CoachingNicht immer live und in Farbe

Auch Coachs sollten heute über verschiedene Kanäle mit ihren Klienten kommunizieren. Dafür müssen sie ihnen nicht unbedingt immer direkt gegenübersitzen.

Die digitale Agenda steht. Internet für alle. In Breitband- und Highspeed-Qualität. Nur im Coaching hält sich hartnäckig die Meinung, man müsse seinem Klienten am besten gegenübersitzen und in die Augen schauen. Mediale Kommunikation ist bei vielen noch verpönt. Doch die Digitalisierung kommt.

Auch im Coaching. Blended Learning in der Weiterbildung war erst der Anfang. Virtuelle Teams, verstreut über den Globus, nutzen Online-Collaboration-Tools, sind agile Scrummer und erfinden ihre Organisationen permanent neu. Der Coach muss mit dem Kunden Schritt halten. Warum also nicht auch diese Medien nutzen, die der Kunde ohnehin nutzt? Wir schließen doch nur an seine Gewohnheiten an und kommen ihm hier einen Schritt entgegen. Klienten kommunizieren über Whatsapp, chatten in den sozialen Medien und telefonieren über Skype. Es gibt sogar schon Apps fürs Selbstcoachen.

Virtuelle Zusammenarbeit mit dem Klienten

Heutzutage ist es einfach, mit dem Klienten virtuell zusammenzuarbeiten. Wir können wunderbar übers Telefon coachen, über E-Mail reflektieren, online System- und Familienaufstellungen machen, zwischen den Sitzungen Hausaufgaben oder Wissenshäppchen anbieten und sogar Zielvorhaben mithilfe von Selbstcoaching- und Zielverfolgungsplattformen machen. Ja, wir können sogar zeitsynchron chatten, um ein Problem zu thematisieren.

Ist das alles nur etwas für Generation Y, für Digital Natives und Internet-Startups? Nein. Konzerne arbeiten doch auch virtuell, international, immer agiler. Nur im alteingessessenen Mittelstand geht die Digitalisierung an den Leuten irgendwie vorbei. Hier macht auch digitales Coaching keinen Sinn, weil die Leute solche Medien gar nicht nutzen. Coaching nach alter Schule, auf Augenhöhe mit Blickkontakt, ist hier angebrachter. Für mobile Arbeitsnomaden aber ist das nichts.

Flexibel in der Coaching-Kommunikation

Man braucht den passenden Methodenmix, um dem Klienten etwas Gutes zu tun. Mal macht es Sinn, einfach nur Gedanken auf dem Papier oder in einer E-Mail zu sortieren. Mal, nur über ein Gespräch etwas gedanklich zu reflektieren oder auch emotional tiefer zu horchen. Mal, einfach nur etwas zu lesen und Wissen zu tanken. Ein anderes Mal kann ein Rat über eine Videokonferenz Sinn machen, wenn sich der Klient nur mal eben schnell einen Rat holen möchte. Und wieder ein anderes Mal ist vielleicht die Face-to-Face-Variante doch die bessere Wahl und es braucht eben einen halben oder ganzen Tag, um sich auch wirklich live und in Farbe zu sehen. An alle Coachs: Wer hier nur einen Hammer besitzt, für den ist jedes Setting auch immer ein Nagel.

Dazu im Management-Handbuch

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