ProjektgeschichtenKlar zur Wende?

… Wie beim Segeln landet man auch in Projekten oft dort, wo man zu Beginn eigentlich nicht hin wollte ...

Projektmanagement ist wie Segeln. Alles wurde geplant und gut vorbereitet, man hat genug Selbstvertrauen, dass einem unterwegs immer etwas einfallen wird. Auch dann, wenn das rettende Ufer nicht mehr zu sehen ist. Das richtige Boot ausgewählt, die richtige Mannschaft zusammengestellt, genug aber nicht zu viel Proviant dabei. Jetzt heißt es Segel setzen und los.

Doch ein Plan ist und bleibt ein Plan. Und die beste Planung nützt nichts, wenn sich das Projekt-Wetter ändert und die Realität Einzug hält. Wer zu neuen Ufern will, muss bekanntes Terrain verlassen wollen, muss den Mut haben, mit Unwägbarkeiten umzugehen. Man lässt sich vom Wind treiben, gibt den Wellen nach und legt sich an sie an. Immer das Ziel fest vor Augen. Mit Vertrauen in das eigene Können und in das der Mannschaft wird das Ziel sicher erreicht. Selbst dann, wenn man vom geplanten Weg abweichen muss oder dieser noch gar nicht klar ist.

Projektmanagement ist wie Segeln. Die Mannschaft muss aus Leuten bestehen, die sich aufeinander verlassen können. Dazu gehört, dass sie sich aufeinander einlassen und alle Eigenschaften des jeweils Anderen akzeptieren. Jeder kann so bleiben wie er ist. Nur dann ist das Team stark. Alle müssen das gleiche große Ziel verfolgen und jeder muss seinen Job mit voller Überzeugung erledigen. Zieht dann mal ein Sturm auf, geht alles Hand in Hand – vom Skipper bis zum Leichtmatrosen.

Projektmanagement ist wie Segeln. Ob der Koch gerade seine Gerichte varriert, ist ziemlich egal. Hauptsache alle essen sich satt und die Stimmung bleibt gut. Der Navigator hingegen sollte sich exakt an die Regeln halten. Warum? Weil eine Abweichung von nur einer Nautischen Minute auf 100 Kilometer 29,1 Meter ausmacht. Da kann man schon mal an der Hafeneinfahrt vorbei segeln oder gerade darauf zu, obwohl man das eigentlich nicht wollte. Koch und Navigator können auch ein und dieselbe Person sein. Es muss nur klar sein, welche Rolle sie gerade spielen. Wer einen neuen Kurs wählt, gewinnt neue Perspektiven und Erfahrungen. Gleichzeitig kann es aber auch passieren, dass das Wasser knapp wird und der Proviant ausgeht. Es sei denn, man ist sich darüber bewusst, dass man unterwegs nachfüllen oder Material austauschen kann. Optionen zu erkennen bedeutet ein Zugewinn an Freiheit und Spielräumen.

Gute Teams – ob beim Segeln oder im Projekt – erreichen immer überdurchschnittliche Ergebnisse. Vielleicht sollten wir dieser Erkenntnis mehr vertrauen, anstatt immer nur einem Maximalziel hinterherzurennen und zu versuchen, das Bestmögliche zu erreichen. Denn Projektmanagement ist wie Segeln: Irgendwann landet man dort, wo man zu Beginn der Reise eigentlich gar nicht hin wollte.

Dazu im Management-Handbuch

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