Tilo Pannenbäcker hat in seinem Buch „Methodisches Erfinden in Unternehmen“ ein Konzept der „Problemzentrierten Invention (PI-Konzept)“ entwickelt und beschrieben, das sich sehr eng an TRIZ anlehnt und gleichzeitig geeignet ist, eine systematische Vorgehensweise zu unterstützen.

Die folgende Abbildung stellt das Rahmenmodell des PI-Konzepts dar:

Rahmenmodell des PI-Konzepts

Im Rahmen eines TRIZ-Projekts sollten alle diese Phasen durchlaufen werden. Dabei ist ein Einstieg an mehreren Stellen möglich, und auch das Durchlaufen des Modells ist auf unterschiedlichen Wegen möglich. So können beispielsweise Projekte mit der Analyse des Ist-Zustandes beginnen oder aber mit der Ermittlung der Ziele.

Im Ablauf können einzelne Phasen auch mehrmals durchlaufen werden. Möglicherweise zeigt sich im Ablauf, dass die Ziele angepasst werden müssen; dann wird diese Phase ein zweites Mal durchlaufen.

Werkzeuge in den Phasen

Pannenbäcker ordnet jeder Phase spezifische Werkzeuge zu, die bei der konkreten Ausgestaltung und Vorgehensweise helfen. Die wichtigsten Werkzeuge wurden im Rahmen von TRIZ in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben. Hier eine Übersicht:

PI-Phase

Werkzeug

Ist-Zustand

Systemanalyse

Widersprüche

Stoff-Feld-Analyse

Evolutions-Analyse

Ressourcen

Ressourcen-Analyse

Ressourcen-Portfolio

Transformation

Erfindungsverfahren

Elementare Umformung

Stoff-Feld-Modulation

Evolutionsmuster

Ressourcen-Variation

Effekte und Erscheinungen

Ziele

Idealität

Passungen

Soll-Zustand

Starke Lösung

Lösungs-Portfolio

Die Problem-Definition ist mehr als die halbe Miete

Die Problem-Definition ist beim TRIZ Problem-Lösungs-Prozesses der erste und wichtigste Schritt zur Problem-Lösung. Meistens wird für dafür aber zu wenig Zeit aufgewendet, obwohl diese Phase durchaus 70 bis 80 Prozent der Zeit in Anspruch nehmen sollte.

Folgende Teilschritte gehören zur Problem-Definition:

Nutzen-Analyse: Hier werden die Ziele und deren Messkriterien festgelegt. Was soll erreicht werden und wie werden Zielerreichung und Erfolg gemessen? Da die Zielsetzungen von unterschiedlichen Anspruchsgruppen divergieren können, empfiehlt es sich, die obigen Fragestellungen für die wichtigsten Stakeholder getrennt aufzunehmen (zum Beispiel Auftraggeber, Kunde, bearbeitendes Team).

Problem-Fokussierung: Das zu Beginn definierte Problem, bezieht sich in der Regel auf ein technisches System und dieses wiederum ist eingebettet in ein Umfeld. In der Problem-Fokussierung werden generellere Fragestellungen und spezifische Problemstellungen aufgenommen. Fragen sind:

  • Warum soll dieses Problem gelöst werden?
  • Welche hemmenden Faktoren gibt es beim Lösen dieses Problems?
  • Was kennzeichnet das Problem?

Ressourcen-Analyse: Identifikation der vorhandenen Ressourcen. Welche werden vom technischen System genutzt? Welche nicht? Welche finden sich im Umfeld des Systems?

Ursache-Wirkungs-Analyse und Widerspruchs-Analyse: Mit diesen Analysen werden Problemstellungen miteinander in Verbindung gebracht und Ursachen für die Schwäche des Systems (die Lücke zum Soll-Zustand) werden ermittelt. Eine grundlegende Regel dafür ist das mehrfache(!) Fragen nach dem WARUM?

Typische Fragestellungen sind außerdem:

  • Was soll verbessert werden?
  • Was wird schlechter?
  • Welche Rahmenbedingungen gibt es?
  • Wie sehen die Zusammenhänge aus?
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