WertanalyseArbeitsplan für das Wertanalyse-Projekt

Die Vorgehensweise zur Wertanalyse ist in einem Arbeitsplan festgelegt. Dieser Arbeitsplan ist mit der DIN EN 12973:2020-05 und der Richtlinie VDI 2800 normiert. In diesem Handbuch-Kapitel werden die einzelnen Schritte und Phasen des Arbeitsplans im Detail erläutert. Die Vorlagen im Praxisteil helfen Ihnen bei den einzelnen Arbeitsschritten und bei den Aufgaben.

Phasen und Schritte im Wertanalyse-Arbeitsplan in der Übersicht

Eine wesentliche Stärke der Wertanalyse ist, dass sie nach einem genauen Plan abläuft. Der Ablauf und die einzelnen Schritte der Wertanalyse sind in der Reihenfolge durchzuführen, wie es der Wertanalyse-Arbeitsplan vorsieht. Kein Schritt darf ausgelassen werden. Ansonsten sind Zielerreichung und erwartete Ergebnisse in Gefahr. Die Systematik der Wertanalyse und der Ablaufplan sind in Normen festgelegt und standardisiert.

Die ursprüngliche Norm, die DIN 69910, sah folgende Schritte im Ablaufplan vor:

  1. Projekt vorbereiten
  2. Objektsituation analysieren
  3. SOLL-Zustand beschreiben
  4. Lösungsideen entwickeln
  5. Lösungen festlegen
  6. Lösungen verwirklichen

Die neuen, aktuellen Normen, die DIN EN 12973:2020-05 und die Richtlinie VDI 2800 Blatt 1:2010-08 und Blatt 2 (Formblätter) haben diese sechs Schritte weiter aufgespalten und unterscheiden nun zehn Schritte (in der Norm beginnt die Zählung bei „0“):

  1. Vorbereitung des Projekts
  2. Projektdefinition
  3. Planung
  4. Umfassende Daten über die Studie sammeln
  5. Funktionenanalyse, Kostenanalyse, Detailziele
  6. Sammeln und Finden von Lösungsideen
  7. Bewertung der Lösungsideen
  8. Entwicklung ganzheitlicher Vorschläge
  9. Präsentation der Vorschläge
  10. Realisierung

Bedeutung der einzelnen Schritte im Ablauf eines Wertanalyse-Projekts

Die Schritte 1, 2 und 3 entsprechen nach alter Zählung dem ersten Schritt: Projekt vorbereiten. Dann folgen in beiden Fällen: Datensammlung, Analyse und Entwicklung von Soll-Vorgaben und Detailzielen. Genauso ist der Schritt „Lösungsideen finden und entwickeln“ (Nummer 4 und 5 in der alten, Nummer 6 in der neuen Norm) in beiden Fällen ein entscheidender. Schritt 5 nach alter Zählung entspricht in der neuen Norm den Schritten: Lösungen bewerten, ausarbeiten und präsentieren. Das Projekt schließt mit einer Entscheidung zur Realisierung und dem letzten, entsprechenden Schritt ab.

Bei der Vorbereitung und Definition des Projekts sind vor allem der Initiator und das Management gefragt. Das sind oft Verantwortliche aus dem Produktmanagement, Marketing, Produktentwicklung und der Geschäftsleitung. Sie müssen das Wertanalyse-Projekt ins Rollen bringen und das Wertanalyse-Team mit Projektleitung und Projektmitarbeitern auswählen und zusammenstellen. Während der Projektbearbeitung bildet das Management häufig den Lenkungskreis.

Das Wertanalyse-Projektteam führt dann die Schritte 3 bis 9 durch und präsentiert ihr Ergebnis dem Management und dem Lenkungskreis, die dann über die tatsächliche Realisierung entscheiden. Falls diese erfolgt, übergibt das Wertanalyse-Team die Ergebnisse an die Fachabteilungen, Produktentwicklung, Marketing und Produktmanagement. Dort können Umsetzungsprojekte mit entsprechenden Teams anschließen.

Im Folgenden wird der Wertanalyse-Arbeitsplan in sechs Schritten vorgestellt. Damit sind die Erläuterungen etwas einfacher und übersichtlicher, weil die feinere Differenzierung in zehn Schritte oft zu Zuordnungsproblemen führt.