Working Capital ManagementAktionsfelder für das Working Capital Management

Working Capital Management ist die Arbeit an den Prozessen im Unternehmen. Dabei geht es oft um Details, die verbessert werden können, um Abläufe zu beschleunigen und die Kapitalbindung zu verringern. In diesem Abschnitt finden Sie dazu viele Beispiele und mögliche Maßnahmen.

Maßnahmen an den Zielen ausrichten

Um das Working Capital Management zu optimieren, können Sie an vielen Stellen ansetzen. Denn oft geht es um Änderungen am Detail. Wichtig ist, dass die Veränderungen bei Aufgaben und Prozessen dazu beitragen, die Kapitalbindung zu verringern. Das zeigt sich, wenn die Kennzahlen wie Days Payables Outstanding, Days Inventory Held oder Days Sales Outstanding sich verbessern.

Der Fokus der Maßnahmen liegt dabei meistens darauf, Zeit zu sparen. Dazu zählen beim Working Capital Management vor allem:

  • Anlieferung und Lieferantenrechnung möglichst gut auf den tatsächlichen Bedarf der Materialien und Teile im Produktionsprozess anpassen; so spät wie möglich.
  • Bei Zahlungen von Lieferantenrechnungen Zahlungsziele und Fristen ausnutzen.
  • Durchlaufzeiten in der Produktion reduzieren und Produkte möglichst schnell nach Fertigstellung an Kunden ausliefern.
  • Abnahme der Produkte durch den Kunden beschleunigen.
  • Rechnung an Kunden sofort nach Abnahme stellen.
  • Schnelle Zahlung durch den Kunden anregen und bei Zahlungsverzug sofort mahnen.

Die Umsetzung solcher Maßnahmen und die Verbesserung der damit verbundenen Kennzahlen muss aber auch im Zusammenhang mit anderen unternehmerischen Zielen wie Lieferantenpartnerschaft und Kundenorientierung gesehen werden.

Grundsätzliche Möglichkeiten zur Prozessoptimierung

Wenn Sie die Prozesse und Tätigkeiten identifiziert haben, die Sie verbessern wollen, dann sind folgende grundsätzlichen Handlungsweisen möglich:

  • Eliminieren: Beseitigen, was nicht notwendig ist, um Lagerbestände oder Durchlaufzeiten zu reduzieren.
  • Standardisieren: Materialien, Teile, Produkte und Prozesse soweit es geht standardisieren, also die Vielfalt reduzieren.
  • Differenzieren: Nicht alle Produkte, Kunden oder Lieferanten über einen Kamm scheren, sondern unterschiedlich und angemessen behandeln und Schwerpunkte setzten.
  • Integrieren: Die Grundgedanken des Working Capital Managements in wichtige Prozesse verankern. Beispiele: regelmäßig Zahlungsbedingungen aushandeln, (hohe) Lagerbestände prüfen und Gründe für die Art der Lagerhaltung angeben; die Kundenbonität überprüfen.
  • Stabilisieren: Schwachstellen erkennen, Engpässe beseitigen, Prozesse und Kennzahlen regelmäßig überprüfen, Anpassungen vornehmen, die kontinuierliche Verbesserung vorantreiben.
  • Qualifizieren: Kennzahlen regelmäßig auswerten, Schwachstellen mit allen Mitarbeitern besprechen, Mitarbeiter trainieren und Rückmeldung über das Verhalten geben.

Damit haben Sie die Stellhebel, mit denen Sie das Working Capital Management in Ihrem Unternehmen verbessern und die Kapitalbindung verringern. Im Einzelnen können Sie an den folgenden Stellen ansetzen.

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