mit externen Fotostudios oder Fotografen zusammenzuarbeiten, die  abschätzen können, welches Bild in welcher Situation und für welche Zwecke am besten geeignet ist. Die oft gängige Überzeugung, Bilder machen kann im Zeitalter digitaler Fotografie schließlich jeder, führt dabei nicht zum Ziel.

Manchmal ist eine eigene Produktion von Pressebildern, vor allem wenn es um das Einfangen von authentischen Situationen geht, aber auch gar nicht nötig. Zum Beispiel bei bestimmten Veranstaltungen, zu denen die Presse eingeladen wurde. In solchen Fällen reist der Reporter in der Regel mit einem eigenen Fotografen an, der für die Bebilderung des späteren Pressetextes sorgt.

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