Nachfolge im Unternehmen planenDer Prozess der Unternehmensübernahme aus Sicht der Nachfolgerin und des Nachfolgers

Wer ein Unternehmen übernehmen möchte, sollte seine Motive und Emotionen dabei im Blick haben. Dabei helfen Fragen zur Reflexion. Darüber hinaus müssen Nachfolgerin und Nachfolger prüfen, ob sie zur Unternehmenskultur passen und wie der Übernahmeprozess und die Einarbeitung erfolgreich ablaufen können.

Selbsteinschätzung als Nachfolgerin und Nachfolger im Unternehmen

Die potenzielle Nachfolgerin und der Nachfolger möchten ein bestehendes Lebenswerk übernehmen. Sie durchlaufen die gleichen Schritte wie der übergebende Unternehmer. Auch die Nachfolgenden sind zu Beginn gefragt: Was sind meine Fähigkeiten? Was ist mein Anreiz ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen? Wie gut kann ich mich einschätzen? Was sagt mein Umfeld?

Selbständigkeit bedeutet von Anfang an viel Verantwortung. Eine gute Selbst- und Fremdeinschätzung könnten hilfreich sein, um die eigene Entscheidung auf einer soliden Grundlage zu treffen. Zur eigenen Klärung könnten die folgenden Fragen unterstützen:

  • Weiß ich, wie die Übernahme gelingen kann?
  • Bereitet mir die mögliche Übernahme Sorgen und Unsicherheit?
  • Kann ich die Verantwortung der Geschäftsführung komplett übernehmen?
  • Wie stehe ich zum Führungsstil der bisherigen Inhaberin und Inhabers?
  • Sind die Gedanken und Gefühle widersprüchlich, wenn ich an die Zukunft des von mir übernommenen Unternehmens denke?
  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden und meine Familie haben unterschiedliche Interessen und Erwartungen; wie bekomme ich alles unter einen Hut?
  • Mit wem kann ich über meine neue Rolle als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer sprechen?
  • Wem kann ich vertrauen?
  • Wo droht Konfliktpotenzial im Übernahmeprozess?
  • Wenn ich das Unternehmen meiner Familie übernehme: Kann ich das Familienwerk fortzusetzen?

Motive und Emotionen für den übernehmenden Unternehmer

So wie die rationalen Aspekte des Nachfolgeprozesses geplant werden, braucht es für ein erfolgreiches Emotionsmanagement der Nachfolgerin und des Nachfolgers ebenfalls einen Prozessfahrplan. Auch sie müssen für sich klären:

  • Was ist mir als Person wichtig in der Nachfolge?
  • Welches sind meine Motivationen die Firma zu übernehmen?
  • Welches sind die Unterschiede meiner Werte und Verhaltenspräferenzen zu denen des übergebenden Unternehmers?
  • Wer und was spielt in meinem Umfeld eine Rolle?
  • Wer ist beteiligt am Prozess und wer ist davon direkt betroffen?
  • Passe ich in die Unternehmenskultur?
  • Passen mein Führungsstil und Strategiepläne zum Unternehmen?