KundenfangOne-World-Feeling

Im Web 3.0 fahren Unternehmen über beobachtendes Zuhören und motivierendes Einbinden die Netzwerk-Ernte ein.

Alle Welt spricht von Social Media und dem Web 2.0. Dabei ist Vielen nicht klar: Die Kunden sind schon längst in der Web 3.0-Welt angekommen. Web 3.0? Wikipedia versteht darunter das semantische Web, aus meiner Sicht jedoch geht es dabei eher um das mobile Internet. Über Smartphones, Tablets und Apps entsteht gerade eine völlig neue Qualität von Kommunikation – verbunden mit totaler Transparenz. Dies wird ermöglicht durch Technologien, die mehr oder weniger vollautomatisch eine digitale Informationsschicht über die reale Welt legen – und uns so mit dem kompletten Online-Wissen in Echtzeit vernetzen.

Natürlich ist das Verknüpfen von Online und Offline schon seit geraumer Zeit möglich, aber durch das Gebundensein an stationäre Computer lief das bislang vergleichsweise zäh ab – und ziemlich beschwerlich. Im Web 2.0 haben wir nur geübt, Unternehmen die „Weisheit der Vielen“ oft genug nur für den schönen Schein in Anspruch genommen, die Mitmach-Bereitschaft der Kunden ausgenutzt, die Wahrheit weiter vernebelt und ihre Kunden immer noch gern über den Tisch gezogen. Doch diese Zeiten sind vorbei. In der neuen Realität des Web 3.0 fahren Unternehmen über ethisch korrektes Handeln, beobachtendes Zuhören, motivierendes Einbinden und intelligentes Verknüpfen die Netzwerk-Ernte ein. Schnelligkeit, Menschlichkeit und Offenheit sind die wesentlichen Treiber dafür.

Experten schlagen inzwischen vor, sich von den Punkt-Null-Begriffen komplett zu lösen. Die gemeinsame Klammer zwischen 2.0 und 3.0 heißt Social Web, das schon längst begonnen hat, eine universelle Ethik zu begründen. Dabei deckt „social“ ein ganzes Wertebündel rund um die Begriffe gesellschaftlich, gesellig und sozial ab. Erst mit dem Aufkommen des Social Web konnten Netzwerke von einer Größe entstehen, die die ganze Welt zusammenführen.

Im Social Web bleibt (fast) nichts verborgen. Negatives wird eingedämmt, denn Öffentlichkeit erzeugt immer sozialen Druck. Solcher Druck zwingt – das zeigen Untersuchungen aus der Spieltheorie – zu fairem Verhalten. Wurde früher noch viel hinter verschlossenen Türen verabredet, gibt es diese in einer Netzwerkgesellschaft nicht mehr. Das Mauscheln in Hinterzimmern lassen Unternehmen also besser sein, denn irgendwer schaut immer durchs Schlüsselloch und erzählt der Welt im Web, was er sieht.

So stehen wir über geographische und kulturelle Grenzen hinweg nicht nur vor einem Offline-Online-Verschmelzungsprozess, sondern (hoffentlich) auch vor einem solchen, der gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit tatsächlich wahr werden lässt. Ein „One-World-Feeling“ liegt in der Luft. Das schon so lange vorhergesagte globale Dorf ist endlich gebaut. Jetzt müssen wir es nur noch gemütlich für alle machen.

Dazu im Management-Handbuch

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