Arbeit 4.0Hör auf Dein Bauchgefühl!

Wenn Informationen immer mehr und komplexer werden, braucht es eine letzte Prüfinstanz: die Intuition.

Ein gewisser Ray Kroc kaufte 1960 gegen den Rat kluger Leute für 2,6 Millionen Dollar eine marode Imbissfirma. Der Name: McDonald's. Statt fundierte Informationen zu sammeln oder einen Businessplan zu erstellen, verließ sich Kroc auf sein Bauchgefühl. Intuition und Erfahrung waren die Grundlagen seiner Entscheidung.

Manager hingegen bemühen sich um rationale Begründungen ihrer Entscheidungen. Sie streben nach Sicherheit in Form von Informationen. Doch um alle Risiken einer Entscheidung berücksichtigen zu können, müssten sie meterweise Akten lesen. Angesichts immer komplexerer Informationen wird deshalb das Denken aus dem Bauch heraus wichtiger. Es mehren sich die Stimmen, die das „Bauchmanagement“ als Entscheidungstechnik empfehlen. Doch Manager bekennen sich nur ungern zu ihrem Bauchgefühl und verweisen lieber auf Berechnungen oder Computersimulationen. Seinem Gespür nachzugehen gilt in unserer Kultur noch immer als intellektuelle Schwäche und als Rückfall in vorwissenschaftliche Zeiten.

Manager, die sich bei ihren Entscheidungen nur auf Zahlen, Statistiken und wissenschaftliche Prognosen stützen, reduzieren zwar das Risiko einer Fehlentscheidung. Sie verfügen damit aber noch lange nicht über ein Unbedenklichkeitszertifikat. Wenn alle Zahlen geprüft und alle Experten gehört wurden, bedarf es immer noch einer letzten Prüfinstanz: der Intuition. Wer seine innere Stimme unterdrückt, halbiert damit auch seine Fähigkeiten und Möglichkeiten der Problemerkennung und Problemlösung. Wen Details überfordern, sollte den Staffelstab an seine Intuition weitergeben. Wer sich für die Erfahrungen des „neurologischen Untergrunds“ öffnet, erweitert seine intuitiven Fähigkeiten. Vor allem dann, wenn er sich sein Unbewusstes bewusst macht und das Bewusste wiederum zur Schatzkammer des Unterbewusstseins wird. Ohne die Intuition kommt selten etwas Großes zustande.

Je offener jemand für seine Gefühle ist, um so sicherer und geübter wird er, um Personen und Situationen gefühlsmäßig zu erfassen. Die Intuition kann vor allem vor jenen Typen schützen, die zwar sprachgewandt, aber ansonsten völlig inkompetent sind. „Die Chemie stimmt nicht“, ist die umgangssprachliche Umschreibung für dieses Gefühlsradar. Eine wichtige Einschränkung ist aber notwendig: Die Wirkungsweise der Intuition kann zum Fehlschluss führen, es handle sich dabei um einen automatischen Prozess des Unterbewussten. Wer sich allein auf seine Gefühle beruft, wird schnell zum Opfer seiner Denkfaulheit und setzt sich dem Blindflug seiner Gefühle aus. Die gute Nase allein nützt nichts ohne fundiertes Wissen, Erfahrung und Nachdenken. Die Intuition ist ein Bonus, über den man sich freuen sollte. Bleibt dieser göttliche Funke aus, muss der logische Denkprozess fortgesetzt werden, um zu einem Ergebnis zu kommen. Wer das logische mit dem intuitiven Denken gekonnt verbindet, programmiert sich für neue Ideen, aus denen Innovatives entstehen kann.

Dazu im Management-Handbuch

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