Verhalten zu VorgesetztenWie ist die Beziehung zu Ihren Mitarbeitern?

Das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten ist oft angespannt. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Mitarbeiter viele Vorurteile hegen. Diese haben sie im Laufe ihres Berufslebens aufgebaut und gefestigt, weil sie es immer wieder mit schlechten Vorgesetzten zu tun hatten. Ob die Chefs wirklich immer schlecht waren oder ob die Erwartungen der Mitarbeiter nicht zu hoch sind – das sei dahingestellt. Feststellen lässt sich, dass viele Mitarbeiter erst einmal eine negative Einstellung zu ihrem Chef haben – insbesondere dann, wenn der neu ist und wenn sie ihn nicht kennen.

Diese Einstellung und grundlegende Überzeugung wird sogar verstärkt. Denn die Mitarbeiter nehmen meist nur solche Informationen wahr, die in ihr vorgefasstes, negatives Bild passen. So kommt es immer wieder zu Missverständnissen und Konflikten. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, müssen die Vorgesetzten die Initiative ergreifen.

Das fällt sehr schwer. Denn die Führungskräfte sind zwei ganz unterschiedlich wirkenden Kräften ausgesetzt:

  • Zum einen sollen sie sogenannte Leadership-Kompetenzen besitzen. Sie sollen ihre Mitarbeiter motivieren. Sie sollen empathisch und authentisch sein, als Vorbild vorangehen und eine positive Beziehung zu ihren Mitarbeitern pflegen. Das erwarten ihre eigenen Vorgesetzen und das wird ihnen von allen Führungs-Ratgebern eingetrichtert.
  • Zum anderen stoßen sie bei ihren Mitarbeitern oft auf Desinteresse, Gleichgültigkeit, manchmal sogar auf Widerstand oder aggressives Verhalten. Die Mitarbeiter streiten sich (mit dem Chef oder untereinander), sie schüren Konflikte und mobben.

Das passt gar nicht zusammen. Viele Führungskräfte fühlen sich von diesen beiden Kräften zerrieben. Die Autoren der ganzen Ratgeber-Literatur nehmen meistens an, dass die Mitarbeiter vernünftige und leistungsbereite Menschen sind, die sich dann engagieren und für das Unternehmen einsetzen, wenn sich ihre Vorgesetzten richtig verhalten. Sie warteten nur darauf, dass ihr Chef ihre intrinsische Motivation erkennt und in die richtigen Bahnen lenkt. Dann läuft alles bestens.

Sie in der Rolle des Vorgesetzten: Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Ihren Mitarbeitern beschreiben? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie mit diesen reden? Welche Ansprüche – glauben Sie – stellen die Mitarbeiter an Sie?

Sie in der Rolle des Mitarbeiters: Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Ihrem Chef und zu Ihren Kollegen beschreiben? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie mit diesen reden?

Wird von den Führungskräften in Bezug auf die Beziehungspflege zu den eigenen Mitarbeitern nicht zu viel verlangt? Sind es nicht viel öfter die Mitarbeiter, die es ihren Vorgesetzten schwer machen, gute Vorgesetzte zu sein? Das fragten sich die beiden Wissenschaftler Jean-François Manzoni und Jean-Louis Barsoux vom IMD in Lausanne. Sie haben in vielen Interviews mit Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten und in zahlreichen Gruppengesprächen versucht, das Beziehungsgeflecht zu entwirren und die Probleme bei der gemeinsamen Arbeit zu erkennen. Im Vordergrund stand dabei, wie Mitarbeiter ihre Chefs einschätzen und wie sie deren Verhalten steuern.

In dieser Lösungshilfe erläutern wir auf der Grundlage der Erfahrungen der Wissenschaftler, warum es zu schlechten Beziehungen zwischen Vorgesetzten und ihren Mitarbeitern kommen kann und wie dieser Teufelskreis negativer Einstellungen durchbrochen werden kann. Sie erhalten eine Arbeitsvorlage und Checkliste, mit der Sie Ihre Beziehungen reflektieren und verbessern können.

Nutzen Sie die folgende ausführliche Arbeitsvorlage, um an Ihrer Beziehung zu Mitarbeitern und Vorgesetzten zu arbeiten. Denn eine gute Beziehung ist nicht nur gut für das Unternehmen, sondern vor allem auch für Ihr persönliches Befinden und Ihre Arbeitszufriedenheit:

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