Likes & LeadsSelbst schuld

Wer sensible Unternehmensdaten gutgläubig auf Online-Servern ablegt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ausspioniert wird.

„PRISM“ – ein Thema, das die Gemüter von Privatpersonen, Unternehmen und auch die der Politik bewegt. Die Empörung über die weltweiten Abhörtechniken der USA ist groß. Bemerkenswert: Auf der „Informationsweltkarte“ der National Security Agency (NSA) besitzt Deutschland die gleiche Priorität wie Afghanistan, Irak und China. Sehr schnell kommt man zur Erkenntnis, dass hier nicht zwingend ein sicherheitspolitisches Interesse im Vordergrund steht. Vielmehr geht es um handfeste wirtschaftliche Interessen. Dass Wirtschaftsspionage auch unter befreundeten Staaten rege betrieben wird, dürfte niemanden mehr überraschen. Laut Wikileaks-Dokumenten soll Frankreich bei der Industriespionage in Europa sogar führend sein.

Das große mediale Aufsehen und vor allem die Empörung über das Überwachungsprogramm „PRISM“ deutet leider offensichtlich auf eine gewisse Naivität hin. Die Nutzer sozialer Netzwerke sind immer noch nicht genug darauf sensibilisiert, welche Informationen sie von sich preisgeben dürfen, und noch viel wichtiger: welche Rückschlüsse aus diesen Informationen auf die Person gezogen werden können. So können beispielsweise Trends frühzeitig erkannt oder der Kundenservice verbessert werden. Die Errungenschaften des Social Web erlauben es Unternehmen, in direkten Kontakt zu den Konsumenten zu treten. Im gleichen Zug werden die Nutzer zu gläsernen Bürgern. Das ist die Kehrseite der Medaille.

Auch Unternehmen sind davon betroffen: Online-Dienste bergen immense Risiken, das wurde uns nun im Rahmen der Berichterstattung über „PRISM“ medienwirksam veranschaulicht. Allzu leichtfertig legen Unternehmen zum Teil vertrauliche Daten auf Online-Servern ab, denn der standortunabhängige Zugriff ist doch sehr bequem. Vertrauliche Korrespondenz wird über E-Mail-Dienste verschickt, deren Datenschutzrichtlinien nicht gelesen wurden. Wer derart sorglos mit seinen Daten umgeht, darf sich jetzt nicht empören! Besonders die großzügig ausgelegten Datenschutzbestimmungen der USA werden stetig unter Beweis gestellt: In Deutschland wollen die Diskussionen über die Datenschutzrichtlinien von Facebook nicht enden. Es bedarf ein hohes Maß Gutgläubigkeit, diese Dienste für vertrauliche Daten zu nutzen und ein noch höheres Maß an Unwissenheit zu glauben, diese Daten wären dort sicher!

Dazu im Management-Handbuch

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