Gute FührungDie Geschichte von Mawa und Bwambale

Eigenmächtig, egoistisch, dominant. Wer so führt, landet in der Isolation. Allein gelassen, geschnitten, ausgegrenzt.

Sind Tiere manchmal die besseren Menschen, wenn es um die Zusammenarbeit im Team geht? Nicht alle, aber einige. Man kann jedenfalls bei der Geschichte von Mawa und Bwambale zu dieser Schlussfolgerung kommen. Da nur wenige über die beiden Bescheid wissen, will ich hier kurz über sie berichten. Zu Beginn war Mawa unter seinesgleichen wohlgelitten. Man kann sagen, er war als Führungspersönlichkeit akzeptiert, doch der Niedergang war vorprogrammiert. Kritiker merken an, sein Problem sei wohl sein übertriebenes Dominanzgehabe in Verbindung mit fehlendem Durchblick gewesen. Das zeigte sich darin, dass er immer wieder „vergaß“, seine Kollegen einzubinden, wenn es darum ging, ein positives Ergebnis für die Gemeinschaft zu erarbeiten. Er handelte ohne Abstimmung, vorschnell und eigenmächtig. Er wollte den Erfolg vor allem für sich allein. Da er keinen Beitrag mehr zum Erfolg des Teams leistete – diesen im Gegenteil immer mehr gefährdete – zogen ihn seine Teammitglieder immer weniger zu gemeinsamen Aufgaben heran, ja, sie schnitten ihn. Am Ende war er isoliert. Ganz anders dagegen sein Kollege Bwambale. Zu Beginn war er im Team nicht übermäßig als Partner gefragt, doch er orientierte sich am gemeinsamen Ziel, agierte nicht eigenmächtig. Bwambale wartete in der Regel auf seine Partner und bezog sie in sein Handeln ein. Sobald die Kollegen merkten, wie gut er sich einfügte und was für ein hoffnungsloser Fall Mawa war, entschieden sie sich für Bwambale als Partner und Führer. Übrigens: Mawa und Bwambale waren Mitglieder einer Horde von Schimpansen.

Doch wenden wir uns nun den Menschen zu und versuchen die Frage zu beantworten: Wer ist nun wirklich der bessere Mensch? Eine Führungskraft? Manche meinen, sie gehe mit gutem Beispiel voran und treffe schnelle und richtige Entscheidungen. Vor allem aber verstehe sie es, ein gutes Team um sich zu formen und selbstlos zum Erfolg zu führen. Die Biographen einiger berühmter Führungskräfte überschlagen sich vor Ehrfurcht, wenn sie uns von diesem teamorientierten Wirken ihrer Helden berichten: Bill Gates oder Josef Ackermann – wir kennen die Wahrheit nicht, Papier ist geduldig. Doch wir ahnen, was man dereinst in einer Biographie über die Teamfähigkeit von Horst Seehofer schreiben wird. Sicher nicht, dass er über einen engen Mitarbeiter erzählte, dieser sei vom Ehrgeiz zerfressen und leide an charakterlichen Schwächen. Und über einen anderen, er sei ein Glühwürmchen und arbeite gegen ihn. Mich erinnert das an Mawa: übertriebenes Dominanzgehabe in Verbindung mit fehlendem Durchblick. Dabei wäre es im Grunde einfach, so wie es uns Bwambale vorgemacht hat: Orientierung am gemeinsamen Ziel, abgestimmte Entscheidungen, koordiniertes Handeln. Und wenn dann noch die formale, sachorientierte Beziehung durch persönliche Wertschätzung und gegenseitige Unterstützung aufgewertet wird, steht dem Erfolg nichts mehr im Weg: Dann sind es bessere Menschen und bilden wirklich ein Team.

Dazu im Management-Handbuch

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