Externen Berater auswählenAnforderungen und Erwartungen an den Berater festlegen

Unternehmensberater leisten für ihre Kunden, was diese selbst nicht können oder nicht wollen. Wenn es an Know-how oder an Kapazität fehlt, kann der Einsatz eines Beraters hilfreich sein. Manchmal müssen sie auch einfach nur Botschaften an die Betroffenen im Unternehmen aussprechen, die ihre Vorgesetzten so nicht sagen können oder wollen. Um zu erkennen, ob ein Berater das leisten kann, braucht es einige Kriterien, die hier benannt sind.

Wofür es Unternehmensberater braucht

Der Volksmund fasst die Tätigkeit eines Unternehmensberaters recht flapsig: Das sind Leute, die für teures Geld umfangreiche Skripte (aus Textbausteinen) erstellen, in denen Sachen stehen, die der Unternehmer bereits wusste.

So etwas kommt vor. Manchmal ist sogar dies von Nutzen, wenn das Wissen gegenüber Eigentümern oder Mitarbeitern bislang nicht ausgesprochen wurde. Mitunter nimmt der Auftraggeber sogar die Dienste des Beraters genau für diese Zwecke in Anspruch. Und kann darauf verweisen, dass nun von unabhängiger Seite Einschätzungen und Handlungsempfehlungen vorliegen. Damit ist der Feigling fein raus.

Manchmal war es aber auch nur ein Ahnen des Auftraggebers, das nun zur Gewissheit wird. Und in der Tat: Es sitzen sich zwei Fachleute gegenüber, der eine steuert sein Unternehmen seit Jahren und der andere berät seit Jahren in dieser Branche. Im Idealfall entstehen ein Vertrauensverhältnis und ein Dialog zu den in Frage stehenden Problemen. Von dem beide profitieren. Denn der Berater vermittelt nicht nur seinem Auftraggeber eine neutrale Sicht und Lösungsvorschläge, sondern er qualifiziert sich in dieser Arbeit, was dem nächsten Auftraggeber zu Gute kommt.

Was man von einem guten Berater erwarten kann

Damit sind die Leistungen angesprochen, die Sie von einem (guten) Unternehmensberater erwarten können:

  • Professionalität: Der Berater ist in einer Branche mit Problemen und Lösungen befasst, die sich in vielen Firmen ähneln, und er verfügt über Meta-Wissen zum fraglichen Problem.
  • Übergreifende Sicht: Der Berater ist nicht durch Betriebsblindheit geprägt, sondern hat in unterschiedlichsten Unternehmen Erfahrungen gesammelt.
  • Neutralität: Der Berater unterliegt keiner Einbindung in das unternehmerische Machtgefüge und kann sich auf die sachliche Seite der Probleme konzentrieren; selbst wenn es sich dabei um personelle Probleme handeln sollte.
  • Ressourcenverfügbarkeit: Job des Beraters ist es, sich der ihm gestellten Aufgabe zu widmen – und nur dieser. Dafür verfügt er in der Regel über einen ausgefeilten Instrumentenkoffer.
  • Offenheit: Der Berater kann alle Beteiligten und Betroffenen in seine Überlegungen einbeziehen und auch nach unausgesprochenen Problemen fahnden, die möglicherweise einer sachgerechten Lösung entgegenstehen.
  • Innovationsfähigkeit: Der Berater kann mit frischer Sicht und neuen oder ungewöhnlichen Anregungen jenseits des Betriebsüblichen kreative Ansätze fördern. Dafür ist er mit Kreativinstrumenten ausgestattet.
  • Vermittlungsfähigkeit: Auch die fachlichsten Aufgaben- oder Problemstellungen haben eine menschliche Dimension, sodass oft Mediation zur Lösung hinzugezogen werden muss. Damit können unterschiedliche Befindlichkeiten im Unternehmen ausgeglichen werden.

Obgleich Berater, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen, mitunter diskreditiert sind, weil sie angeblich „nur quatschen, aber nichts entscheiden müssen und auch keine Verantwortung tragen“, müssen gute Berater über eine spezielle Qualifikation verfügen. Expertise, also verfügbares Wissen, und Kompetenz, also die Fähigkeit zur Bearbeitung bisher unbekannter Problemstellungen, müssen in einem ausgewogenen Verhältnis existieren. Was müssen Sie also bei einem guten Unternehmensberater an Qualifikation voraussetzen?

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