Likes & LeadsStreiten in Kurzform

Twitter könnte zum Trendbarometer für Unternehmen werden. Der Boulevard macht es vor.

Der Microblogging-Dienst Twitter ist jetzt auch an der Börse. Für die Medien ist es der bedeutendste Börsengang seit Facebook. Börsenwert: geschätzte 14 Milliarden US-Dollar. Ich frage mich: Warum ist ein öffentlicher SMS-Dienst, bei dem sich Boris Becker und Oliver Pocher gegenseitig necken, so viel wert? Welchen Mehrwert besitzt Twitter und wer hat etwas davon? Twitter ist ein etablierter Kommunikationskanal. Sagen wir mal Facebook für Schreibfaule oder solche Social Media Manager, die ihre Botschaft in 140 Zeichen auf den Punkt bringen. Die Kommunikation unterliegt dabei den üblichen Spielregeln des Social Web: transparent, informativ und persönlich sollten die Tweets dieser Welt sein. Wollen Unternehmen im Social Media kommunizieren, müssen sie vorher wissen, was sie sagen wollen und vor allem mit wem sie kommunizieren möchten. Die Twitter-Prämisse lautet: kürzer und schneller als Facebook. Welchem Unternehmen Twitter nutzt und welchem es vielleicht sogar schadet, lässt sich anhand folgender Fragen herausfinden:

  • Befindet sich unsere Zielgruppe auf Twitter?
  • Haben wir genug Ressourcen für einen Nachrichtenstrom?
  • Sind wir bereit, uns in die Karten sehen zu lassen?

Spätestens bei der zweiten Frage entflammt in jedem Unternehmen eine Diskussion. Bei der dritten entsteht der Twitter-Streit. Und da sind wir wieder bei Boris Becker und Oliver Pocher. Seine aktuelle Prominenz in den Medien verdankt Twitter den beiden Streithähnen. Sind wir doch mal ehrlich: Wer sitzt denn bitte den ganzen Tag vor Twitter und verfolgt live die aktuellen News irgendeines Unternehmens? Es wird doch erst dann interessant, wenn Leute über Tweets reden. Erst dann sehe ich mir den Tweet-Verlauf an, kommentiere, retweete und beginne zu folgen. Über Becker und Pocher haben derart viele Nutzer auf Twitter gesprochen, dass es einzelne Tweets der beiden sogar in die Presse geschafft haben. Tweets von Unternehmen in der Presse? Das klingt interessant. Während Twitter in den USA längst zum Recherche-Fundus von Journalisten gehört, geht das in Deutschland noch ein wenig langsamer. Doch der Boulevard beweist, dass Twitter bereits ein Trendbarometer für mediale Themen ist. Über den öffentlichen Zwist von Becker und Pocher lässt sich trefflich diskutieren. Aber: Durch die beiden lernen wir den Kommunikationskanal Twitter und seine Möglichkeiten besser kennen. Auf und über Twitter werden sich also weiter viele streiten.

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