Arbeit 4.0Bunte Unternehmen

Diversity ist die Antwort auf Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz.

Zehntausende Menschen strömen aus Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten nach Deutschland. Sie müssen genauso in die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft integriert werden wie die jungen Spezialisten aus Südeuropa, die hier seit kurzem an Werkbänken, in IT- und Konstruktionsbüros arbeiten. Infolge dessen werden Belegschaften vielfältiger, bunter und internationaler. Das ist auch gut so, denn personelle Monokulturen sind wenig geeignet, um Neues hervorzubringen und auf den Weltmärkten zu überleben.

Eine weltweit vernetzte Wirtschaft, hochkomplexe Kundenstrukturen, Migrationsströme, vielfältige Produkte und ein harter Wettbewerb erfordern das Management von Diversity als notwendigen Bestandteil der Pflege der Unternehmenskultur. Zunehmend entdecken Unternehmen, dass sich so auch ungenutzte Kundenpotenziale erschließen lassen. Heterogen zusammengesetzte Belegschaften erleichtern den Zugang zu neuen Märkten. Kein deutsches Unternehmen verzichtet auf den Rat seiner türkischen Mitarbeiter, wenn es darum geht, Märkte jenseits des Bosporus zu bearbeiten. Insofern bekommt Diversity einen „Business Sense“. Wenn Mitarbeiter verschiedene Sprachen sprechen und sich in anderen Kulturkreisen bewegen können, sind sie näher an den Wünschen der dortigen Kunden und gewinnen eher deren Vertrauen.

Bei Diversity geht es nicht nur um die spiegelbildliche oder quotenmäßige Abbildung gesellschaftlicher Gruppen wie Frauen oder Ausländer. Diversity bezieht sich auf alles, worin Menschen sich unterscheiden: Rasse, Geschlecht, Alter, Religion, Lebensstil, Erziehung oder körperliche Behinderungen. Das ganze Spektrum an Meinungen, Einstellungen, Denk- und Lösungsansätzen, an unterschiedlichen Wahrnehmungen, Werten, Lebenserfahrungen und -philosophien ist für die Wirkung von Vielfalt und Buntheit ausschlaggebend. Vielfalt und Buntheit bedeuten, zugleich einen Umdenkprozess weg vom Ich hin zum globalen Wir auszulösen und voneinander zu lernen. Vom einzelnen Mitarbeiter erfordert das, neugierig auf Ungewohntes und Fremdes zuzugehen. Erst wenn das gelingt, ist Vielfalt gegeben und erfüllt ihren Zweck.

Die bewusst herbeigeführte Toleranz und Diversity kann Unternehmen vielfältig stimulieren, etwa indem es sich kulturell und mental auf globale Aktivitäten einstellt, sich als Arbeitgeber für ausländische Mitarbeiter interessant macht. Diversity fördert auch das Innovationspotenzial. Nur wenn „Andersdenkende“ mitdiskutieren, entstehen neue Ideen, entwickeln sich interessante Denkansätze und ergeben sich ungeahnte Lösungswege. Diversity beginnt also in doppelter Hinsicht im Kopf: Zunächst im Kopf des Unternehmens, ganz oben, und von dort abwärts in die Köpfe aller Mitarbeiter. Vielfalt ist Chefsache!

Kluge Manager haben längst erkannt, dass Intelligenz und Talent weder an eine bestimmte Hautfarbe noch an das Geschlecht gebunden sind. Sie wissen auch, wie hilfreich Mentoren und Vorbilder für die eigene Karriere waren. Nicht anders ist es bei Angehörigen von ethnischen Minderheiten, Frauen oder Behinderten.

Dazu im Management-Handbuch

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