Kreativität steigernDie Kreativität der Mitarbeiter gezielt nutzen

Für viele Probleme und Aufgaben in Unternehmen braucht es die Kreativität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie müssen und dürfen dafür kreativ sein. Dazu müssen sie erkennen, wann Routine und vorgegebene Lösungen nicht ausreichen, sondern ihre Kreativität gefragt ist.

Alle Menschen sind kreativ

Die schlechte Nachricht ist, dass in der Zukunft – wie schon in der Vergangenheit – viele Arbeitsplätze wegfallen, die fast nur Routinetätigkeiten beinhalten. Die gute Nachricht ist, dass wissensintensive Arbeitsplätze entstehen, dass neue Produkte und neue Dienstleistungen entstehen müssen. Kreativität ist also gefragt. Und nun ist die Frage, ob wir kreativ genug sind? Ob wir alle kreativ sind? Ob man Kreativität erlernen muss und ob man sie steigern und verbessern kann?

Beruhigend sind die Mitteilungen der Wissenschaftler, dass alle Menschen kreativ sind. Wir besitzen eine natürliche Grundausstattung, die uns kreativ macht. Im Verlaufe der Evolution sind wir mit mehreren Gehirnen ausgestattet worden. Hirnstamm und Kleinhirn kümmern sich um unser physisches Funktionieren, das Limbische System um unsere Psyche und das Großhirn ist frei für höhere Denkprozesse. Dort hat sich eine praktische Arbeitsteilung herausgebildet: In einigen Arealen sind wir hauptsächlich mit abstrakten Prozessen befasst und in anderen mit den bildhaften Prozessen. Dabei kommunizieren unsere mehr als 80 Milliarden Neuronen in zwei Sprachen: elektrisch und chemisch.

Aber vielleicht ist ja gerade diese Vielfalt im Gehirn das Geheimnis, dass wir kreativ sind. Wäre unser Gehirn nur ein Elektroschaltkasten, kämen nur Ein oder Aus infrage, wir könnten nur Algorithmen abarbeiten. Aber die Streuungen in unseren Denkleitungsprozessen erlauben Abweichungen vom bisher Gedachten, sie erlauben Ungedachtes zu denken.

Wie leicht das ist, haben Sie im letzten langweiligen Meeting bemerkt, als Ihre Gedanken spazieren gegangen sind. Wie schwer das ist, haben Sie bemerkt, als es galt, eine Lösung für ein überraschendes Problem zu finden. Und dass Sie gar nicht mehr davon loskamen – bis die Lösung gefunden war. Aber selbst dann haben Sie noch begeistert davon erzählt.

Machen Sie einen Test: Gehen Sie in eine Kneipe und hören Sie zu, worüber die Leute von der Arbeit erzählen! Obgleich sie 220 Tage im Jahr im Büro sitzen und Akten bearbeiten, erzählen sie kaum davon. Ist einfach langweilig. Viel ausführlicher erzählen sie von der letzten Katastrophe, als der Zentralrechner abstürzte, als die Verwaltungsspitze eine neue Verordnung verkündete, als die Aktivisten von der Teambildungs-Consulting mit ihnen trainierten.

Bedeutung der Kreativität

Offensichtlich erfordert Neues zu denken unsere ganze Aufmerksamkeit. Und dafür sind wir nicht nur mit unserem Großhirn gut ausgestattet, sondern auch mit der Sprache. Dieses hoch artifizielle Kommunikationssystem erlaubt, früher Gedachtes zur Kenntnis zu nehmen, uns mit dem unfreundlichen Kollegen aus der Nachbarabteilung auseinanderzusetzen und im Strategieworkshop die Zukunft vorauszudenken. Diese beiden Grundausstattungen versetzen uns in die Lage, kreativ zu sein. Doch: Was ist eigentlich Kreativität?