KonfliktmanagementWarum Sie Konflikte lösen sollten

Konflikte im Unternehmen wirken sich nachteilig auf die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit der betroffenen Mitarbeiter aus. Deshalb müssen Konflikte gelöst werden. Beim Konfliktmanagement spielen Vorgesetzte eine besondere Rolle. Sie müssen negative Folgen von Konflikten für das Unternehmen verhindern. Dafür gibt es Methoden des Konfliktmanagements.

Konflikte belasten Mitarbeiter, Führungskräfte und das Unternehmen

Konflikte entstehen, wenn zwei Parteien gegensätzliche Meinungen oder Interessen haben, die sich nicht vereinbaren lassen. Sie tragen diesen Streit auf einem Konfliktfeld aus und beeinflussen sich (auch über Dritte) gegenseitig. Besonders schwer wiegt, dass Konflikte immer mit Gefühlen der Beteiligten beladen sind; zum Beispiel Wut oder Angst. Deshalb können sie leicht eskalieren. Das bedeutet, sie nehmen an Intensität zu, und immer mehr Personen werden hineingezogen.

Deshalb müssen Konflikte bearbeitet und aufgelöst werden, damit weder die betroffenen Personen, noch das Team oder das Unternehmen darunter leiden. Das ist ein komplexer Prozess und eine schwierige Aufgabe, für die es Methoden gibt. Sie werden unter dem Begriff des Konfliktmanagements zusammengefasst.

Konflikt

Konflikte sind Spannungssituationen zwischen zwei oder mehr Personen oder Gruppen. Sie sind meistens mit starken Emotionen bei den direkt oder indirekt Betroffenen verknüpft. Die Konfliktparteien sind zudem voneinander abhängig, sie können dem Konflikt nicht so einfach aus dem Weg gehen. Jede Partei will mit Nachdruck Handlungen ausführen, die scheinbar oder tatsächlich mit den Interessen, Zielen und Handlungen der anderen Partei unvereinbar sind. Die Konfliktparteien sind sich ihrer Gegnerschaft bewusst.

Konflikte haben negative Folgen

Konflikte können die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter beeinträchtigen. Oft sind nicht nur zwei Personen von einem Konflikt betroffen, sondern mehrere Mitarbeiter oder Gruppen. Die Abläufe im Unternehmen werden erheblich gestört. Mögliche Folgen sind beispielsweise:

  • Mitarbeiter kümmern sich nicht mehr um ihre eigentlichen Aufgaben, sondern widmen viel Zeit und Energie dem Konflikt.
  • Sie sabotieren die Arbeit von Kollegen.
  • Sie kündigen innerlich und wenden sich von anderen und vom Unternehmen ab.
  • Die Krankenquote oder die Fluktuation steigt.
  • Kunden bekommen die Konflikte mit, fühlen sich verunsichert und wandern ab.

Führungskräfte müssen Schaden vom Unternehmen abwenden

Die Aufgabe der Vorgesetzten ist es, diese Folgen zu verhindern, indem sie Konflikte erkennen, analysieren, bearbeiten und auflösen. Sie müssen die Symptome wahrnehmen, den Konfliktursachen auf den Grund gehen und mit den Konfliktparteien eine Lösung finden, die die Störung aus Sicht des Unternehmens beseitigt. Das fällt vielen Vorgesetzten schwer und muss erst erlernt werden. Das Konfliktmanagement bietet dafür den Rahmen und hilft mit seinen Methoden weiter.

Grundregeln der Konfliktlösung und beim Konfliktmanagement

Konflikte können vielfältige Ursachen haben, sie können unterschiedliche Formen annehmen, und es gibt viele Möglichkeiten zur Bewältigung und Lösung von Konflikten. Aber es gibt kein Patentrezept für die Konfliktlösung. Wichtig ist vor allem:

  • Konfliktpotenziale und Konflikte rechtzeitig zu erkennen
  • mit gezielten Fragen Konflikte analysieren
  • erkennen, um welche Art von Konflikt es sich handelt
  • die Phase erkennen, in der sich der Konflikt befindet
  • die passende Vorgehensweise wählen, um den Konflikt zu bearbeiten und zu lösen

Beim Konfliktmanagement kommt es darauf an, dass Konflikte im Unternehmen beschränkt bleiben und nicht immer mehr Personen in einen Konflikt hineingezogen werden. Das kann am Ende viele Bereiche des Unternehmens lähmen, Prozessabläufe massiv stören und Kunden vergraulen. Deshalb müssen Lösungen schnell gefunden werden und die Führungskräfte sind dafür verantwortlich.

Ein gutes Konfliktmanagement und die Vorgehensweisen, Methoden und Werkzeuge für die Konfliktlösung helfen auch bei Konflikten mit Lieferanten, Partnern oder Kunden. Denn letztlich sind auch hier Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Zielen, Erwartungen und Charakteren beteiligt,

Praxis

Was Sie noch über Konflikte wissen sollten

Sehen Sie nicht in jeder Meinungsverschiedenheit einen schweren Konflikt. Aber gehen Sie Konflikten auch nicht aus dem Weg und kehren Sie diese nicht unter den Teppich. Gehen Sie als betroffene Person eines Konflikts nicht den destruktiven Weg, sondern tragen Sie dazu bei, dass er konstruktiv gelöst werden kann.

Reflektieren Sie:

  • Welche Konflikte oder Konfliktpotenziale gibt es aus Ihrer Sicht in Ihrem Arbeits- oder Verantwortungsbereich?
  • Wie gehen Sie persönlich mit diesen Konflikten um?
  • Als Vorgesetzter: Wie verhalten Sie sich als Führungskraft in diesem Konflikt und gegenüber den Konfliktparteien?
  • Als Mitarbeiter: Wie verhält sich Ihr Vorgesetzter in diesem Konflikt und gegenüber den Konfliktparteien? Welche Rolle oder Position nehmen Sie selbst ein?

Nutzen Sie die folgende Vorlage, um Konfliktpotenziale in Ihrem Team zu erkennen.

Um Konflikte zu lösen, müssen Sie diese im ersten Schritt erkennen. Weil nicht jede Meinungsverschiedenheit ein Konflikt sein muss und weil die beteiligten Personen ihn manchmal verdeckt austragen, fällt es schwer, den Konflikt frühzeitig zu sehen. Im folgenden Abschnitt dieses Handbuch-Kapitels lesen Sie, auf welche Konfliktsignale Sie achten sollten.