WertanalyseElemente der Wertanalyse

Mit der Wertanalyse können Sie Produkte verbessern und Kosten senken. Sie analysieren dazu die Komponenten des Produkts, die für den Kunden einen hohen Wert haben. Oder sie reduzieren dort die Kosten, wo es keinen Einfluss auf die Qualität und Leistung hat. In diesem Handbuch-Kapitel erfahren Sie die Vorgehensweise gemäß normierter Wertanalyse-Systematik.

Was ist eine Wertanalyse?

Die Wertanalyse ist ein systematisches Verfahren, um Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse zu verbessern – um damit ihren Wert zu steigern. Dabei werden unterschiedliche Methoden und Werkzeuge eingesetzt aus dem Bereich der Produktplanung, der Produktentwicklung, aber auch des Kostenmanagements und des Marketings. Die Wertanalyse hat zwei wesentliche Ausrichtungen:

  • die Qualität, der Gebrauch, die Lebensdauer, das Ansehen oder die Verkaufskraft eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Prozess-Outputs soll verbessert werden;
  • unnötige Kosten, die dabei anfallen, sollen vermieden oder verringert werden.

Im besten Fall gelingt beides gleichzeitig: Der Wert des Produkts steigt und die Kosten werden gesenkt. Deshalb sind Wert oder Nutzen sowie Kosten die Schlüsselbegriffe und zentralen Konzepte der Wertanalyse. Um den Wert zu steigern und die Kosten zu senken, basiert die Wertanalyse auf zwei Prinzipien:

  • Denken in Funktionen
  • systematisches Vorgehen

Um die Einhaltung dieser Prinzipien zu gewährleisten, wurde die Wertanalyse in unterschiedliche Normen gefasst und beschrieben. Früher war die DIN 69910 maßgeblich für die Wertanalyse. Sie wurde ersetzt durch die Norm DIN EN 12973:2002-02 zum Value Management. Diese Norm wird wiederum ergänzt durch die technische Regel und Richtlinie VDI 2800 Blatt 1:2010-08 und Blatt 2 (Formblätter). Einzelne Aspekte der Wertanalyse und des Value Managements sind in weiteren Normen festgehalten und erläutert; wie zum Beispiel in der DIN EN 16271:2013-03, Value Management – Funktionale Beschreibung der Bedürfnisse und funktionale Leistungsbeschreibung oder DIN EN 1325:2014-07 mit Begriffen rund um das Value Management.

Wertanalyse-Arbeitsplan und Wertanalyse-Ablauf

Ein wesentliches Prinzip der Wertanalyse ist das systematische Vorgehen. Das ist im sogenannten Wertanalyse-Arbeitsplan genau definiert. Er umfasst zehn Schritte, wobei die Zählung in der Norm bei „0“ beginnt:

  1. Vorbereitung des Projektes
  2. Projektdefinition
  3. Planung
  4. Umfassende Daten über die Studie sammeln
  5. Funktionenanalyse, Kostenanalyse, Detailziele
  6. Sammeln und Finden von Lösungsideen
  7. Bewertung der Lösungs-Ideen
  8. Entwicklung ganzheitlicher Vorschläge
  9. Präsentation der Vorschläge
  10. Realisierung

Ursprünglich bestand der Arbeitsplan aus sechs Schritten. Ablauf und Inhalte sind im Wesentlichen die gleichen geblieben, nur die Schwerpunkte und Bedeutung einzelner Schritte und Aufgaben werden anders betont. Nach alter Zählung umfasst der Wertanalyse-Arbeitsplan diese Schritte:

  1. Projekt vorbereiten
  2. Objektsituation analysieren
  3. SOLL-Zustand beschreiben
  4. Lösungsideen entwickeln
  5. Lösungen festlegen
  6. Lösungen verwirklichen

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