CoachingErst Euphorie, dann Alltag

Projektcoachs müssen für eine gleichbleibende Motivation in Projekten sorgen.

Kein Unternehmen kommt mehr ohne Projektmanagement aus. Doch woran liegt es, dass so viele Projekte voller Enthusiasmus oder vielleicht auch in Hektik angestoßen werden und dann nach der Hälfte der Zeit versanden? Eine Sparte von Coaching beschäftigt sich explizit mit Projekten und deren Umsetzung. Na ja, eigentlich eher mit Projektbarrieren, wenn sich etwa ein Projekt hinzieht oder sich Aufgaben verschieben. Vor allem, wenn die anfängliche Euphorie im Projekt flöten geht, sind Projektcoachs gefragt.

Solche Projektcoachs sind darauf spezialisiert, Projektleiter in ihrer Funktion und Führungsaufgabe zu beraten und für einen zügigen, reibungsarmen Fortschritt im Team zu sorgen. Dass Projekte versanden, liegt gar nicht so oft daran, welche Software verwendet wird oder wie gut die Planungstools sind. Es liegt an den Menschen dahinter – und wie sie oft gelangweilt vom Projektalltag sind. Projektcoachs müssen hier für eine gleichbleibende Motivation der am Projekt Beteiligten sorgen.

In Projekten läuft es oft wie in einer Ehe

Ein Projekt steht an. Irgendwer beschließt, dafür Geld und Ressourcen in die Hand zu nehmen. Da sitzen nun die Projektbeteiligten mit ihrem Projekt. Wie Ehekandidaten begutachten sie sich gegenseitig. Begeistert und voller Enthusiasmus starten sie in die Flitterwochen und legen intensiv los. Sie können gar nicht genug voneinander kriegen und wollen jede Minute miteinander verbringen – so interessant finden alle das Projekt.

Doch dann ist der Honeymoon vorbei. Man fährt wieder zurück in den tristen, rauhen Projektalltag. Das Projekt und das Projektteam tanzen zwar weiterhin übers Unternehmensparkett, aber von der Euphorie der ersten Stunde ist nichts mehr zu spüren. Stattessen wird der Druck von außen, von der Hektik der Märkte spürbar. Auch das eine oder andere Donnerwetter sorgt für schlechte Stimmung.

Plötzlich stellt man sich Fragen: Lieben wir uns überhaupt noch? Sind wir füreinander gemacht? Verfolgen wir die gleichen Ziele, oder entwickeln wir uns auseinander? Vielleicht doch lieber die Reißleine ziehen, bevor es zu spät ist. Und außerdem kostet das Projekt zu viel, dauert zu lange und ist längst nicht mehr so attraktiv wie am Anfang. Im schlimmsten Fall wird das Projekt irgendwie zerfleddert über die Ziellinie gezerrt, und alle sind froh, dass es endlich vorbei ist.

Viele Projektbeteiligte suchen den Euphorie-Kick

Wenn in Projekten Enthusiasmus herrscht, hält der meist nicht lange an. Dann sinkt die Euphorie wieder und der nächste Kick muss her. Wie in einer langfristigen Partnerschaft braucht es aber ganz andere Kompetenzen, um auch wüste Zeiten miteinander durchzustehen und zusammen zu bleiben, sich nicht gegenseitig fallen zu lassen. Treue gewinnt hier nicht nur bei Terminen eine ganz neue Bedeutung, auch Projekte brauchen Konstanz. Es braucht Zähigkeit und Durchhaltevermögen, um nicht gleich alles hinzuschmeißen, ähnlich einem unreifen, kleinen Kind, dem sein Spielzeug nicht mehr gefällt.

Wir sind erwachsen, wir haben das durchgerechnet und durchgedacht. Jetzt gilt es, auch die Aufgabenpakete treu wegzuschaffen, um den Projekterfolg zu gewährleisten. Diesen Biss vermisse ich häufig in Unternehmen. Ich habe den Eindruck, dass viele Projektbeteiligte immer wieder nach kurzfristigen Kicks suchen, mittel- bis langfristig aber nicht durchhalten. Was wohl das Projekt dazu denken würde? Das aber überlassen wir der Phantasie der Leser.

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